Schimmel in der Mellifera Einraumbeute

Hallo liebe Bienenfreunde,

2018 entschied ich mich für eine Einraumbeute von Mellifera. Nach ca. 6 Monaten setzte (trotz trockenem Standort) Schimmel am Boden an. Dieser zieht sich mittlerweile über die Fluglochnahen Wände nach oben. Zudem hatte ich vor allem im Winter Kondenswasser am Wachstuch und es schimmelten sogar etwas die Rähmchen und das Trennschied.

Schimmel nach dem Winter im Frühjahr


2020 kaufte ich mir dann eine zweite Mellifera Einraumbeute. Es beginnt sich aktuell wieder Schimmel anzusetzen (nur auf dem Bodenbrett!). Zu erkennen ist, dass wo die Diagnoseschale lag, es keinen Schimmel gibt.

Da durch das Wachstuch kein Wasser hindurch diffundieren kann, machte ich mir Gedanken dem Problem der schlechten Atmung im Beutenoberen Abhilfe zu schaffen. Ich wollte den Aufwand zur Herstellung eines Klimadeckelt vermeiden und den man zusätzlich jedes Mal herunter wuchten muss. Ich nahm einen dünnen Baumwollstoff und kaufte flexibles Gitter vom Imkerfachmarkt um zu verhindern, dass die Bienen den Stoff womöglich durchfressen. Damit ersetzte ich das Wachstuch und es stellte sich ein trockneres Klima (vor allem im oberen Bereich) ein. Die Bienen haben den Stoff mit dem Gitter gut verkittet, das viele Propolis ist sicher auch gut für das Stockklima.


Trotz des Austauschs vom Wachstuch durch eine Atmungsaktive Alternative, setzte in der neuen Beute Schimmel am Bodenbrett an. Es gibt jedoch keine seh- und fühlbaren feuchten Stellen.
Somit schlussfolgere ich, dass es an dem Schichtholz vom Bodenbrett liegen muss. Zu dünn? Keine gute Isolierung des Materials? Durch die Leimschichten kann es nicht atmen oder der verarbeitete Holzstoff neigt einfach schnell zum Schimmeln?

Bodenbrett von neuer Einraumbeute

Bodenbrett alte Einraumbeute

Schimmel an den Beutenwänden

Dazu möchte ich erwähnen, dass ich eine Beute (aus 2,8 cm Fichtenholz) selbst gebaut habe, wo 9 ERB Rähmchen rein passen und welche einen komplett geschlossenen Beutenboden besitzt. Diese Beute Schimmelt nicht… weder der Boden noch die Wände.

Um nun dem Schimmelproblem in der Mellifera ERB entgegen zu wirken tauschte ich gestern bei beiden Beuten die originale Bodenplatten aus und ersetzte sie durch 1,8 cm Fichten-Leimholzplatten. In der einen Bodenplatte fräste ich ein Lüftungsloch und und in der anderen gar keins. Mal schauen ob es auch mit komplett geschlossenen Boden funktioniert. Das würde dem Stockduft, der Luftstromwirkung beim Honig trocknen bzw. kühlen und der Minimierung von Zugluft bestimmt positiv entgegen kommen. Zudem bekommen Wespen und fremde Bienen beim Füttern den Geruch der aus den Lüftungslöchern entweichen würde nicht mit.

Neues Bodenbrett

Gibt es von euch jemanden, der auch Probleme mit Schimmel am Bodenbrett hat? Bzw. nach dem Winter durch zu viel Kondenswasser im Oberen an den Rähmchen?
Was wurde dagegen getan?
Wie schädlich ist der Schimmel für die Bienen und dem Honig zum Ernten?
Warum setzt er an, auch wenn kein feuchtes Klima herrscht?
*Vielleicht können die Fachleute von Mellifera durch Ihre Erfahrungen und Wissen auch was dazu schreiben? *

P.S. ich bin am Überlegen die Trennschiede bis zum Boden dicht zu machen. Vielleicht wirkt sich das dann auch positiver auf das Klima aus?

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Danke für die ausführliche Schilderung - ich bin auch gespannt, wie es bei uns wird. Von Schimmel habe ich öfters mal gelesen, allerdings nicht nur bei der ERB, sondern generell.
Unsere ERB ist noch neu (sie wurde erst im Mai besiedelt). Vorsorglich wollte ich das Wachstuch aber auch ersetzen (mit festem Leinen). Man erkennt Feuchtigkeit über dem Brutnest, das Wachstuch wellt sich dort sehr (ich denke, das kommt zum einen wohl von der Wärme, aber teilweise auch von der Feuchtigkeit). Den leeren Honigraum werde ich den Winter über vorsorglich mit Strohbeuteln füllen, so habe ich es voriges Jahr in der Bienenkiste gemacht. Wie hoch steht denn deine Beute? Soweit ich weiß, kommt es weniger zu Schimmel, wenn die Beuten höher stehen (ich habe aber keine eigene Erfahrung dazu). An der Bienenkiste habe ich beobachtet, dass die Unterseite unseres selbst gebauten Dachüberstands Schimmel angesetzt hat (von der vom Boden aufsteigenden Feuchtigkeit, die sich dann am Dach sammelt) - die Bienenkiste steht relativ nah am Boden.
Bin gespannt auf andere Erfahrungsberichte

Hallo Salome,

die Beuten stehen schon höher wie normal, da ich so wie du der Bodenfeuchte/-Kälte entgegen wirken möchte. Jedoch möchte ich mit 1,60 m Körpergröße auch noch normal die Waben ziehen können, ohne einen Hocker benutzen zu müssen :smiley: .
Ich habe unter der Beute reichlich Platz, damit die Luft zirkulieren kann und es nach einem Regen schneller abtrocknet. Die Beute steht punktuell auf 4 Pflastersteinen. Als ich sie noch auf Holzbalken hatte (so wie es normal gemacht wird) merkte ich, dass sich die Feuchtigkeit, vor allem an der Rückwand lange hält.

Hallo Susi,
versuch es doch mal mit Totholz aus Eiche oder Buche. Totholz hat den Vorteil, dass es Feuchigkeit speichert und bei Bedarf wieder abgibt. Einfach flache Totholz-Stücke über die Rähmchen legen.
Empfohlen wird das auch vom Erfinder der Bienenkugel, Andreas Heidinger, für alternative Bienenhaltung.
Wünsche Dir viel ERfolg
Hans von der Regionalgruppe Freising

Schade, dass sich keiner von Mellifera zu dieser Thematik äußern mag :frowning: und auch keine wirklichen Erfahrungen ausgetauscht werden.

Hallo Susi,

zunächst herzlich willkommen im Forum :smile: und dankeschön für Deine ausführliche Beschreibung mit den anschaulichen Bilder zu Deiner Schimmelsituation! :+1:t2:

Dein ursprüngliches Posting hatte ich zwar registriert, aber zu dem Zeitpunkt vor rund 5 Wochen noch kein Problem gehabt bzw. die Situation noch nicht als solches gesehen. Inzwischen ist das - leider - anders, weshalb ich mich gerne einmal dazu äußern möchte.

Ja, hier! :wave:t2: Zum Winter kann ich (noch) nichts sagen, weil ich mich im ersten Jahr befinde. Meine Bodenbretter sehen noch nicht so schlimm wie bei Dir aus, aber die Tendenz dazu ist da. Fakt ist, dass bei meinen beiden Völkern in ihrer Mellifera-Einraumbeute Feuchtigkeit und / oder Stockflecken besonders

  • in der Beutenecke beim Flugloch und
  • auf dem Bodenbrett unter dem Brutnest und
  • auf der Innenseite der Revisionsklappe

sind. Erstaunlicherweise sieht der leere Bereich hinter dem Einengschied jeweils tiptop aus; also dort kein Problem. Deine Innenbilder beim Flugloch ähneln meiner Situation sehr.

Ich glaube, dass ein Faktor war, dass vor einigen Wochen zuviel Schlagregen durch die Fluglöcher gelangt ist und die Feuchtigkeit ordentlich ins Holz gezogen ist. Leider habe ich das zu spät bemerkt, um rechtzeitig etwas zu unternehmen.

Folgendes habe ich dann unternommen:

  1. Beide Beuten haben nun ein Welldach („Wellplatte WBS“), das mit Backsteinen beschwert den Bereich ums Flugloch zuverlässig vor Regen schützt. Das hat definitiv den Nachteil, dass es nun umständlicher ist, an der Beute zu arbeiten, weil ich das Dach erst entfernen muss, um beispielsweise zu wiegen usw. Das nehme ich aber gerne in Kauf. Eigentlich hatte ich die Wellplatten als Sonnenschutz gekauft, aber nun bekommen sie wohl eher einen ganzjährigen Einsatz.

  2. Das leere Volumen hinter dem Einengschied habe ich jeweils mit einem Jutesack (60 x 80 cm) komplett ausgefüllt, den ich mit Stroh befüllt habe. Alternativ bzw. zusätzlich wurden mir auch andere Materialien wie Holzwolle und trockenes Holz empfohlen. Wichtig ist, dass es sich um trockenes Material handelt, das gegebenenfalls Feuchtigkeit aufnehmen kann. Michèle (@Salome) praktiziert dies ja wie von ihr geschrieben auch.

  3. Meine Beuten stehen jeweils rund 45 cm über dem Boden. Die Flächen unter den Beuten habe ich mit groben Kieselsteinen ausgelegt, um damit aufsteigende Feuchtigkeit von der Erde bzw. von Gräsern zum Beutenboden zu minimieren.

Das hatte ich anfangs auch mal in Erwägung gezogen. Ich habe es aber nicht gemacht zugunsten der Fütterungsmöglichkeit „von hinten“ und durch die Jutesäcke habe ich jetzt etwas Vergleichbares (wenn auch nicht hermetisch Abgeschlossenes) erreicht. Aber es wäre bestimmt einen Versuch wert!

Vielleicht hilft dies Dir oder anderen weiter. Ich bin auch gespannt auf weitere Vorschläge oder Ideen, wie man die Feuchtigkeit bzw. Schimmel vermeiden oder nachträglich in den Griff bekommen kann.

Viele Grüße,
Michael

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Ich habe meine Einraumbeute auch erst seit diesem Jahr, seit 2019 die Bienenkiste. Da ich auch öfters von Schimmel gelesen habe, habe ich schon im ersten Winter bei der BK vorsorglich den Honigraum über den Winter mit Baumwollbeuteln, die mit Stroh gefüllt sind, aufgefüllt, dazu auch den Honigraum komplett vom Brutraum abgetrennt (mit einem dicken Schied, das nach unten hin abschließt). Schimmel haben wir im Frühling nicht entdeckt, vielleicht wegen diesen Vorkehrungen, vielleicht auch nicht. Bei der Einraumbeute haben wir von Anfang an darauf geachtet, dass kein Regen ans Flugloch kommt - die erste Zeit haben wir ein provisorisches Dach aufgelegt (potthässlich, aber funktional), im Sommer hat mein Mann ein ähnliches Dach gebaut wie schon für die Bienenkiste. Klar, es ist etwas umständlicher mit dem Öffnen, ich habe mich aber schnell daran gewöhnt

Die Überstände am Dach sind hier zwar weniger breit wie am Dach der Bienenkiste, der Fluglochbereich an der ERB ist aber auf jeden Fall trocken - wie Michael schon sagt denke ich, dass das schon hilft.
Ich denke aber, es könnten evtl. weitere individuelle Umstände dazu kommen, die zu Schimmel führen, vielleicht liegt es zum Teil auch an der Bauweise oder eben an der individuellen Kombination vers. Dinge? Bisher haben wir zum Glück keinen Schimmel, bin aber auf den Frühling gespannt. Das Wachstuch habe ich vor einigen Wochen vorsichtshalber durch ein unbehandeltes Leintuch ersetzt und in den Honigraum werde ich (wie schon in der Bienenkiste) mit Stroh gefüllte Beutel legen. Dass das Schied nach unten hin nicht abschließt, macht mir dabei keine so großen Sorgen

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