Entschließungsantrag: Imkerschein für Hobbyimker

Nachrichten aus Niedersachsen & Bremen:

Da wäre ich ja betroffen :open_mouth:
Hielte ich aber gar nicht für so doof, wenn es denn einigermaßen vernünftig und sinnvoll organisiert wird und nicht zu teuer wird. Beim Hundeführerschein hatte ich auch schon Glück, dass ich Bestandsschutz hatte, sozusagen. Vielleicht käme ich hier dann auch drumrum.
Aber wenn das in Form und Umfang wie der Fachkundenachweis bei den Honigmachern ist, sollte das unproblematisch sein.*


Bei dem Hundeführerschein geht es ja auch um Grundwissen und nicht um bestimmte Erziehungsmethoden etc. – würde ich hier äquivalent zur Haltungsweise sehen: Biologisches Grundwissen zur Bienen und den Krankheiten.
Es gab ja mal eine App aus der Schweiz, wo es auch um so einen Kurs ging – finde den Link gerade nicht – die hatte ich anders in Erinnerung. Da wurden ›Vorgaben‹ gemacht, die ich nichtumsetzend wollen würde. Sowas fände ich dann schwierig …

*BTW: Mal spaßeshalber den Abschlusstest durchgegangen und ad hoc, ohne Reinlesen oder Üben, 82 von 100 Punkten erlangt :wink: :+1:

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Wow durchgefallen :open_mouth: muss noch lernen…

Yeah. Bestanden mit 80% aus dem Stand. Aber ich hoffe, dass es im Imkerschein mehr um Bienen geht und weniger um Honig…

War jetzt ja auch nur ein Beispiel für einen Test, den man gut schaffen kann, wenn man sich drauf vorbereitet. Hier geht es ja auch viel um Lebensmittelverordnung und so … finde ich ja auch nicht so relevant, wenn ich den Honig nur für mich haben will.
Dennoch ist der Test im Großen und Ganzen relativ neutral gehalten, so dass hardcore konservative Imker, der durchschnittliche Hobbyimker und Vollblut-Esoteriker den ausfüllen können ohne vor Wut rot anlaufen zu müssen.

Bei einem Imkerschein analog zu einem Führerschein würde ich unterstellen, dass es da auch eine Art praktischer Prüfung geben müsste. Und spätestens da würden sich die genannten Geister definitiv scheiden. :wink:

Ich kann mir ehrlich gesagt auch nicht vorstellen, dass eine rein theoretische Prüfung zur Sachkunde da in irgendeiner Weise zu „besserem“ Imkern führt. Das stumpfe Auswendiglernen und Wiedergeben von Inhalten und deren korrekte Ausführung in der Praxis sind oft zwei Paar Schuhe. Eigentlich werden Anfänger doch immer - nicht ohne Grund - sofort nach einem wenigstens bereits angefangenen Praxiskurs gefragt…

Da gebe ich @EmmBee recht - und so wird es bestimmt dann auch nicht kommen, mit einem simplen online Test.

Ich kann mir vorstellen wenn es eingeführt wird, werden soundsoviel Pflichtstunden an soundsoviel Abenden geleistet werden müssen gegen Bezahlung von wasweissichvieviel Euro.

Die Pflichtstunden kann man nicht überall machen sondern nur bei vorgegebenen Institutionen. (Fahrtstrecken)
Nach Ableistung der Stunden ( wenn man diese z.B. als Schichtgänger überhaupt leisten konnte, Termine sind wahrscheinlich vorgegeben) muss dann eine Prüfung abgelegt werden.
Wird diese nicht bestanden, das ganze nochmal von vorne.
Kann mir vorstellen das so etwas analog zu einer Angelscheinprüfung aufgebaut werden kann/wird.

Ob das eine so erstrebenswerte Vorgehensweise ist …

Nicht falsch verstehen - ich finde es richtig und wichtig sich mit dem Thema im Vorfeld zu befassen.

Aber traut man den Menschen so wenig zu, das jede Tätigkeit einer Bescheinigung/Prüfung bedarf ?

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Dass es komplett online geht, denke ich natürlich auch nicht. Vom Anglerschein habe ich keine Ahnung, über den Sachkundenachweis bei Hunden gibt es hier Infos: https://www.planethund.com/hundehaltung/hundefuehrerschein-pflicht-niedersachsen.html
Keine Pflichtstunden, nur eine theoretische und eine praktische Prüfung – ob die flächendeckend angeboten werden, wird man sehen.

Seit einem Jahr bin ich was Eigenverantwortlichkeit angeht sehr skeptisch und wenn man sieht was hier manchmal für Fragen gestellt werden … :man_shrugging:
Da kann ich den Ansatz verstehen, auch wenn man natürlich nicht 100% Sicherheit garantieren kann und immer Leute durchrutschen. Landwirte, die seit 20 Jahren ihren Kettenhund prügeln (nur als Beispiel), erreicht man wegen dem Bestandsschutz mit dem Sachkundenachweis bei Hunden auch nicht. Es gibt den Behörden aber auch eine ganz andere Handhabe, wenn es nicht läuft …

Ich sehe da noch eine weitere Problematik:
Bei diesem Entschließungsantrag geht ja vermutlich darum, wenn jemand neu mit dem Imkern anfangen will und obligatorisch seine Völker meldet. Zu dem Zeitpunkt würde ja spätestens ein Fachkundenachweis verlangt. Was ist aber mit bereits bestehenden Imkern, die die Bienenhaltung seit Jahren oder gar Jahrzehnten betreiben? Auch Bestandsschutz? Oder nachträglicher Fachkundenachweis? Das gäbe mit Sicherheit einen Aufschrei.

Ich denke es wird wie bei den Hunden sein: Eine gewisse Zeit rückwirkend verpflichtend und allen davor unterstellt man genug Erfahrung. Anders wird das nicht durchsetzbar sein.
Aber das wird man sehen, kann man schwer drüber spekulieren. Nur die Große Koalition wird das nicht härter durchziehen als Rot-Grün bei den Hunden. Kann mich aber auch täuschen …

Ja - das stimmt allerdings auch wieder :thinking:

Ich bin bei diesem Thema eher skeptisch und bin in den Bienen-Nachrichten auf einen Beitrag gestoßen, der die verschiedenen Aspekte zu dieser Frage meiner Ansicht nach ganz gut beschreibt.

https://bienen-nachrichten.de/2021/haltung-von-honigbienen-nur-nach-imkerschein/914

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Hallo Tobias @Cupido,

zur Sicherheit möchte ich noch etwas ergänzen:

Form und Umfang eines vernünftigen Sachkundenachweises werden hoffentlich nicht online sein! Der genannte Online-Kurs der Honigmacher ersetzt ja nicht die Präsenzschulung des DIB bzw. vor allem nicht die anschließende schriftliche Prüfung, bevor das jemand denkt:

Ich bin aber mit Dir einig, dass das wohl nicht so eine Herausforderung sein wird, wenn man den Online-Test aus dem Stand (oder mit etwas Vorbereitung durch den Kurs) besteht. :wink:

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Der Beitrag gefällt mir gut - vielen Dank für den Link, Hartmuth @Naturfreund! Der letzte Absatz bringt es auf den Punkt:

Hermann Grupe aus der FDP-Fraktion hat jedenfalls eine klare Meinung in Sachen Imkerschein: „CDU und SPD beklagen, dass trotz ihrer enorm wichtigen Bedeutung die Imkerei bisher kaum geregelt und nur durch wenige Gesetze bestimmt ist. Was für ein Glück! Hier gibt es mal einen wirklichen Freiraum, der nicht geregelt wird und trotzdem hervorragend funktioniert. Die Menschen wissen genau das zu schätzen. Ich kann die Landesregierung nur eindringlich bitten, keine Regelungen und Bürokratie darüber zu stülpen.“

Mich würde sehr interessieren, was denn wohl die Motivation für diesen Entschließungsantrag war. Wer hat das Ganze angestoßen und genau welches bzw. wessen Problem soll wohl mit einem Imkerschein gelöst werden?

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Ich will bitte nicht so verstanden sein, dass ich die dringende Notwendigkeit eines solchen Scheines sehen würde – ich sehe darin nur keinen Aufreger.
Und meine oben genannten Beispiele sollten nicht aufzeigen, wie so etwas praktisch genau aussehen soll oder könnte. Es ging mir darum zu zeigen wie der Rahmen sein könnte. Ich glaube nämlich nicht, dass es so ein bürokratisches Ungeheuer mit amtlichen Ausweis sein muss, wie die FDP (in Person von Herrn Grupe) es herbeiredet. Wenn man aus dem Umfeld von Imkervereinen etc. schaut scheint alles hervorragend zu funktionieren, allerdings stecken in diesen Strukturen auch schon Regelungen und Bürokratie – nur eben selbstverwaltet.
Wenn aber zunehmend mehr Beuten über Baumärkte mit dem Versprechen, es sei alles ganz einfach, verkauft werden und solche Sachen auf den Markt kommen:


Dann sind Probleme vorprogrammiert und wir reden hier von Lebewesen und die Verantwortung dafür.
Freiheit ist ein hohes Gut und so ein Schein, muss definitiv genug Freiheit erlauben um die eigenen Betriebsweisen zu gewährleisten … und davon gehe ich aus …
Wenn es nicht öffentlich geregelt ist, regelt es der Markt: Wenn mein Flow-Hive-Volk eingeht, kaufe ich mir halt ein neues …

Alles legal und problemlos und ich muss mich als Hipster nicht mit den alten Knochen im Imkerverein herumschlagen.
Das wird sicherlich nicht der Regelfall aber, ist aber durchaus ein denkbares Szenario diametral gegenüber zu dem von Herrn Grupe.

Edit: Die Links bitte als Negativ-Beispiele verstehen und nur zu informativen Zwecken anklicken. Das hat nichts mit unserer Betriebsweise zu tun und sollte auf keinen Fall unterstützt werden!
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Ersetze Flow-Hive-Volk durch Bienenkisten-Volk und du kannst exakt diese Unterstellung hundertfach z. B. im Imkerforum lesen.
Jeder unterstellt dem Anderen Unfähigkeit und Verantwortungslosigkeit. Meistens folgt dann noch der Hinweis, dass wir ja schließlich Lebewesen halten und eine ach so große Verantwortung tragen. Damit ist man dann auch moralisch auf der richtigen Seite und wird unangreifbar. Wenn dann noch die Forderung nach Scheinen und Gesetzen und Bürokratie folgt - natürlich im Sinne der eigenen Sichtweise, die „Andere“ ist bitte einzuschränken - dann halte ich das sehr wohl für einen Aufreger.
Ich brauche keine staatliche Erlaubnis für meine Bienenkiste - und auch nicht für meinen Dackel und meine Angel. Leben wir in einem Kindergartenstaat? Brauche ich demnächst einen Schein mit Prüfung, um auf die Toilette zu gehen? Ich habe gehört, dass es Menschen gibt, die sich dort nicht die Hände waschen. Besteht da nicht dringender Handlungsbedarf?

Ja - es lebe die Freiheit - und die Eigenverantwortung und die Toleranz.

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Noch ein Nachtrag:

https://www.imkerforum.de/forum/thread/70327-imkerführerschein/

Hier wünscht man sich den Imkerschein, um den Bienenkistlern und Weltverbesserern das Handwerk zu legen.

Gruß
Heiner

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Und ich finde es aus deren Sicht nachvollziehbar. Ich kenne hier auch Imker und die sind mitunter extrem skeptisch, was ich da mache …
Wenn sie aber sehen, dass ich Kenntnisse habe und nicht ins Blaue hinein imkere, sind sie gleich beruhigter und so ein Schein könnte dann sogar helfen Verständnis aufzubauen.

Das hat mit dem Staat nichts zu tun, sondern es liegt an den Menschen die darin Leben und den marktwirtschaftlichen Prämissen.
Ohne Regulierung würden viele Landwirte immer noch tonnenweise Gülle zuviel ausbringen und mit mehr Chemie arbeiten.
Regelungen können dann und wann sinnvoll sein.
Wenn du mit Dammbruchargumenten kommst, die unsinnig sind: Was ist mit dem Führerschein und TÜV? Abschaffen, weil jeder dafür selber verantwortlich sein sollte?

Genau das schrieb ich ja. Denn ich denke, dass es nicht so sein wird, dass der Schein an Sichtweisen angelehnt ist! Das ist beim Hundeführerschein so und beim Kfz-Führerschein sagt dir auch keiner, dass du nur einen Golf fahren darfst …
Wäre es anders würde ich mich mit dir aufregen :wink:

Hallo Cupido,
da stimme ich Dir uneingeschränkt zu.
Dann und wann sind sie aber auch albern, überflüssig und über das Ziel hinaus!

Ich sehe durchaus einen Unterschied zwischen dem Führen tonnenschwerer Fahrzeuge im offentlichen(!) Straßenverkehr, was selbst mit Führerscheinpflicht jährlich zu tausenden Toten führt, und dem Betreuen eines Bienenvolkes im eigenen Garten.
Die gesamtgesellschaftliche Relevanz - und nur wenn die gegeben ist, sollte sich der Gesetzgeber in mein Privatleben einmischen - sehe ich hier tatsächlich ähnlich hoch wie beim Toilettengang. Daher war das „Dammbruchargument“ in meinen Augen gar nicht so unsinnig.

Die Frage ist doch nicht: sind Regeln sinnvoll oder nicht,
sondern: ist eine bestimmte Regel angemessen und verhältnismäßig.

Ich (bin schon ein paar Tage älter, wenn auch noch kein alter Mann) sehe tatsächlich in den letzten Jahren die Entwicklung, dass gerade die jüngeren Leute bereitwillig ihre Freiheiten aufgeben und statt dessen nach Regeln rufen und sich gerne bevormunden lassen. Es wurde sogar schon Freiheit mit Egoismus assoziiert, was mir wirklich Sorgen macht. Das war in meiner Jugend genau umgekehrt, da wurde für mehr Freiheit gekämpft und nicht für mehr Regeln. Ich halte Freiheit für ein sehr hohes Gut und sehe jede überflüssige/unverhältnismäßige Einschränkung sehr skeptisch. Daher finde ich es wohl besonders erstaunlich und auch ärgerlich diese Entwicklung zu erleben. Aber jetzt habe ich mich genug geärgert und wir kehren wieder zum Thema zurück Entschuldigung wegen der Abschweifung und nichts für ungut.

Gruß
Heiner

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