Wie löst man ein buckelbrütiges Volk am sinnvollsten auf?

Möglicherweise durch einen Bearbeitungsfehler meinerseits ist nun ein Volk buckelbrütig und hat trotz eingehängter Brutwabe von einem anderen Volk keine Weiselzelle(n) angesetzt, so dass ich es vermutlich auflösen muss. Dies ist das erste Mal für mich. Wer hat Erfahrung damit.

Das ist traurig, hast du deinen möglichen Bearbeitungsfehler analysiert?
Aus der Ferne ohne Beurteilung deines Einzelfalls, habe ich die Methode mit dem
Abkehren in Wasser mit Spülmittel als sehr schnelle und wirkungsvolle Auflösung erlebt.
LG
Siegfrie

Das ist wirklich schade, vielleicht findest du heraus waseder Weisel passiert ist.

Du könntest Rauch geben, sodass sich die Bienen mit Honig beladen, und dann etliche Meter entfernt ins Gras abfegen.
So können sich die heimatlosen Bienen bei deinen anderen Völkern einbetteln. Die Afterweiseln können nicht auffliegen und sterben in Gras.

Das hat vor einigen Jahren bei mir funktioniert.

Grüße Frank

Die Kiste musst du wegstellen, nicht am alten Ort stehen lassen.

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ich würde das volk in einigen Metern abfegen und wenn die volksstärke noch ausreichend ist dann in der Beute eine neue Königin im Käfig einhângen.
Eine Brutwabe geht auch aber die Brut darf nicht zu alt sein.

Flotte Grüsse
Dirk

Ps
Kleine Volker kann man gut im kieler Begattungskästen überwintern mit aufsetzzargen

Danke für die Antworten.
An Siegfrie: Ich vermute, ich habe nachdem das Volk geschwärmt hat, mit den übrigen Weiselzellen auch eine oder mehrere Nachschaffungszellen ausgebrochen., da ich das Ausbrechen mehrfach wiederholt habe.

An Frank: danke für den Tipp mit dem Rauch. Bei der heutigen Kontrolle gab es einige wenige Arbeiterinnenbrut und Stifte nicht nur in den schon vorhandenen Drohnenzellen. So warte ich noch ein paar Tage. Ggf. kehre ich dann in Entfernung ab.

An Dirk: Nach meinem Dafürhalten ist das Volk zu klein für eine neue Königin. Es wirkt nicht so recht vital im Vergleich zu meinen anderen Völkern.

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Franks Beschreibung kenne ich auch aus der Literatur.
Man soll aber auch beachten wie weit die "Buckelbrütigkeit fortgeschritten ist.
Die Spülmittelvariante von Siegried ist mir unbekannt.

Rolf

ich hab auch schon davon gelesen, allerdings in Bezug auf eine Fruchtfliegenfalle. Das Spülmittel soll die Oberflächenspannung des Wassers verringern, damit die Fruchtfliegen (bzw. hier dann eben die Bienen) schneller (somit hoffentlich weniger qualvoll) ertrinken

Moin,

also eine gesunde Biene zu Töten geht ja wohl gar nicht.
Entweder Brut oder Königin zusetzen oder gut gefüttert in anderen Völker einbetteln lassen (in einigen Metern abfegen und die Beute wegstellen ).
Buckelbrütigkeit ist keine Krankheit.

mfg Dirk

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Zum Nachdenken: gefunden in : Die Biene und das Biest - Mellifera e. V.

Leben und sterben lassen

Ein Grundansatz bei der Bienenkiste besteht darin, das Bienenvolk dadurch zu stärken, dass man die natürlichen Prozesse ermöglicht und unterstützt oder ggf. auch inkauf nimmt, wenn ein Bienenvolk nicht vital genug ist, um aus eigener Kraft zu überleben. In der konventionellen Imkerei würde man sehr tief eingreifen, wenn ein Bienenvolk Probleme bereitet. Man tauscht z.B. einfach die Königin aus, wenn die alte nicht zufriedenstellend ist. Viele Imker beziehen neue Königinnen per Briefpost vom “Königinnenversand”. Genetisch gesehen ist das der Tod des alten Bienenvolks. Dadurch, dass man möglichst viele Arbeitsbienen vom alten Volk erhält, hat die neu gekaufte Königin einen guten Start. Diese “Herztransplantation” bei Bienenvölkern erweckt den Eindruck von Kontinuität. Es ist aber eigentlich kein großer Unterschied dazu, dass das Volk als Ganzes stirbt und man mit einem Schwarm neu beginnt. Im Falle der künstlichen “Umweiselung” sterben alte Königin und die alten Arbeiterinnen zeitversetzt . Wenn ein Bienenvolk eingeht, sterben sie gleichzeitig . Der Sinn von solchen Eingriffen besteht natürlich darin, die “Produktionsmittel” zu erhalten und keine Einbußen der “Leistungsfähigkeit” zu haben. Man erkauft sich dies aber damit, dass dass neue Bienenvolk – anders als ein Schwarm – auch alle Krankheitskeime des ursprünglichen Volkes behält.

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Bei den Bienen ist das schon besonders,
ist die Königin tot - ist der Bien gestorben
aber dann sterben erst die einzelnen Bienen vor sich hin
nur der Tod kam mit dem Sterben der Königin

Liebe Edith @efmk,

danke, dass Du dieses Thema aufbringst! :slight_smile: Es hat mich selbst schon einige Wochen beschäftigt und ich war schon drauf und dran, ein ähnliches Thema hier zu starten. Es tut mir leid zu lesen, was mit Deinem Volk passiert ist.

Ich hatte mich vor einigen Wochen leider auch damit auseinandersetzen müssen. In meinem Umfeld hatte auch keine wirklich befriedigenden Antworten gefunden, sofern das überhaupt geht. Das Thema ist und bleibt für mich sehr zwiespältig, auch weil mich die Frage bewegt, inwieweit ein solch endgültiger Eingriff überhaupt wesensgemäß sein kann.

Die Vorgeschichte ist, dass sich eines meiner Völker nahezu totgeschwärmt hatte und danach drohnenbrütig geworden war. Nachdem das Volk auch noch ausgeräubert worden war, war buchstäblich nichts mehr zu retten (Brutwaben aus meinem anderen Volk zu transplantieren kam für mich nicht in Frage).

Wie bereits genannt ist die bewährte Praxis, die Waben ein Stück vom Stand entfernt abzufegen und darauf zu spekulieren, dass sich die Flugbienen woanders einbetteln werden. Das gelingt offenbar nicht grundsätzlich und ist manchmal auch nicht gewünscht. Im alten Mellifera-Netzwerk-Forum gab es bereits ein von @Siegfried erstelltes ähnliches Thema, in dem unterschiedliche weitergehende Möglichkeiten diskutiert wurden (siehe Wie löse ich ein drohnenbrütiges Volk wesensgemäß auf?).

Der Vollständigkeit halber hier die Bandbreite der diskutierten Optionen:

  • nichts tun (= der Natur ihren Lauf lassen),
  • die Bienen abfegen,
  • die Bienen in einem Eimer mit (heißem) Seifenwasser ertränken,
  • die Bienen in einem Behältnis in der Kühltruhe einfrieren,
  • die Bienen mit CO2 ersticken,
  • die Bienen abschwefeln (vor allem bei kranken Völkern angewandt).

Bis auf die ersten beiden Optionen hat mir dies alles nicht behagt. Zunächst hatte ich mich auch fürs Abfegen entschieden.

Abfegen nach Räuberei?

Bei mir hat sich das Abfegen allerdings im Nachhinein als nicht sinnvoll herausgestellt. Das komplett ausgeräuberte Volk hatte vermutlich mangels Honig auch nicht den Honigmagen voll und hat - zumindest in der Masse - nicht versucht, sich im benachbarten Stock einzubetteln. Stattdessen sammelten sich die Bienen immer wieder an der jetzt verschlossenen ERB und bildete daran eine Traube. Auch das Wegstellen der Beute brachte nichts, denn nun hing die Traube am Beutenbock und blieb dort tagelang bei Wind und Wetter hängen.

Jedesmal, wenn ich im Garten bei meinen Bienenvölkern war, hat mir das Herz geblutet. Die Bienen haben sich auch bei Unwettern in der Traube zu schützen versucht. Sogar einige Flugbienen flogen immer wieder aus und kehrten zurück, um offenbar so das Restvolk zu versorgen. Ich bemerkte, dass der Umfang der Traube sehr langsam geringer wurde, und konnte dieses Sterben auf Raten kaum aushalten.

Der Natur ihren Lauf lassen

Immer wieder habe ich dann über die oben genannten Optionen zur „Beschleunigung des Unvermeidlichen“ nachgedacht. Es endete jeweils mit meiner Erkenntnis, dass ich eine „aktive Sterbehilfe“ schlichtweg nicht übers Herz bringe.

Nach verschiedenen Gesprächen u.a. auch mit Norbert @Naturbauimker habe ich mich schließlich dazu entschlossen, Norberts Rat zu folgen und der Natur ihren Lauf zu lassen, also nicht weiter einzugreifen. Es war natürlich weiterhin nicht einfach für mich, die schwindende Traube jeden Tag zu sehen. Irgendwann war die Traube verschwunden, aber der klägliche Rest hatte sich jetzt in den Zwischenraum zwischen Zinkdeckel und Dämmplatte zurückgezogen. Ich konnte dann wenigstens ein bisschen loslassen und mich wieder mehr an meinem anderen Volk erfreuen. Erst nach über 3 (!) Wochen nach der Auflösung war dann schließlich jegliche Biene verschwunden.

Für mich war das insgesamt ein langwieriger und vor allem schmerzvoller Prozess, an dessen Ende der unausweichliche Tod meines Bienenvolks stand. Zum allerersten Mal hatte ich ein Volk verloren. Dass das irgendwann einmal passieren würde, war mir schon bewusst, aber dennoch hatte ich mit nicht so etwas „mitten in der Bienensaison“ gerechnet. Diese Erfahrung habe ich nun gemacht.

Falls ich noch einmal vor der Frage stehen sollte, wie ich mit einem bereits ausgeräuberten buckelbrütigen Volk umgehen sollte, dann würde ich das Volk nicht mehr auflösen, sondern gleich der Natur ihren Lauf lassen.

Liebe Edith @efmk, ich hoffe, dass meine Ausführungen Dir aund anderen vielleicht noch nützlich sein können, auch wenn Deine Ausgangsfrage jetzt schon fast 2 Wochen her ist. Leider konnte ich nicht früher reagieren.

Liebe Grüße,
Michael

Hallo Michael, danke für Deine sehr eingehende Antwort. Das Zögern kann ich sehr gut verstehen: ich habe immer noch nichts unternommen und warte noch ab. „Der Natur ihren Lauf lassen“ ist ja nicht ganz so einfach z.B. füttere ich nun oder nicht? Daher tendiere ich, wenn ich glaube sicher zu sein, dass die Zeit dieses Volkes um zu sein scheint, (alles nach bestem Wissen und Gewissen erwägt) zum Abkehren in ziemlicher Entfernung und dem sofortigen Entfernen der Beute. Aber noch ist es nicht so weit. …
Viele Grüße
Edith

Liebe Edith, solltest du abfegen wollen hat dies ja das Ziel, dass sich die verbliebenen Arbeiterinnen in anderen Völkern einbetteln.
Dies setzt voraus, dass sie dafür Futter in der Honigblase mitnehmen können. Wenn noch Futter in den Waben vorhanden ist kannst du sie, wie beschrieben, mit Rauch zur Futteraufnahme überreden.

Wenn nicht:

Ein paar Tage lang etwas füttern, sodass sie am Tag des Abfegens in den Waben Vorräte vorfinden. Dann wie beschrieben etliche Meter entfernt abfegen.

Wahrscheinlich ist dir das ja klar in der Vorgehensweise. Ich wollte es einfach nochmal beschreiben :slight_smile:

Als ich damals ein drohnenbrütiges Volk hatte stand ich mit einem Eimer Spülwasser an der Kiste und hab es einfach nicht fertiggebracht… Deshalb das Abfegen.

Viele Grüße Frank

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