Wann defekte Waben entnehmen?

Hallo zusammen,

Bei der Restentmilbung Ende Herbst habe ich beim Ziehen der ca. 2. oder 3. Wabe von vorn bemerkt, dass diese im unteren Bereich schräg mit der Nachbarwabe verbaut ist. Das habe ich bemerkt, als die Wabe schon etwas angerissen war und Honig runterlief, das Ganze war total schwer und nicht ohne größeren Schaden zu bewegen (zumal ich so kurz vor dem Winter ja eh nichts hätte entnehmen können), also habe ich alles schnell wieder an Ort und Stelle gesetzt, die restliche Sprühbehandlung so gut wie möglich ohne Wabenziehen gemacht und fertig.

Jetzt muss dieses Gebilde ja irgendwie raus und ich frage mich, wann ich das am Dümmsten mache, so dass ich weder Honig noch Brut entnehme. Mittlerweile wird so weit vorne ja bestimmt kein Honig mehr sein und das Volk eher hinten sitzen, oder? Kann ich einfach bei nächster Gelegenheit (es stehen jetzt ein paar milde Tage bevor), vorne öffnen, die betroffenen Waben rausnehmen und dann das restliche Paket nach vorne schieben oder spricht da etwas dagegen?

Danke und viele Grüße,

Lea

Moin Lea,

was versprichst du dir davon, die Waben vor der Auswinterung zu korrigieren?

Was verbessert sich dadurch für die Bienen?

Grüße Thomas

Hallo Thomas,

meine Überlegung war, dass ich dann möglichst auf dieser Wabe noch keine Brut vorfinde…ist das Unsinn?

Grüße, Lea

“Unsinn” => Ne Bewertung mag ich nicht abgeben.

Keine Ahnung, wo die Traube gerade sitzt… aber ich zumindest würde die Kiste erst bei der Auswinterung öffnen.

Der Wärmeverlust ist das eine, aber auch die Isolationswirkung der Wabe würde ich bedenken und deshalb bis dahin nicht entnehmen.

Und wenn die Bienen da tatsächlich schon brüten sollten, würden sie auch alles wieder reparieren. Vielleicht entsteht “Wirrbau” aber auch der ist nur aus menschlicher Sicht “wirr” und bei warmen Temperaturen korrigierbar.

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Genau! Warten bis es ordentlich warm ist! Nicht nur wegen des Wärmehaushalts der Damen, sondern ganz einfach weil dann Wabenwerk nicht bricht, weil’s plastisch wird. Da kann man - ohne was anzurichten - eingreifen.

Genau die richtige Überlegung. Wenn es jetzt einen warmen Tag hat (Bienenflug), nimm die verbaute Wabe oder auch andere komplett leere Waben raus. Mit weniger Platz fällt es den Bienen leichter, das Brutnest (Brutbeginn ganz grob ca. ab Ende Februar) warm zu halten. Achte bei der Durchsicht gleich auch auf die Futtervorräte. Für einen kalten März sollten da noch 3 kg sein. Für einen kalten März + kalten April die doppelte Menge. Wenn sich dann Mitte März wieder ein warmer Tag findet, schaust du nach wie groß das Brutnest ist und ob Platz da ist, dass es wachsen kann. Wenn kein Platz da ist, in den das Brutnest wachsen kann, hängst du am Rand vom Brutnest wieder eine Leerwabe dazu. Und so weiter. Eine volle ERB Futterwabe hat gut 3kg Futter. So kannst du überschläglich teilweise volle Waben zusammen addieren. Alles Gute dir und deinen Bienen.

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Generell gibt es dafür 2 günstige Zeitpunkte. Der Erste ist nach der Trachtzeit (etwa August). Da hat man den Vorteil die defekten Waben (oder Wabenblock) am Ende des Honigraums zu hängen und die Waben leer tragen zu lassen. Der Zweite ist im zeitigen Frühjahr an einem warmen Tag (etwa +15°C). Zu dieser Zeit kann man die meist fast leeren Waben einfach ausrangieren, wenn keine Brut drauf ist. Also, es ist wichtig zu wissen wo sich der Brutbereich befindet.

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Hallo zusammen,

Ok, vielen Dank für Eure Ratschläge! Dann warte ich mal einen wirklich milden Tag ab und gucke dann.

Danke und Grüße,

Lea

Lieber Norbert,
meinst Du nicht, daß die Völker nach den Dauerfrosttagen schon in Brut sind? Ich habe das häufig so erlebt, daß durch den Wärmeschub im Zentrum der Wintertraube der erste Bruteinschlag ab Ende Januar/Anfang Februar (Lichtmeß) induziert wurde.

Wenn die Beuten nicht schalldicht isoliert sind, kann man das hören, wenn man das Ohr an die Außenwand legt und über Lauschen die Traube findet. Das Summen hört sich dann einfach intensiver an, eben wir ein Motor unter Last und nicht im Leerlauf. Auch nach Klopfen verhält sich das Summen dann anders, als wenn keine Brut da ist.

Die Bienen kümmern sich recht wenig um die Ausentemperatur. Manche gehen schon am 21 Dez. - Wintersonnwende- wieder in Brut und hören Ende Jan wider auf wenn sie den ganzen erreichbaren Pollen verbrütet haben um dann mit der Hasel wieder zu beginnen … Andere bleiben brutfrei bis in den Februar … die einen beginnen bei schlechtwetter und machen Pause bei gutem Wetter mit Polleneintrag . Jedes Volk ist ein Individuum und geht nach seiner eigenen inneren Uhr. Am besten lässt man sie machen. lg

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Ich habe da durchaus andere Beobachtungen machen können - sicher individuell, aber auch gruppenbezogen und insbesondere bei stärkeren Völkern. Die Erfahrung mit dem Bruteinschlag durch Dauerfrost ist meines Wissens erstmals und gut in dem Buch von Bretschko (1985) “Naturgemäße Bienenzucht” dokumentiert und hergeleitet.

Bei solchen Themen habe ich immer Hans Wille im Hinterkopf.

lg

Leider sind seine Beiträge zur Populationsdynamik im Bienenvolk kaum noch bekannt und auch nicht gut auffindbar - es ist aber sehr lohnenswert, sich damit zu befassen und dadurch die eigenen inneren Vorstellungsbilder in Bewegung zu bringen

Martin Dettli hat eine Zusammenfassung erstellt.

Leider finde ich den Bretschko mal wieder nicht. Liegt bestimmt irgendwo unter oder hinter irgend etwas. Ist auch schon etwas zerfledert.

Dann habe ich aus dem Nachlass eines Imkers Bienenzeitungen über Jahrzehnte erthalten. Diese durchzublättern dauert bestinmnmt einige Winter. Es taucht innmer wieder etwas von Wille auf. Auch von anderen Autoren. Interessant.

lg Alexander

Hallo @kley ,

wenn in dem Bereich der verbauten Waben kein Bienensitz ist, die Bienentraube schon dem Futter nachgezogen ist und die Waben leer sind dann kannst du diese bei der Frühjahrsdurchsicht entnehmen und die gesamten Waben nach vorne schieben.

Zum Entnehmen besorgst du dir ein langes Messer , machst es mit einem Brenner heiß und trennst den Wabenverbau damit auf ohne daß etwas passieren kann.

Gruß Jörg

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Hi Jörg und alle anderen,

Danke nochmal für die Ratschläge und auch die Bestätigung, dass meine Überlegung soweit in Ordnung war.

Viele Grüße, Lea

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Hallo zusammen,

gestern habe ich die Einraumbeute geöffnet mit dem Ziel, die hoffentlich leeren verbauten zwei Waben zu entnehmen.

Das Bidl das sich mir bot, war aber etwas anders als erwartet, weshalb sich neue Fragen auftun:

  • die hintersten beiden (noch kleinen) Waben waren löchrig, siehe Foto - also nicht wie angefressen, sondern löchrig gebaut. Ist das problematisch, bzw., heißt das was?
  • es scheinen jetzt mehr Waben quer verbaut zu sein und aneinenderzuhängen als vorher, zu entnehmen wären also nicht zur zwei Rähnmchen.
  • ich konnte fast keine Wabe ziehen wegen erwähntem Verbau, habe von oben aber überall Honig gesehen, bei vorsichtigem Anheben schein auch das Gewicht entsprechend zu sein.

Daraus würde ich jetzt schließen, dass meine Bienen wohl sehr gut über den Winter gekommen sind, aber mein bisheriger Plan dahin ist. Wie und wann könnte ich die verbauten Waben denn jetzt loswerden? Es kommt hinzu, dass mein Volk in eine neue Einraumbeute umziehen muss, da die jetzige eine Fehlkonstruktion ist, die sich verzieht und aufreißt. Dafür hatte ich jetzt bisher den Zeitraum der Obstblüte vorgesehen bzw. herausrecherchiert. Wobei, wenn ich hogivolle Waben von einer Kiste in eine direkt danebenstehende umhängen würde, ware das doch nicht so wichtig, oder?

Jedenfalls: wie und wann kann ich diesen Umzug vornehmen mit den ganzen verbauten Waben?

Danke vielmals und Grüße,

Lea

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Die Waben sehen recht verbeult aus. Vielleicht schaust du dir mal ein Filmchen an wie man das bei Naturbau verhindert bzw ausgleicht. lg

Hallo Lea,

das Problem mit nicht gerade ausgebauten Rähmchen kommt recht häufig vor, besonders wenn man nicht schon von Beginn an darauf achtet.

Wenn du das Volk schon demnächst in eine neue Einraumbeute übersiedeln willst, wird das ohne Beschädigung des Wabenbaus nicht möglich sein.

Zum Thema aneinander verbaute Naturbau-Rähmchen gab es hier im Forum schon Beiträge wie diesen:

Eine sehr gut gegliederte Anleitung was man tun kann hat Michael @EmmBee in diesem Beitrag hier beschrieben: Naturbau-Rähmchen an einander verbaut - #4 von EmmBee

Vielleicht hilft dir das weiter.

LG. Hartmuth

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