Ralph Büchler – Wege zu einer medikamentenfreien Imkerei

Leider hast du damit Recht.
Bevor die Bienen nicht eine entsprechende Varroa-Tollerans entwickelt haben bin ich doch etwas skeptisch ob eine medikamentenfreie Imkerei sich bewähren wird.
Wäre aber wünschenswert !!
Gruß Jörg

Wer schwafelt denn hier rum?
Die „Anderen“ wieder - ach so.

Ich sehe die Varroaproblematik zweischneidig.

  1. Behandeln zum Erhalt der Völker. Das ist aber auf Dauer gesehen höchstwahrscheinlich nicht machbar (Arterhaltung).
  2. Nicht behandeln = viele Völker sterben, vermutlich könnte sich das aber positiv auf die Arterhaltung auswirken.

Das Schlimmste ist für mich „der Kampf gegen die Milbe“.
Behandeln, behandeln, behandeln, bis die letzte Milbe tot ist und zur Sicherheit nochmal behandeln.

Rolf, der allen eine gute Weihnachtszeit wünscht!

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:rofl: :+1:

Ich glaube, das macht ja kaum einer und das mit dem Arterhalt sehe ich auch nicht so drastisch. Ich denke im Großen und Ganzen ist das auch nur ein ›Flatten the curve bis die Lage endemisch wird‹ – haben wir ja jetzt gelernt :wink:
Und ich glaube mit der wesensgemäßen Bienenhaltung ist man ziemlich dicht dran, dass sich vielleicht eher Völker vermehren und überleben, die langsam Resistenzen entwicklen, als Völker aus Zuchtköniginnen, wo ja doch der Ertrag Einfluss nimmt.

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Guten Tag Rolf, @Rolf

so sehe ich das auch.
Bei der Bienenkiste und im Stabilbau hat man kaum Alternativen als im Sommer mit A-Saüre und im Winter mit Ox-Säure zu behandeln. Damit habe ich mich abgefunden und es funktioniert ja auch.

Ganz anders sieht es in Kisten mit Mobilbau aus, was Dr. Ralph Büchler in seinem o.g. Vortrag beschreibt ist der Ersatz von Säurebahandlungen durch biotechnische Maßnahmen.
Bei allen Maßnahmen wie TBE, Bannwabenverfahren oder „Teilen und Behandeln“ führt der Weg zu den Milben über die brutfreien Bienen.
Mir würde es zunächst ausreichen die A-Säurebehandlung durch eines der genannten Verfahren zu ersetzen. Damit wäre ich einen Schritt weiter zum Ziel der „medikamentfreien Imkerei“

VG Jürgen

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So Leute, ich habs jetzt riskiert.
Hatte die Windeln die letzten 7 Tage drinnen. Ergebnis:
Volk 2 - 0,46 Milben/Tag
Volk 3 - 0,30 Milben/Tag
Volk 1 - noch 0 Milben (aber mehr Totenfall als die anderen Völker)
Volk 1 habe ich nun nicht behandelt und werde es gut beobachten. Die Bienenmasse ist aber noch gut.
Volk 2 und 3 hätten, laut Literatur bei Milbenfall unter 0,5, auch nicht behandelt werden müssen. Habe es aber trotzdem mit Milchsäure getan. Mal sehen, was da an Milben fällt, habe ja den Vergleich zu anderen Jahren.
Ich sehe es nicht so verbissen, wenn mir mal ein Volk sterben sollte, ich muss ja nicht davon leben. Die Natur ist halt grausam und weiß was sie tut.
Meine Devise ist, den Bienen ideale Rahmenbedingungen (wenig Völker, große Waben, Standbegattung, gutes Raumklima, guter Standort und, und ,und) zu schaffen, den Rest müssen sie alleine hinbekommen. Wir Menschen wollen immernoch viel zu viel mitmischen und sind in Wirklichkeit trotz aller Technik sehr dumm.
Das mag sehr brutal klingen, aber nur wir Hobbybienenhalter haben die große Chance.

Ich werde euch ehrlich berichten, wie es im Frühjahr oder später ausgegangen ist.
VG Frank

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Hallo Frank!

Wir müssen alle unseren eigenen Weg gehen, unsere eigenen Entscheidungen treffen.
Das sollte jeder jedem zugestehen, ich versuche das auch (meistens).

Du schreibst „die Natur ist grausam“ - das stimmt nicht.
Ich kenne nur ein Geschöpf der Natur welches grausam ist.

Du schreibst „Der Mensch ist sehr dumm“, dem kann ich oft zustimmen, gerade wenn es um Fragen der Natur geht. Andererseits versuchst Du die letzte Milbe zu bekämpfen - für mich ist das ein Widerspruch.

Milchsäure würde ich in dieser Jahreszeit nicht sprühen. Da bringt man nach meiner bescheidenen Meinung zu viel Feuchtigkeit in den Stock.
Wie geschrieben, es ist nur meine subjektive Meinung.
Ich wünsche Dir und Deinen Völkern alles Gute!

Rolf

Lieber Frank @Climmo,

gerne möchte ich auf Dein Angebot zurückkommen, weil mich Deine Erfahrungen interessieren:

Wie ist es denn mit Deinen Völkern weitergangen?

Vielen Dank und liebe Grüße,
Michael

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Hallo Michael @EmmBee,

bei mir läuft es dieses Jahr ziemlich unrund.

Das Volk (Volk 1), mit den wenigen Milben, hat keinerlei Probleme mit Milben oder Viren. Scheinbar war das Nichtbehandeln im Dezember richtig. Allerdings ist es immernoch zu früh im Jahr, um dies zu beurteilen. Die echte Milbenlast wird sich erst im August zeigen.

Dieses Jahr haben jedoch alle meine Völker stark mit Kalkbrut zu kämpfen. Kann mir das nicht erklären. Die Beuten waren trocken, habe die Bienen eng gehalten und sonst alles wie letztes Jahr gemacht. Vielleicht lag es am Wetter.

Ein Volk 3 habe ich aufgelöst, da es durch eine schlecht legende Königin, Kalkbrut und Wachsmotten zu klein geworden war.

Mal sehen, wie es mit den anderen Beiden weiter geht. Die Volksstärke ist noch sehr gut (sind nicht geschwärmt) und der Putztrieb ist auch relativ stark.

Ich überlasse es nun der Natur.

Viele Grüße

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Dankeschön für Deinen ausführlichen Bericht, Frank @Climmo! Es ist sehr wertvoll, dass Du Deine Erfahrungen teilst! :smile: