easyBeeBox

Gerade bei VOX gesendet.

Die Bee Box.

Ist das mehr als eine Einraumbeute, gepimpt mit Bienenflucht und Aussperrung der Königin vom Honigraum?

Seltsam, der Beitrag wurde als Spam gemeldet.
Für mich nicht nachvollziehbar, da ich das System bestimmt nicht befürworte.

Und das soll klappen? 7 Waben DN 1,5 im Brutraum, da wird doch der kleine gekaufte Ableger vom Vorjahr schnell ins schwärmen kommen.
Außerdem wird den Leuten vorgegaukelt, man könne ohne Vorwissen Imkern. Ich habe in den 1,5 Jahren, die ich mich auf meine Bienen vorbereite viele Bücher gelesen, Videos angeschaut und, glaube ich, schon mehrere Tage in Imkerforen gelesen. Und doch bin ich froh, dass ich jemanden kenne, der mir beim Start mal über die Schultern schaut, denn je mehr ich weiß, um so mehr fällt mir auf, wie wenig ich noch weiß.
Aber jetzt gibt es ja die eierlegende Wollmilchsau, da hätte ich mir das studieren von Fachliteratur auch sparen können…
VG, Markus

Mal ein paar gesammelte Infos zur „EasyBeeBox“:

„easyBeeBox“: Imkern für alle

Imkern ist schon längst nicht mehr nur was für Profis. Mit gerade mal Anfang zwanzig haben Jan-Angelus Meyer & Nick Peters die "easyBeeBox“ entwickelt. Ihre Idee: Jeder soll imkern können und damit etwas für den Naturschutz tun. Die 2-in-1 Box und ihr Schiebersystem soll den direkten Kontakt zu den Bienen verhindern, sodass jeder seinen eigenen Honig ernten kann. Die Box besteht aus einem Brutraum, in dem die Bienen ihr Brutnest und ihre Honigreserven unterbringen, einem Behandlungsraum, in dem alle Arbeiten durchgeführt werden sowie dem Schiebersystem, mit dem die Bienenhaltung einfach und sicher wird. „Als Anwender komme ich zwar an den Honig, aber nicht mit den Bienen in Kontakt“, erklärt der 21-jährige Bremer. Anleitungen und zahlreiche Videos helfen den Nutzer*innen bei dem Einstieg in die Bienenhaltung, denn zur Bienenhaltung gehört immer auch die Verantwortung, die Tiere gesund und artgerecht zu halten. Dies zu vermitteln, ist den beiden Imkern ein besonders Anliegen. Produziert wird der Bienenkasten fair und nachhaltig in den Werkstätten der Lebenshilfe Niedersachsen. Unterstützung für ihr junges Unternehmen benötigen Jan und Nick vor allem bei den Logistikstrukturen. Für 150.000 EUR bieten sie 15 Prozent ihrer Firmenanteile. Welcher Löwe wird zur Naschkatze?

Hier noch der Link zur Beschreibung der Sendung:

Die Höhle der Löwen 2021: Am 5. April pitchen „easyBeeBox“, „Pocketsy“, „FLÜWA“, „Kulero“ und „munevo Drive“


Zwei in Eins

Unsere Betriebsweise bietet zwei wesentliche Vorteile.

Die einfache Handhabung der easyBeeBox ist die Möglichkeit für jeden ohne Vorerfahrung, Schutzausrüstung und mit nur wenig Zeit Bienen zu halten. So wird die Bienenhaltung für Familien und Berufstätige möglich, ohne Imkerei als volles Hobby auszuüben.

Oha - „die Möglichkeit für jeden ohne Vorerfahrung, Schutzausrüstung und mit nur wenig Zeit Bienen zu halten.“ :grimacing:

Wie es scheint, haben sich die Erfinder der easyBeeBox durchaus einige Gedanken gemacht, und die bisherige Doku ist gar nicht mal schlecht gemacht. Da müsste mal jemand mit mehr Imkererfahrung draufschauen, um diesen Ansatz einordnen zu können.

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Ich hab diese Kiste vor einiger Zeit beim Selbstversorger Rigotti gesehen. Ich finde das Konzept sehr interessant, aber sicher nicht geeignet für einen Laien.

Falls ihr das Teil mal etwas genauer sehen wollt:
https://youtu.be/_yOopYzsvgs

Erwartungsgemäß geht dazu im Nachbarforum die Post ab. Ebenso erwartungsgemäß ist die Diskussion (derzeit auf Seite 4) längst in die übliche Grundsatzdiskussion abgedriftet… :rofl:

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Man kann ja Bienen in beliebigen Behältern halten. Die Innovation ist ja nicht eine bestimmte Kiste, sondern eine auf das Behältnis abgestimmte Betriebsweise. Ohne da lange ins Detail gehen zu wollen, erscheint es mir so, dass ein paar Jungs ohne viel Erfahrung als Imker sich ein paar Youtube-Videos reingezogen haben und jetzt der Meinung sind, eine „geniale“ Geschäftsidee gefunden zu haben …

Problematisch finde ich nicht die Kiste sondern die Zielgruppe. Für Anfänger ist das ganz sicher nicht geeignet und in der Praxis wird das mit den Schiebern nicht funktionieren. Das wird im Laufe der Zeit alles verkittet und lässt sich dann entweder nicht mehr raus oder reinschieben. Und natürlich lässt sich Bienenquetschen nicht verhindern.
Die Beute liefert auf kein Problem, das man beim Bienenhalten haben kann, eine neue oder originelle Lösung, sondern nur ein paar zusätzliche Probleme.
Wenn man gerne mit Bienenflucht und Absperrgitter imkern will, kann man das wunderbar in Magazinen mit großem Brutraum machen, z.B. DNM 1,5. Warum man das jetzt statt übereinander hintereinander packen soll, und was dadurch dann einfacher werden soll, leuchtet mir nicht ein.

Naturwabenbau: kein Schwarmanagement/-datierung möglich. Wenn man seine Schwärme nicht verlieren will, wird Schwarmverhinderung, z.B. durch Ablegerbildung im Mobilbau empfohlen. Es gibt überhaupt keinen roten Faden. Besonders wesensgemäß ist das alles nicht. Es ist eher eine wilde Mischung aller möglichen Betriebsweisen. O-Ton: „genau! Es war uns wichtig, dass jeder seine eigene Betriebsweise entwickeln kann“ - na viel Erfolg dabei :wink:

Ich habe sehr früh in meiner Imkerlaufbahn gelernt, dass es nie gut wird, wenn man konzeptlos verschiedene Maßnahmen aus verschiedenen Betriebsweisen mischt. In einer gute Betriebsweise sind alle Maßnahmen und die Beute gut aufeinander abgestimmt. Deshalb funktioniert die Bienenkisten-Standardbetriebsweise ja auch. Selbst für Anfänger.

Noch ein paar Stilblüten der Ahnungslosigkeit aus dem oben verlinkten Video:

  • „genau: Bienen bauen grundsätzlich längs zum Flugloch“
  • „genau: während der Honigernte kommt das Absperrgitter rein“ (Er meint, während der gesamten Bienensaison bis zur Ernte. Damit ist das ganze auch keine wesensgemäße Betriebsweise.)
  • „genau: das Bien, so heißt es ja auch“
  • „Eine zusätzliche Behandlung gegen die Varroa-Milbe mit Oxalsäure ist in der easyBeeBox eigentlich nicht vorgesehen, da die Nebenwirkungen und die Gefahr für Bienen und Anwender groß sind.“

Achja: kontaktfreies Imkern ist eine Illusion und auch nicht wünschenswert. Wer Angst vor Kontakt zu Bienen hat, sollte keine Bienen halten.

Sie werben ja dafür, dass man sich als Imkerpate dort registrieren soll. Mir ist aber nicht ganz klar, ob das vergütet werden soll, oder ob man ehrenamtlich mithelfen soll, dass die Jungs mit ihrer Geschäftsidee Geld scheffeln können. Bei „Höhle des Löwen“ werden ja nur Sachen finanziert, mit denen man (hoffentlich viel) Geld verdienen kann.

Lustig ist das Ende des Videos: die EasyBeeBox hat einen Heidschwarm produziert. O-Ton des Anfängers: „Es ist ihnen einfach zu klein. Das ist das Problem der Easy-BeeBox. Ich komme hier nicht ran.“

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Vielen Dank, Erhard, für Deine Einschätzung, die ich sehr hilfreich finde!

Genau diese Frage geisterte mir schon den ganzen Nachmittag dazu im Kopf herum: Ist das Ganze wesensgemäß? Du hast das sehr gut nachvollziehbar dargelegt, warum es das eben nicht ist.

Bei mir erzeugt diese Geschäftsidee (mit dem Ziel der Profitmaximierung) auch die Amutung einer ziemlich seelenlosen Maschine: Vorne stecke ich in den Kasten einfach Bienen rein und hinten fuhrwerke ich hier und da mal im Wartungsraum herum (für die Behandlungen und die Honigentnahme), um ja nicht mit den Bienen in Kontakt kommen zu müssen. Und ich fühle mich auch noch gut dabei, weil das Ganze ja - nach eigenen Angaben - „ökologisch“, „nachhaltig“ und „gut für die Bienen“ ist.

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Was will man von den Kindern und Jugendlichen erwarten, wenn sie in dieser Zivilisation aufwachsen - erzogen werden. Sie versuchen das nachzumachen was sie jeden Tag gezeigt/gesagt bekommen. Den Jungs sollte man keinen Vorwurf machen.

Rolf

Vielleicht hat die beebox auch was Gutes. Ich denke, die meisten der Käufer werden scheitern mit diesem System, aber für viele wird sie der Einstieg in die wesensgemäße Bienenhaltung. Mellifera und dieses Forum werden Zuwachs bekommen, Bienenkiste und ERB werden neue Freunde und Befürworter finden.
Und wenn der Sachkundenachweis Pflicht wird, muss sich auch der easybeebox-interessierte mit der Materie befassen.
Fazit: Im Großen und Ganzen alles gut! :slightly_smiling_face:

Hmm, klingt wie mein Bezugsimker, der bei meinem ersten Schwarm die ganze Zeit in seinen Bart genuschelt hat, dass sie den nächsten Sommer nicht überleben …
Und ob deine Prognose berechtigt ist, wage ich zu bezweifeln. Ich denke, wer die haben will, will laut dem Versprechen einfach imkern … von wesensgemäß steht da ja nix. Also hören sie nach dem Scheitern komplett auf (wahrscheinlich die Mehrheit) oder gucken sich nach anderen Systemen um und kommen dann an den Scheideweg: Nochmal was Alternatives wagen, oder lieber gleich „richtig“ imkern. Wird man sehen …

Hier war jemand so ehrlich und hat seinen Misserfolg mit der easyBeeBox 2020 in einem Zeitraffervideo dokumentiert:

https://www.youtube.com/watch?v=tTslw0je9sw

Hallo Freunde der Biene,
leider ist mein Volk in der Easybeebox plötzlich gestorben.
Ein anderer Inhalt wäre mir lieber gewesen,
aber ich wollte mich nach der Videoserie nicht vor diesem „Negativ“-Thema drücken.
Es ist nun ein sachlicher Zeitraffer über 20 Wochen entstanden.

@Cupido
Ich denke, in erster Linie spricht die EBB Menschen an, die in den Medien mitbekommen haben, dass es nicht so gut um die Bienen bestellt ist. Mit der Anschaffung der Box will man was gutes für die Umwelt tun, und laut Werbung ist das mit diesem System ja ganz einfach.
Und wer dann mit der Betriebsweise nicht zurecht kommt, hört entweder ganz auf, oder wird sich neu orientieren. Und da der Umweltschutz die Intention war die EBB zu kaufen, und nicht der Honigertrag, denke ich, dass sich die meisten Umsteiger für eine wesensgemäße Bienenhaltung entscheiden.

Natürlich kann ich mit dieser Einschätzung auch komplett daneben liegen, aber das wird sich wohl erst nächstes Jahr zeigen.

@EmmBee
Das ist ein trauriges Video. Wäre schön gewesen, wenn die Bienen es bis zum nächsten Jahr geschafft hätten und man hätte sehen können, wann der erste Schwarm ab geht. Die Box war ja im September schon sehr stark ausgebaut.

VG, Markus

Ich bin blutiger Anfänger was die Haltung von Bienen betrifft.
Wie wurde mein Interesse an Bienen geweckt?
Nun, ich hatte das Glück ein total verwildertes Grundstück in Südhanglage am Bodensee zu erwerben.
In den 50er Jahren ein Weinberg und eine Streuobstwiese.
2019 eine Koniferenplantage mit Tomatenhaus und Co.
Das bringe ich ich langsam, aber stetig auf den alten Stand zurück.
Dazu zählt für mich, das Ganze einheitlich ökologisch zu bewirtschaften.
Bei der Neuanpflanzung der Streuobstwiese ging es los. Bepflanzung, Befruchter, Selbstbefruchter usw.
Sehr verwirrend, für einen Neuling.
Umso mehr wurde mir die Bedeutung der Bienen bewusst.
Also fing ich an mich einzulesen.
Und ja, ich gebe zu, ich hatte sogar Interesse an diesen Beuten, bei denen man den Honig einfach abzapfen kann (theoretisch).
Nun habe ich ich einen guten Jagdfreund und Imker. Er ist kein großer Fan der Bienenkiste, aber er unterstützt mich und ist interessiert.

Was ich sagen möchte.
Wäre ich alleine, ohne Hilfe, würde mir das Tank-System und auch diese ebb zusagen.

Gott sei Dank, habe ich Unterstützung.

Schade, dass suggeriert wird, das Ganze wäre ein Honigautomat mit Nichtstechgarantie.

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Daran kann ich nichts gutes sehen. Jeder scheiternder Käufer wird einen Schwarm umgebracht haben, mit Bedauern sicherlich. Und nicht wenige werden jede Lust verloren haben.

Einfach Imkern ist kein Kriterium, denn das gibt es nicht.

Ich verstehe was du meinst Markus.

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@Frankthebee Da hast du natürlich Recht, unter diesem Gesichtspunkt hab ich das noch gar nicht betrachtet.
VG

Ich befürchte, nicht nur der einlogierte Schwarm wird möglicherweise umgebracht, sondern auch die später unkontrolliert abgegangenen Schwärme, um die sich der Käufer "ohne Vorerfahrung, Schutzausrüstung und mit nur wenig Zeit Bienen zu halten“ wohl auch nicht kümmern wird. :frowning_face:

Es geht für meine Begriffe auch und vor allem um Verantwortung. Kürzlich las ich noch dazu folgendes Statement (das Buch kennst Du ja, Markus @MarkusF :wink: ):

Verantwortung

Das Thema Verantwortung ist so subtil, dass es schwer ist, die richtigen Worte zu finden, um es anzusprechen. Wahrscheinlich gehört dieses Thema in den Bereich der Gefühle, die man erst einmal begreifen und, wenn man sie verstanden hat, richtig in Worte fassen muss.

Der Gedanke, den ich vermitteln möchte, ist, dass man nicht mit der Bienenhaltung beginnen sollte, wenn man nicht bereit ist, Verantwortung für ihr Leben zu übernehmen. […]

Wie viele Menschen haben sich schon an der Imkerei versucht! Und wie viele von ihnen wurden durch den Anblick von leeren, toten Bienenstöcken, deren Böden mit Kadavern übersät sind, für ihr Leben gezeichnet.

Natürlich ist es immer sehr traurig, wenn Bienen sterben, aber es ist noch viel trauriger, wenn man an ihrem Tod schuld ist.

Schließlich entsteht zwischen jedem Lebewesen und dem Menschen, der es pflegt, eine subtile Verbindung - eine Verbindung, die wir alle spüren, von der wir aber fast nichts wissen.

(Quelle: Fedor Lazutin: Keeping Bees with a Smile, Auszug übersetzt mit www.DeepL.com/Translator)

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Ein aktueller Kommentar der „bienen & natur“ vom 6.4.2021:

Zur easyBeeBox: Imkern ist nicht „easy“!

  1. Imkern ist eben nicht „easy”
  2. Naturschutz: Die Honigbienen sind nicht vom Aussterben bedroht, Wildbienen schon
  3. Seuchenschutz: Bienen müssen bedarfsgerecht behandelt werden
  4. Honigernte: Schwieriger als dargestellt
  5. Bauliche Konstruktion: Unpraktisch für den Einstieg
  6. Zeit: Bienen brauchen viel Zuwendung
  7. Vorhandene Systeme: Seit Jahrzehnten bewährt

Imkerei ist nicht „easy“. Imkern bedeutet Verantwortung, braucht Zeit und eine Menge Herzblut.

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Hallo Michael, mein Englisch ist ja nicht ganz schlecht, aber ein ganzes Buch in Englisch zu lesen, macht es schwieriger, als ich es haben will. Gibt es dieses Buch

auch in deutscher Sprache? MfG
mani

Nein, leider nicht, Mani @mani1955. Ich finde das sehr schade, denn ich halte das Buch für einen Schatz, der absolut lesenswert ist und deshalb auch einem breiteren Publikum zugänglich gemacht werden sollte. Zudem bin ich der Meinung, dass das Buch von seinem grundsätzlichen Tenor auch sehr gut zur wesensgemäßen Bienenhaltung passt.