BOBBIE - Citizen Science Projekt zur befallsorientierten Behandlung von Bienenvölkern

Lieber Alexander,

vielen Dank, dass du hier so ausführlich berichtest. Ich habe bei einem weiteren Volk ähnliches beobachtet, welches wegen dem verspäteten Behandeln nicht bei BOBBIE mitmacht, aber sonst genau so behandelt wird:

Ich wusste bereits um den hohen Befall (im Mai Schwarmprozess abgebrochen, Ende Mai Varroa auf Drohnen, 22.6. 29 M/Tag auf dem Schieber), aber noch Honigraum drauf (Dadant).
Habe erst Ende Juli (dann schon >100 M / Tag) Schwammtuch mit 60ml AS eingelegt. Daraufhin sind ~2000 Milben gefallen, und Mitte August hatte ich noch 4 Milben / Tag. Am 4.9. sind es wieder 6 gewesen, also habe ich jetzt nochmal behandelt (nur, weil BOBBIE die Grenze bei 5 Milben zieht, sonst hätte ich es vmtl. nochmal laufen lassen). Ich bin auch gespannt, was jetzt fällt.

Wir haben aber auch von Dr. Neumann den Hinweis erhalten, dass eine richtig angewendete Kurzzeit-Behandlung mit Schwammtuch den anderen Verfahren (z. B. Nassenheider) bzgl. Wirksamkeit sogar überlegen ist, weil direkt eine hohe Dosis ins Bienenvolk kommt. Dieses Ergebnis stammt aus einem Feldversuch, an dem Dr. Neumann mit 20 Völkern teilgenommen hatte.

Will sagen: Eine Langzeitbehandlung ist also tatsächlich nicht die rettende Alternative, bei außergewöhnlich hohem Milbenfall und bereits sichtbaren Brutschäden (hier empfahl Dr. Neumann die totale Brutentnahme und anschließende Behandlung mit OS, aber das führt uns jetzt zu weit vom Weg ab).

Hey, und es ist echt großartig, gemeinsam mit euch zu lernen!

Alles Liebe

Katrin

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Da sieht man doch: wer zählt kann was erzählen!! und stochert nicht im dunklen.

Weist Du warum Dr. Neumann die Schwelle auf 5 gelegt hat?
Die Kirchhainer haben eine dynamische. Und die wäre jetzt im September bei 3 und im Oktober bei 2.

Mit dem Schwammtuch und der Wirksamkeit von 60 % iger AS bin ich gespannt auf die kommenden kühlen und feuchteren Tage im Sept/Oktober…Danach weis ich es.

Mal eine Frage von einem nichtteilnehmenden „Warreaner“:
Hat denn Dr. Neumann eine rettende Alternative, eine rettende „allumfassende Anwendung“?

Alles Gute vom Rolf

Guten Tag @Steinhummel

Ich vermute die 5 Milben entspringen der Zulassung für „As 60 Bernbrug“.
Dort heißt es:
„Eine Überprüfung des Befallgrades auch nach der Behandlung wird empfohlen. Bei einem Milbenfall ab 5 Milben/Tag sollte die Behandlung mit einem Abstand von mindestens 4 Wochen wiederholt werden.“

Hallo,
Der Versuch von Dr. Neumann lief von 2016 bis 2020. Dama.s gab es noch keine AS Bernburg 60% (erst seit ein paar Wochen) sondern AS ad us vet.

lg
Alexander

Bobbie – erste Erfahrungen aus der gemeinsamen Forschung

Im Citizen-Science-Projekt Bobbie zur befallsorientierten Behandlung haben die Teilnehmenden bei ihren Bienenvölkern engmaschig den Befall diagnostiziert und konsequent behandelt. Hier lest ihr, was wir gemeinsam erlebt haben.

Bobbie - es geht weiter, und ihr könnt mitmachen!

Am Montag, 26.5. laden wir zum Bobbie-Infoabend. Wir berichten über das erste Versuchsjahr, kleine Anpassungen im Projekt, erläutern die Methode, und dann könnt ihr mit euren Bienen wieder einsteigen.

Toppen wir die Beteiligung vom Vorjahr?

Zugang hier:

Meeting-ID: 879 8882 8073 / Kenncode: 947173

Die Anmeldung neuer Bienenvölker schalten wir anschließend auf der Bobbie-Projektwebsite frei.

Ihr Lieben,

seit gestern könnt ihr bis zum 22.6. wieder Bienenvölker zu Bobbie anmelden: www.mellifera.de/bobbie.

Zur ersten Runde Milben zählen rufen wir die Teilnehmenden dann rund um das letzte Juni-Wochenende auf, um dann Anfang Juli - falls notwendig - die erste Behandlung durchzuführen.

Übrigens: Von den im Dezember eingewinterten Bobbie-Bienenvölkern sind 90% aus dem Winter gekommen, während Dr. Christoph Otten die Winterverluste auf ganz Deutschland bezogen mit 15% beziffert.

Viele Grüße euch und bis bald im Projekt?

Katrin

Moin, ich war nicht bei der Videokonferenz dabei… schön, dass ich trotzdem mitmachen darf. :slight_smile:

ist irgendwo beschrieben, WIE zu zählen ist?
also pro Quadratzentimeter, -Dezimeter oder auf dem ganzen Einschub?

Grüße Thomas

Alles was an Varroa auf dem Bodenschieber herumliegt über drei Tage zählen und dann durch drei teilen = täglicher Milbenfall. lg
Wenn du da mictmachst hast du von Katrin ein schreiben bekommen mit links wo alles drin steht.
lg
Alexander

Ich schreibe hier aufgrund der Email, die ich gestern bekommen habe.

Die Homepage habe ich sorgfältig gelesen und soll weitere Fragen hier stellen.

Es kann schon sein, dass ich was überlesen habe und freue mich über Tipps, wo ich die Antwort finde, dann lese ich dort weiter.

Was wäre denn eine Frage?

Ich nehme quasi-wissenschaftlichen Anspruch an und da ist in meiner Denke die Zählweise relevant.
Ich will’s nur richtig machen… ich weiß es nicht besser.

Sollte es tatsächlich missverständlich sein, wiederhole ich die Frage:

Die Anzahl der Milben auf die Anzahl der Brutwaben zu normieren, könnt ich mir auch noch vorstellen.

Diese Annahme zur Durchführung finde ich nicht in der Beschreibung. (Vielleicht hab ich es überlesen.)

In den [FAQs](BOBBIE - Wesensgemäße Bienenhaltung https://share.google/n59kSwrAoW0HNbvMS) im Block „Milben zählen - Wie wird gezählt“ steht:


Der Schieber / die Schale verbleibt nun für drei volle Tage (bzw. 72 Std.) unter dem Volk. Anschließend wird sofort der tägliche Milbenfall ermittelt (Gesamtzahl der Milben geteilt durch Tage).
Es geht darum, den natürlichen Milbenfall zu ermitteln, also die Muttermilben, die nach zwei bis drei Vermehrungszyklen natürlicherweise sterben, werden nur die dunklen Milben (Muttermilben) gezählt. Bei den helleren Milben handelt es sich um noch nicht ganz ausgereifte Tochtermilben, die normalerweise so jung nicht auf natürliche Weise sterben, sondern eher fallen, wenn Bienen befallene Brut ausräumen. (Viele helle Milben auf dem Schieber können auf stark parasitierte Brut hinweisen.)

Beispiel:
Einschub Schieber am 1.7. mittags → Milbenzählung am 4.7. möglichst mittags
12 Milben in 3 Tagen → tägl. Milbenfall = 4 → diesmal keine Behandlung
21 Milben in 3 Tagen → tägl. Milbenfall = 7 → Behandlung

Ich glaube, in deiner Frage geht es auch darum, wie/ob man die Anzahl der Milben ins Verhältnis zur Volksstärke bringt? Das habe ich mich auch gefragt, insbesondere auch für die Behandlung. Ich habe seit 5 Wochen einen Schwarm in der ERB, der an Rahmchen 6 und 7 baut. Würde ich da die gleiche Menge Ameisensäure nehmen, wie jemand der ein Volk in der voll ausgebauten ERB hat? Ein kleines Volk hat möglicherweise Schwierigkeiten, die AS aus der Beute zu fächeln, was einem großen Volk leichter fällt?!

In den FAQs habe ich dazu nichts gelesen. Ich vermute, es wird erstmal nicht differenziert, um das Vorgehen als Citizen Science Projekt möglichst einfach zu halten.

Vielleicht hat jemand aus dem Vorjahresprojekt dazu Erfahrungen?

LG Jette

Moin Jette.

danke für den Hinweis. Das habe ich gelesen.

In der Beschreibung wird einerseits sehr(!) präzise formuliert („am 4.7. möglichst mittags“), um dann die Art der Zählung völlig offen zu lassen. Ist das nur für mich komisch?

Nur weil es „üblich“ ist, den ganzen Schieber zu zählen (wie ich es aus Alexanders Antwort interpretiere), muss das nicht richtig bzw. so vorgesehen sein. Und wenn das so gewünscht wäre, warum steht’s dann da nicht? (Die Frage geht nicht wirklich an dich. :wink:)

Grüße Thomas

Hallo, es wird grundsätzlich immer der ganze Diagnoseschieber mit den Milben in allen Stadien - also helle und dunkle - ausgezählt. Anders kenne ich es seit 1982 nicht, da bekamen meine Bienen die Varroa.

Sinnvoll ist auch ein Gitterboden über die gesamte Bodenfläche. Und das ohne Mittelsteeg, Bausperren und sonsiges was das Zählergebnis beeinträchtigen könnte. Milben fallen unregelmäßig und auch am Rand legen sie gerne.
lg Alexander

Lieber Thomas, liebe alle,

ja, es wird der komplette Schieber gezählt und der Entscheidung für eine Behandlung zugrunde gelegt.

Ich bin komplett bei euch, wenn es darum geht, die Behandlung möglichst genau auf die Bienenvölker abzustimmen.
Neben ihrer Größe gibt ja viele weitere Umstände, die sich auf den Milbenfall auswirken können (z. B. Grooming-Verhalten der Bienen oder Brutfreiheit …).

Wir haben darüber bei der Konzipierung des Vorgehens viel diskutiert und entschieden, zunächst die Erfahrungswerte von Dr. Neumann zu verwenden.

Warum ab 5 Milben behandeln?

Bei Dr. Neumannn hat eine Behandlung bis 4 Milben keinen signifikanten Milbenfall gezeigt, während ab 5 Milben viele runterkamen. Er hat Jungvölker aus Ablegern und Wirtschaftsvölker im Versuch und behandelt sie ebenfalls gleich.

JEDE Empfehlung für eine Befallsgrenze beruht lediglich auf Erfahrungswerten, und beschreiben ein Risiko für den Verlust eines Bienenvolks. Je besser wir unsere Bienenvölker einschätzen lernen, desto freier können wir entscheiden, welche Zahlen (oder vielleicht auch andere Beobachtungen) wir bei unseren Bienenvölkern zugrunde legen wollen.

Um eine Entscheidung stärker auf die Volksindividualität abzustimmen, braucht es aber ein sehr viel genaueres Hinschauen (z. B. besetzte Waben in den untersch. Behausungen, Brutumfang, Bienenbesatz…) und dafür viel Zeit.

Bis uns Erfahrung und Gespür eine immer bessere Einschätzung des Zustands der Bienen ermöglicht, müssen wir in einem Projekt mit so unterschiedlichen Bienen, Menschen und Standorten an gewissen Stellen vereinheitlichen.

Vielleicht bildet sich ja hier eine Arbeitsgruppe, die Kriterien zur Beurteilung der Volksgröße für die unterschiedlichen Behausungen erstellen möchte?

Das fände ich richtig klasse und würde ich gerne unterstützen.

Alles Liebe euch

Katrin

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Stimmt, Erst die Grundrechenarten und dann der Pythagoras.
lg Alexander

Bei Bobbie wird die Säuremenge auf das Volumen abgestimmt, welches den Bienen zur Verfügung steht (sh. Bobbie-FAQ), wobei es bei Trogbeuten einen Spielraum gibt, bei dem bereits eine gewisse persönliche Einschätzung des Brutumfangs erforderlich ist.

Dosierung der Ameisensäure

Generell gilt: Die maximale Dosis von 60 ml sollte nicht überschritten werden.

Beute Säuremenge
Einraumbeute 50 – 60 ml*)
Bienenbox 45 – 55 ml*)
Dadant (12er) 55 ml
Dadant (10er) 50 ml
Warré (2 Zargen) 40 ml
Warré (3 Zargen) 50 ml
Zadant / 1,5-Zander 50 ml
*) nach Größe des Brutnestes

Grobe Abschätzung der Säuremengen für die Schwammtuchbehandlung auf Basis des Beutenvolumens

Vielleicht kann man es so ausdrücken.
Zumindest soll Bobbie auch Anfängern eine Unterstützung sein und beim frei schwimmen bzw. fliegen mit den Bienen helfen.

Zu überlegen, wie wir die Befallsgrenzen anheben können, ist dann der nächste Schritt.

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