Volk verstorben - Warum?

Hallo zusammen,
ich hatte gestern den Schock des Jahres erleben müssen: Ich wollte nach knapp 1,5Wochen nochmal bei meine beiden Völker schauen und musste mit Erschrecken feststellen das eines offensichtlich verstorben ist obwohl es bis dato sehr gut aussah, so auch bei der letzten Besichtigung vor kurzem.

Ich habe das Volk als Naturschwarm Mitte Mai diesen Jahres bekommen, es hat sich sehr gut entwickelt und es gab den ganzen Sommer über keine Probleme.

Ende Juli habe ich die AS-Behandlung durchgeführt (beide Völker gleichzeitig) und diese ist normal durchgelaufen ohne vermehrten Totbefall etc. Auch die anschließende Auffütterung mit Zuckerwasser nach Buch verlief problemlos und die Bienen haben das Futter gut aufgenommen. Am 3.September habe ich die Gewichtskontrolle vorgenommen, da hatte die ca. 1/2 ausgebaute Kiste einen Vorrat von 9kg Futter. Ich habe dann noch 3kg Zucker zugefüttert und das hat ebenfalls gut funktioniert.

Auffällig ist der viele Kot neben dem Einflugloch siehe Bilder.

Ich war gestern zu geschockt um die Kiste noch zu öffnen, war auch schon zu dunkel. Das werde ich heute oder morgen noch machen.

Die Bilder der geöffneten Kiste sind Anfang September entstanden, nach dem ersten Auffüttern und der Gewichtskontrolle, die übrigen sind von gestern Abend.

Bin echt geschockt und weiß nicht wo der Fehler/das Problem war und mache mir Gedanken wie ich das hätte verhindern können. Vor 1,5 Wochen war noch alles ok, Bienen sehr sanftmütig kaum Kot zu sehen und nur ein paar Bienen Totbefall




Das andere Volk steht direkt nebendran, dieses hat die Kiste ca. 3/4 ausgebaut hier habe ich Vorräte von 14kg, dieses sieht gut aus. Nur am Flugloch befindet sich eine seltsam aussehende Masse, die ich nicht deuten kann. Was ist das?


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Deine Völker sind ausgeraubt worden. Die vielen Wachskrümel in und vor der Kiste weisen darauf hin.
Die merkwürdige Masse am Flugloch ist aus den aufgerissenen Zellen ausgelaufener Honig.
Räuberei geht i.d.R. bis zum Tod des Volkes, wenn man nichts dagegen unternimmt. Du hast Glück gehabt, dass das 2. Volk überlebt hat!
Tut mir sehr leid für dich und deine Bienen!

Grüße,
Jutta

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Ich bin zwar auch noch etwas unerfahren, aber für mich sieht das am Boden weniger nach Kot aus, eher nach aufgerissenen Wachsdeckeln. Ich vermute, da waren Räuber am Werk. So schade, tut mir sehr leid

Ach herrje, ich frage mich jetzt nur: Was hätte ich den anders machen können?
Ich dachte immer das die „gefährlichste“ Räuberei-Zeit die Zeit des Fütterns ist und das wäre jetzt schon über drei Wochen her…

Was soll ich jetzt mit dem verbliebenden Volk machen? Ich kann jetzt die „ausgelaufene/geräuberte“ fehlende Menge Honig nicht abschätzen? Soll ich jetzt noch flüssig füttern? (lt. Buch wäre ich ja zu spät; Temperaturen sind bei uns tagsüber so bei 7-12 Grad) Futterteig reinstellen? Oder im Frühjahr beobachten/wiegen und ggf. Notfütterung…

Oh man es tut mir so leid für das Volk, sah alles s gut aus…

Ich vermute, dass die Räuberei eine „Vorgescgichte“ hat, das Volk war den Bildern nach zu urteilen, meiner Meinung nach, schon Anfang September sehr klein. Was sind übrigens diese schwarzen Brocken in der Kiste? Schwer zu erkennen auf den Bildern, sieht aus wie schwarze Schaumstoffstücke oder Holzkohlen?
Vermutlich ist das Volk seitdem immer weiter geschrumpft und war dann schließlich eine attraktive Beute für die Räuber.
Das verbliebene Volk würde ich nochmal wiegen, um Klarheit über den Vorrat zu bekommen.
Viele Grüße
Norbert

Hallo,
für mich ein klarer Fall von Weisellosigkeit mit anschließender Plünderei.
Von dem ehemals großen Brutbereich auf den ersten beiden Bildern ist nur ein kleiner Drohnenbrut-Bereich übriggeblieben.
Die Arbeiterinnen haben somit immer mehr abgenommen und zum Schluss wurde das kleine und wehrlose Volk ausgeräubert.

Was sind die schwarzen Steine auf dem ersten Bild?

Gruss Andreas

Die schwarzen „Klumpen“ sind Schwimmsteine… Ich hatte vor dem Kiste kippen vergessen den leeren Futterbehälter mit diesen Steinen aus dem Honigraum zu entnehmen da sind die rausgepurzelt…

Werde jetzt das verbliebene Volk nochmal wiegen, was mache ich wenn ich dort zwei-drei kg weniger habe als die urspünglichen 14kg? Flüssig füttern oder erst im Frühjahr vermehrt im Blick haben und dann eine Notfütterung? Oder jetzt einen Futterteig reinlegen?

Lieber Tobias,

Das tut mir unheimlich Leid für Dich!

Ich bin selber Anfänger mit 2 Völkern und mag mir gar nicht vorstellen, wie ich mich in Deiner Situation fühlen würde… Nachdem ich Deinen traurigen Bericht gelesen hatte, bin ich spontan aufgesprungen und musste erst einmal bei meinen beiden Völkern nach dem Rechten sehen. Vor ca. 4 Wochen hatte ich selber eine Räuberei-Problematik bei einem Volk und zum Glück ist es gut ausgegangen.

Ich finde es übrigens sehr mutig von Dir, damit an die Öffentlichkeit zu gehen, und ganz toll von den erfahrenen Forumsmitgliedern, die Deine Situation kompetent einzuschätzen wissen! :+1:t2:

Kopf hoch - im nächsten Jahr kannst Du hoffentlich einen Neustart wagen!

Viele Grüße,
Michael

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Ich denke es werden schon weniger als 14 kg sein, da das Volk natürlicherweise jetzt zum Winter hin schrumpft und daher die Biebenmasse kleiner wird, das ist ja auch normal. Wenn wirklich nur 1 kg oder 2 kg fehlen würde ich noch keine Panik bekommen.
Bei den momentanen Temperaturen zu Füttern halte ich allerdings für nicht möglich, ich glaube die Bienen werden nichts aufnehme.
Laut Wetterbericht soll es aber wieder etwas wärmer werden (weiß natürlich nicht wie es bei dir aussieht). Wenn es nochmal so eine Warmphase gibt und dem Volk wirklich noch Futter fehlt, würde ich versuchen zu füttern, allerdings halte ich dafür Flüssigfutter 3:2 für besser, die Bienen haben damit weniger Arbeit.

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Auch mich schockt der Bericht und die Bilder! Tobias, lass den Kopf nicht hängen und konzentriere dich auf dein überlebendes Volk, richte die leere Bienenkiste für das nächste Jahr her und schau dich dann nach einem neuen Schwarm um. Beruhigend für dich vielleicht, es war nicht deine Schuld! Wahrscheinlich hätte dieses Volk auch in der „freien Natur“ nicht überlebt. So - und jetzt muss ich sofort nach meinen Bienen schauen!

PS: Ich hab ja auch das runde Flugloch und habe mir eine Metallscheibe aus einem Stück Dosenblech gebastelt, die ich zur weiteren Verkleinerung des Einflugloches vor das Loch drehen kann. Das dauert keine Sekunde - und wenn ich feststelle, dass viele Wespen oder andere Bienen um meine Kiste sausen, dreh ich das Blech nach unten und die Bienen tun sich leichter, ihr home und castle zu verteidigen!
LG
Mani

Oder bereits invertierter Sirup wie Ambrosia, da hätten sie noch weniger Arbeit mit.

Ich bin mir sicher, dass du das vernünftig entgratet hast, aber mir zuckt es da innerlich zusammen, wenn ich mir ein Dosenblech am Flugloch vorstelle … mit den zarten Flügelchen :scream:
Ich hatte mich nämlich gerade selber mit einer Dose ziemlich arg verletzt weil ich unvorsichtig war :roll_eyes: Ich würde Lösungen aus Holz ( die natürlich auch glatt geschliffen sein müssen) bevorzugen.

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Logo - ich hab den Rand schön umgebördelt! Will doch auch nichts Scharfkantiges, es ist mit ner Holzscheibe aber sicher schöner, gute Idee! Die mach ich gleich! :slight_smile: :rofl: bin ja in Pension :stuck_out_tongue: :stuck_out_tongue: LG Mani

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Ja, bereits invertierter Sirup wäre vermutlich in diesem Fall sogar noch besser. Im Süden gibt es z.B. Apiinvert von Südzucker, kann man z.B. bei der BayWa kaufen.

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Hatte ich letztes Jahr auch, weil ich so spät dran war, dass kein Ambrosia von Nordzucker mehr zu kriegen war …

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Mich würde noch der Grund der Weisellosigkeit interessieren.
Auf den Bildern von Anfang September war das Problem schon deutlich zu erkennen.
Wie hast du mit der AS behandelt und weisst du wie alt die Königin war?

@Nobby - Bei uns soll es zum Wochenende hin wieder zweistellig werden, werde dann ggf. wirklich mit Spiinvert versuchen noch aufzufüttern, mal sehen was ich beim wiegen sehe…

@mani1955 @EmmBee - Nach dem gestrigen Schock (der war es wirklich, danach war der Abend gelaufen) ist mir noch gar nicht an nächstes Jahr bzw. an ein neues Volk zu denken…
Hatte heute morgen einen befreundeten Imker angerufen und das Argument: Machst du nichts dran, passiert leider schonmal das ein Volk durch äußere Umstände eingeht. - Ist zwar ok, aber für mich als „Neuling“ dahingehend unbefriedigend da ich jetzt halt ca. 20Tsd Tote Lebewesen zu beklagen habe

@Ostalbkiste - Wie geschrieben war es ein Naturschwarm von Anfang Mai 2020, daher denke ich das es sich um eine diesjährige Königin gehandelt hat. Woran hast du festgestellt, das es sich Anfang Sep schon Weisellos war? Den ich konnte bei der Öffnung weder Kämpfe erkennen, noch besondere Unruhe oder viel durcheinander erkennen…

Könnte ja auch ein Vorschwarm mit „alter“ Königin gewesen sein und Dein Volk hat dann still umgeweiselt und das hat nicht funktioniert.
Ich gehe aber eher von einem „Behandlungsschaden“ aus, das würde eher in den zeitlichen Ablauf passen.

Sieht man auf den beiden ersten.Bildern:
Zum einen der ungewöhnlich starke Rückgang der Bienenmasse. Da war schon Mal deutlich mehr da, sieht man an den ehemals bebrüteten Bereichen.
Und der normale jahreszeitliche Schwund an Masse ist nie so stark, höchstens es stimmt was nicht.
Und dann die Buckelbrut.
Wenn Du die Kiste räumst, dann bitte noch Bilder von den Wabenflächen machen.
Ich gehe sehr davon aus, daß nur Drohnen-Buckelbrut-Reste vorhanden sind und keine Arbeiterinnenbrut.

Die Unruhe war sicher schon im August zu sehen und auch zu hören.
Auch dürfte eine Zeitlang kein oder wenig Pollen eingetragen worden sein.

Hallo, ist in den ersten beiden Bildern nicht auch eine Weiselzelle zu erkennen die auch grad von einer Biene „gepflegt“ wird? Könnte auf Weisellosigkeit schon hindeuten.
Gruß Ralph

yes, das habe ich auch vermutet. Ich fand auf Deinen Bildern die Volksstärke zu klein, vielleicht hätte das Verkleinern des Flugloches etwas gebracht? Die Räuber haben die Wachsdeckel aufgerissen, das sind die Krümmel die überall herumliegen. Die toten Damen haben gekämpft bis zu Ihrem bitteren Ende!

auf dem 2. Bild sehe ich eine Weiselzelle am unteren Rand!

Nachtrag: in der Vergrößerung (und mit Brille) sehe ich sie auf Bild 1 + 2