bei unserer ERB steht die Oxalsäurebehandlung aus und ich habe für die Sprühbehandlung die Flasche so vorbereitet, dass über Kopf gesprüht werden kann, die Waben müssen also nicht entnommen sondern nur nacheinander ein paar Zentimeter verschoben werden.
Als Mindesttemperatur für die Behandlung (mit entnommenen Waben) werden jetzt ja 8, besser sogar 12 Grad angegeben. Problem: Die Beute steht in einem schattigen, recht eng ummauerten Eck im Garten. Bei generell bis zu 9 Grad habe ich heute dort maximal 3,9 Grad gemessen…
Solange wir also keine richtig hohen Temperaturen bekommen, sehe ich für 8 - 12 Grad eher schwarz - geht die Behandlung denn auch bei niedrigeren Temperaturen, wenn die Rähmchen nicht entnommen werden müssen? Wenn nicht, was soll ich sonst machen?
Hallo Lea, Du kannst ja auch träufeln, so wie früher. Oder sublimieren.
Ich hab heuer einen Versuch mit OX Streifen laufen, die seit drei Wochen platziert sind. Es fallen tatsächlich noch Milben ab. Wirkung scheint gut. Irgendwie befällt mich das Gefühl, dass es vollkommen wurscht ist auf welche Weise man die Oxalsäure appliziert. Sie wirkt irgendwie immer und die Bienen vertragens bestens.
Wenn es allerdings warum ist bevorzuge ich eindeutig das Sprühen, insbesondere natürlich bei Brutfreiheit, also Schwarm/Ableger/TBE.
Das klingt mir ja eher nach einem suboptimalen Standort fürs Überwintern. Hast Du da schon längere Erfahrung?
Wie ist denn der Befall, ist die Behandlung indiziert? - Ich finde die Träufelbehandlung angenehm schnell und einfach zu machen - seit ich meine Immen nicht mehr in zwei Zargen (sondern Groß- und Einraum) überwintere.
Ok, dann warte ich nächstes Wochenende/Wochenanfang noch ab, da soll es wärmer werden, und mache sonst die Träufelbehandlung.
Hm, dass der Standort gerade für den Winter eigentlich Mist ist, glaube ich langsam auch. Würdest Du/würdet ihr den ggf. jetzt noch ändern, wenn wir einen besseren fänden? Einer fiele mir ein, den hatte ich aber bisher wegen zu viel Sonne/Hitze im Sommer verworfen.
Falls ja, wann und wie - an kalten Tag, erschütterungsarm? Oder in einer milden Phase abends? Oder bloß die Hände weg?
Für die Träufelbehandlung soll es kalt sein, damit die Traube eng beieinander ist und bleibt.
Ich finde so um 5°C gut, und viele Imkernde machen es bei noch tieferen Temperaturen (mir erscheint die Störung dann zu heftig).
Umsetzen bei kaltem Wetter finde ich keine gute Idee und halte es für eine zu große Störung. Aber wie immer gibt es unterschiedliche Meinungen. Meines Erachtens sind Erschütterungen unvermeidbar, aus der Traube fallende Immen schaffen es dann nicht zurück…
Ich bin hier über die Temperaturangaben fü die Sprühbehandlung etwas verwundert.
Ich habe selbst lange Erfahrung mit der Sprühbehandlung - und zwar mit dem Ziehen aller besetzten Waben und Einsprühen der ansitzenden Bienen - seid diese Anfang der 1990er Jahre von Mellifera bekanntgemacht wurde.
Anfangs dachte ich zwar “wie fürchterlich für die Bienen, im Winter geöffnet und gestört zu werden” - ich habe immerhin vor über 40 Jahren noch gelernt, zwischen der Michaelizeit und Ostern sollten die Bienenkästen gar nicht geöffnet werden - aber in der Not …
Nach vielen Wintern der Behandlung auf diese Art hatte ich dann mehr Mitleid mit mir selbst und freute mich, zusammen mit meinem Freund (sprühen zu zweit ist hilfreiche, einer zieht die Waben, einer sprüht - und man hat hinterher Sicherheit, daß man alle ansitzenden Bienen erreicht hat) oder alleine, wenn nach Behandlung eines Standes im Auto sitzend ein heißes Getränk zu finden war.
Temperaturen für die Behandlung sind möglich zwischen 0 und 5 Grad C (auch leichter Frost geht noch) - wichtiger ist, daß es möglichst windstill bis windarm ist - und dann sollte man mit Rückenwind arbeiten. Und die Waben über die Beute halten beim sprühen - etwaige abfallende Bienen fallen dann in die Beute.
Träufeln ist mir unangenehm mit dem dicken sauren Sirup - und es ist bekannt, daß anschließend bis zu 10% der Bienen in relativ kurzer Zeit abgehen. Das kommt nach der Sprühbehandlung nicht vor.
Verdampfen kontaminiert alle inneren Oberflächen der Beuten mit der sublimierten Oxalsäure - ich weiß nicht, ob das wirklich gut ist.
Vielen Dank - ich bin zwar schon lange mit Mellifera verbunden und einigermaßen auf dem Laufenden, aber ich glaube, diese umfangreiche Untersuchung kannte ich noch nicht (oder habe sie damals nur abgelegt und dann wieder vergessen).
Meine Erwartung, daß alle Oberflächen in der Beute kontaminiert werden, wird hier ja bestätigt, wie ich das verstehe. Daß es eine Zeitreihe gibt, die eine Art “Halbwertszeit” zeigt, ist nach meinem Verständnis nicht verwunderlich. Auch die sublimierte Oxalsäure wird sich vermutlich nach und nach in der Feuchte des Stocks mit Alkalimetallen (Calcium, Kalium, Magnesium) zu Oxalaten verbinden und dann ausfallen. (Die Oxalate sind übrigens das, was uns dann Probleme machen kann, wenn wir uns nicht ausreichend schützen bei der Anwendung und Oxalsäure einatmen oder über die Haut aufnehmen, weil unser Organismus sie nicht gut wieder abbauen kann.)
Also - bei jeder Form der Anwendung von Oxalsäure sehr auf den eigenen Schutz achten, d.h. bei Sprühen und Verdampfen immer Atemschutzmasken tragen, mindestens ffp2 oder gar 3 und säurefeste Handschuhe.
herzlichen Dank für die vielen hilfreichen Infos! Da es wohl in Richtung Wochenende und - anfang sehr mild wird und außerdem oben Entwarnung hinsichtlich niedrigerer Temperaturen kam, wird die Sprühbehandlung wohl auf jeden Fall klappen…