Offener Gitterboden im Winter

Ich habe seit diesem Frühjahr eine Einraumbeute in Betrieb. Meine ist von Janisch (das ist bei fast „ums Eck“ und ich hab mir die dort geholt. Im Gegensatz zur ERB von Mellifera hat diese einen Gitterboden (und darunter schmale Schieber für Varroa-Fall-Kontrolle).
Da aber Mellifera den geschlossenen Boden bevorzugt, steht zu Gitterboden leider nichts im ansonst tollen Buch Imkern mit der Einraumbeute
Ich wäre daher dankbar um Tipps, bzw. wie andere mit Gitterboden gute Erfahrungen gemacht haben. Z.B.: Gitterboden im Winter ganz offen lassen, oder den Varroa-Schieber drunter reinschieben?)

Ich bin auch über andere Hinweise zur Janisch ERB dankbar (z.B. sind die Fluglöcher entweder sehr groß (wenn der Einsatz rausgenommen wird) aber sehr klein, wenn das Holz eingesetzt wird. Ich habe mir da etwas selbst zurechtgebastelt würde aber gerne wissen wie andere hier verfahren.

Danke für jeden Hinweis.

LG, Klaus

Hallo Klaus,

ich habe auch zwei Janisch Beuten. Du kannst den Boden im Winter einfach offen lassen. Dadurch wird auch gleich Schimmel vermieden.

Ich lasse die Fluglöcher auf ganzer Breite offen und nutze die Jansich Keile nicht. Die sind mir zu klein dimensioniert. Sie könnten durch Totenfall verstopft werden. Stattdessen bringe ich im Oktober ein Mäusegitter an.

Hallo Master Tom,

Wieder mal ganz herzlichen Dank!

Zum Gitterboden: Das werde ich dann so machen. Ich nehme an, Du meinst mit offen lassen auch ohne Varroa-Schieber?

Bin froh dass ein Profi wie Du das mit den Flugkeilen gleich sieht. Ich hatte die Fluglöcher im Sommer ganz offen, später auf die Hälfte eingeengt und nur während des Auffütterns die Keile so wie von Janisch dimensioniert drin, um allfällige Räuberei zu behindern. Ich wollte sie eigentlich für den Winter so klein lassen, aber das Problem mit Verstopfung durch Totenfall überzeugt mich. Entweder gebe ich auch ein Mäusegitter dran oder ich nehme die Flugkeile, die Janisch jetzt auch im Angebot hat, mit löchern.

Hallo Klaus,

ich lasse den Varroaschieber draußen. Erst im Frühjahr, wenn die Bienen anfangen zu brüten, lege ich die Schieber wieder ein. Dann haben es die Bienen etwas leichter die Brut zu wärmen.

Du kannst auch enge Keile nehmen, oder welche mit Löchern. Wenn Du das machst, musst Du eben im Winter öfter bei den Bienen vorbeischauen und den Totenfall entfernen. Mein Stand ist weiter weg und ich schaue im Winter nur alle paar Wochen danach. Da brauch ich was was garantiert nicht verstopft. Wenn man neben den Bienen wohnt, ist das sicher was anderes.

Ich glaube Profi bin ich mit meinen paar Völkern nicht. Und ich imkere ja auch erst seit 2014. Ich kann mich genauso irren wie jeder andere.

Wir haben den Gitterboden bei der Mellifera ERB geschlossen, weil dadurch den Bienen die Luftregulierung in den Wabengassen erleichtert wird. Die Grundlage dafür sind Beobachtungen an den Fluglöchern von Bienenkörben im Sommer als die Bienen in den Abendstunden intensiv Honig/Nektar getrocknet haben. Bienen können gemeinsam sehr effektiv Luftströmungen erzeugen und leiten, um ihr Kleinklima zu regulieren.

Erklärung in extremer Kurzfassung: Rohre die eine glatte Oberfläche haben, können Luftströhmungen viel besser leiten als Rohre, deren Wände aus Gittermaterial bestehen.

Versuche zur Überwinterung als wir die Völker unserer Imkerei in zwei Gruppen aufgeteilt hatten zeigten:
ca. 75 Völker auf offenem Gitterboden haben gleichgut ausgewintert wie 75 Völker auf geschlossenem Boden. Die Völker auf offenem Gitterboden hatten eine höhere Futterzehrung über den Winter hinweg. Durchschnitt ca 1,5-2kg. Hier auf 600m ü. NN. Ich denke daher ist die Frage der regulierbaren Luftströmungen für die Bienen im Wintersitz nicht so relevant wie im späten Frühjahr bis zum frühen Herbst.

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Hallo Klaus,
ich habe bei der Janisch ERB im letzten Winter den Gitterboden offen gelassen.
Ab März habe ich dann im freien Raum der Beute den Varroaschieber eingeschoben und im Brutbereich ein Brettchen mit 5 mm Abstand unter den Gitterboden gelegt, damit es dort noch leicht zirkulieren kann.
Nach kurzer Zeit war der leere Raum einschließlich Schieber und z.T. unter dem Brutnest sehr nass. Habe dann den Varroaschieber wieder entnommen aber das Brettchen so gelassen. Nun war alles wieder trocken. Zusätzlich habe ich für diesen Winter in drei Beuten einen von mir umgebauten Janisch-Innendeckel in verschieden Versionen als Klimadeckel zum Erproben im Einsatz. Werde berichten.

Als Flugloch habe ich mir Keile angefertigt, welche die gleiche Form wie der Originale von Janisch, jedoch mit einer Fläche von 15 cm² (wird oft empfohlen) haben. Bei 15 cm², das sind etwa 12 x 1,4 cm mit schönen Rundungen, gibt es selten Stau am FL. Ankommende Bienen laufen unten hinein, startende Bienen kommen von oben aus dem Flugloch und behindern sich dadurch nicht.

Der Keil von Janisch hat ungefähr 6 cm² und ist für den Winter (ohne Mäusegitter) oder Ableger sehr gut.

Ohne Keil stehen mehr als 90 cm² zur Verfügung, was mir

  1. schwer zu Verteidigen vorkommt,
  2. das Brutnest vielleicht in die Länge zieht,
  3. nicht dem Baumloch entspricht.

Allerdings funktioniert es bei Master Tom offenbar ohne Keil sehr gut und er hat mehr Erfahrung als ich. Vielleicht probiere ich das auch mal aus.
Viele Grüße

Lieber Naturbauimker:
Vielen Dank für diesen Hinweis. Grundsätzlich wusste ich schon dass ihr - und eben aus guten Gründen - einen geschlossenen Gitterboden bevorzugt. Nur ist halt die Janisch-Beute, die ich mir hier vor Ort gut besorgen konnte, mit Gitterboden.
Ich habe also versucht einfach logisch vorzugehen: Zunächst mal offen, damit sie aus der Brut gehen. Es war aber heuer ohnehin recht kalt bei uns in Graz, Österreich. Also habe ich den Schieber rein. Wirklich schliessen ist das ja nicht…

Lieber Climmo:
Auch Dir herzlichen Dank!
Zu Gitterboden: Im nicht genutzten Raum habe ich den Boden ganz offen gelassen, um Feuchtigkeit und damit Schimmelgefahr vorzubeugen. Von Schimmel berichten ja einige hier und Mellifera hat deshalb ja dann Lüftung in diesem BEreich eingebaut. Also ist Deine Erfahrung eine Bestätigung für mich. DAnke.
zu Flugloch: Seit Mäuseschutzzeit habe ich jetzt den Keil von Janisch mit dem kleinen Schlitz. Aus genau Deinen Gründen. VErstopft hat sich bei mir nichts. Bei Oxalsäurebehandlung im Winter habe ich Totenfall vorsichtshalber dennoch entfernt. Im Sommer habe ich einfach das grosse Loch in der Janisch ERB nur halb geschlossen. Ist suboptimal, weil so ein halber Keil nicht wirklich stabil steht. Ich habe mir inzwischen bei Janisch den Keil nachgekauft, der mehrere Löcher hat.
https://www.bienen-janisch.at/einraumbeute.958.html?productnr=1312

Schön, dass sich einiges mit meiner bisherigen Erfahrung deckt.
Für den Sommer reicht aber dein gelochter Keil definitiv nicht aus, er hat nur 8,8 cm.

Stimmt, ein halber Keil fällt raus. Deshalb habe ich einen neuen mit der Stichsäge gemacht. Geht eigentlich einfach.
So sieht meiner mit 15 cm² aus (Mellifera hat sogar 22 cm²):
Fluglochkeil Eigenbau für Wirtschaftsvolk 15 cm²
Hatte noch einen mit 25 cm² gemacht, bei dem man aber deutlich sehen konnte, dass er gar nicht von den Bienen ausgenutzt wurde. Da ich Gitterboden habe, muss diese Größe auch nicht sein, bei Mellifera sieht es da schon anders aus. Dort passen die 22 cm² bestimmt perfekt zum Beutenklima.

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Lieber Climmo,

Danke, Du bist super! Ich werde mir für die neue Saison etwas basteln.