Muss ich für den Nassenheider Verdunster den Honig ernten?

Hallo zusammen,

meine Frage ist, ob ich die Waben im Honigraum (die im oberen Teil mit Honig gefüllt sind) zwingend ernten MUSS wenn ich die Sommerbehandlung machen will.

Würde es nicht reichen, soviel auszuschneiden von den Waben dass der Verdunster Platz hat oder funktioniert dann die Verteilung in den Bienenkiste nicht?

Ich würde den Bienen den Honig der im Honigraum ist gerne lassen weil die Tracht war nicht so gut und bevor ich dann im September auffüttern muss, liese ich es lieber.
Die Waben sind nicht so voll, ich habe von unten her leere Waben schon soweit abgeschnitten dass der Verdunster reinpassen würde, frage mich aber ob das eine gute Idee ist.

Oder ist das Kontraproduktiv weil der Honig über dem Verdunstervlies nicht mehr gut wäre für die Bienen ?

In der Zeit, in der man mit dem Nassenheider gegen die Varroa kämpft, soll man ja auch nicht gleichzeitig füttern. Deshalb denke ich, dass die Kombi Ameisensäure und Futter gleichzeitig auch beim Honig nicht so günstig ist!!!
LG mani

Hallo Beju,
also was das Freiräumen des Honigraums anbelangt um Platz für den Verdunster zu schaffen ist durchaus denkbar und möglich.
In der BiKiste in der ausgefeilten Betriebsweise sollte jedoch nach der AS - das Trennschied eingebaut werden, was bei deiner geplanten Vorgehensweise nicht oder nur schwer umzusetzen scheint.
Das Trennschied hat letztendlich auch die Funktion der Wärmeregulierung der Wintertraube und
eine Begrenzung für den Futterweg. Deshalb sollte der Honigraum frei sein.
Aber ganz frei raus, womöglich geht es auch so wie du es vor hast, auf mehr eigenem Honig und mit weniger auffüttern über den Winter zu kommen.
Möglich ja - weicht aber von der „Lehrmeinung“ ab - und ich würde es als Experiment ansehen wollen.

Hast du uns ein Bild von der offenen Kiste - vielleicht können wir dann hier im Forum dir besser weiterhelfen.
LG
Siegfried

Hallo Jutta,

der Grund warum üblicherweise erst nach der Honigernte behandelt wird ist, dass nur unbehandelter Honig in Verkehr gebracht werden darf.

Darum erfolgt die letzte Behandlung meist Ende Dezember und dann wird bis zur nächsten Ernte nicht mehr behandelt.

In der Bienenkiste ist im Brutraum genug Platz vorhanden, damit die Bienen ausreichend Wintervorräte einlagern können (so ca. 15 kg Honig).

Der Honigraum wird normalerweise erst befüllt, wenn der Brutraum voll ist.

Wenn nach der Sonnenwende das Brutnest wieder kleiner wird, können die Bienen den Honig vom Honigraum wieder in den Brutraum umlagern, damit er für die Wintertraube gut zugänglich ist.

Wenn du den Honig nicht verwenden willst und für den Nassenheider genug Platz für eine Positionierung in der Nähe des Brutnests bleibt, spricht meiner Ansicht nach nichts gegen dein Vorhaben.

Hast du dann auch genug Platz um aufzufüttern?

Gute Frage, also die großen Schüsseln zum füttern die ich letztes Jahr nach Einzug meines Volks in die Bienenkiste gebraucht habe, würden nicht rein passen.

Das ist aber tatsächlich der Punkt : Ich hab das bisher so verstanden, dass wenn die Bienenkiste voll ausgebaut ist und auch der Honigraum befüllt worden ist, dann sollte doch die Honigmenge dem Volk übern winter reichen ohne dass man Zucker füttert, oder hab ich das falsch verstanden?

Das ist genau was ich eigentlich vermeiden möchte: jetzt den Bienen einen Teil des Honig wegzunehmen nur um danach wieder mit Zuckerlösung aufzufüttern.
?
Man muss doch nicht grundsätzlich immer auffüttern oder?

Hallo Beju
Auf dem eigenen Honig überwintern ist das Ziel der Bienenkiste - aber nicht aus dem Honigraum,
sondern mit dem Honig im Brutbereich. Der Honigraum ist fürs eventl. notwendige Auffüttern und auch für die AS Behandlung gedacht. Der Magazinimker setzt dafür einfach eine Zarge oben drauf.
Wenn genügend Tracht vorhanden ist, dann haben die Bienen auch genügend Vorrat im Brutraum und somit brauchen sie nichts mehr - bei mir in Hohenlohe - Agrarsteppe habe ich in den letzten 10 Jahren
von 5 bis 20kg Zucker aufgefüttert. Bei Honigernten von 0 - bis 24kg
LG
Siggi
PS: schneid die Honigwaben aus und legt sie zum Umtragen in eine Schüssel im Honigraum
PS: Musst du überhaupt auffüttern? Kennst du dein Mindestüberwinterungsgewicht?

Hallo Siggi,
Danke für deine Antwort und Erklärung.
Leider kenne ich das Mindestüberwinterungsgewicht noch nicht.
Letztes Jahr war die Kiste nur 2/3 ausgebaut. ich bin mit 38kg nach Auffütterung in den Winter, das hat gut gereicht.
Jetzt aktuell wiege ich noch mit dem Honig im Honigraum ca. 36kg.

Dein Vorschlag aber, den Honig rauszuschneiden und zu verfüttern kommt mir sehr gelegen weil ich sehe auch das Risiko dass ich doch noch etwas nachfüttern muss und wenn ich dann keinen Platz hab hinten ist das wirklich doof.

Also gut, dann waage ich mich an meine erste Honigernte.

Viele Grüße
Jutta

Hallo Jutta,
an meinem Standort ist die Situation vergleichsweise gut.

Ich muss nicht zufüttern und die Bienen überwintern jetzt bereits das vierte Mal in Folge auf eigenem Honig.

Mit einem Gewicht der Kiste von rund 50 kg bis Mitte September kam mein Volk bisher immer gut über den Winter.

Jetzt hat die Kiste vor der Ernte knapp 70 kg.

Das Trennschied hab ich im Winter auch schon mal weggelassen ohne hier besondere Nachteile für das Volk erkennen zu können.

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Hallo!
Den Honig kannst Du nach der Ameisensäurebehandlung vergessen. Er ist nicht mehr zu genießen. Du musst auf jeden Fall zuerst abräumen und danach die Behandlung durchführen!!
LG
Manfred

Aber wahrscheinlich nur für Menschen ungenießbar, oder? Die Bienen haben ja auch im Brutraum Honig eingelagert, der durch die AS Behandlung durch muss. Und Jutta will ihn ja nur wieder an ihre Bienen verfüttern.

Viel Erfolg für die erste Honigernte! Meine letztes Jahr war sehr aufregend und wenn ich einen Tipp mitgeben darf: stichfeste Handschuhe und Klamotten… meine Damen fanden das nämlich (im Gegensatz zu allen anderen Eingriffen) gar nicht mal so lustig :grimacing:

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Die Genießbarkeit ist nicht der Punkt. Laut Honigverordnung (und der Anwendungsvorschriften der Medikamente) darf der Honig nicht mehr in Verkehr gebracht werden. Siehe auch FAQ der Bienenkiste Punkt 2:

Selbstverständlich kannst Du Deinen Honig selbst noch essen oder den eigenen Bienen verfüttern, aber halt nicht mehr in Verkehr bringen, d. h. anderen Menschen zum Verzehr verkaufen oder verschenken. Ich würde den Honig, wie Siggi @Siegfried bereits vorschlug, wieder verfüttern.

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Danke EmmBee für den Link, den ich vor längerem doch schonmal gelesen hatte, aber nicht mehr gefunden hatte.

Vielen Dank!
Ich hab das am Sonntag dann sofort angegangen, Wetter und Mond waren ideal zum BK öffnen.
Jetzt liegen erstmal die Leisten zum sauber machen lassen im Honigraum.

Nach der Honigernte hab ich noch Varroa-Puderzucker Test gemacht und auf 62g Bienen (allerdings nicht nur vom Boden, sondern auch von den Waben abgekehrte) nur 3,5 Milben gehabt.
Deshalb warte ich jetzt erstmal mit Behandlung und mach nächste Woche wieder einen Test.

Wie schon geschrieben selber essen oder verfüttern geht durchaus. Alles Andere (verkaufen verschenken) ist absolut tabu!

Ich habe im Frühjahr 2020 von einem Volk, was eingegangen ist und noch nicht beräubert wurde, geerntet. Ein bisschen eingelagerte Futter war auch noch dabei. Egal, zum Kochen und auf dem Brot lecker.