Jungvolk kommt nicht in Schwung

Vor 3 Tagen haben wir einen Vorschwarm in die Einraumbeute einlaufen lassen, Gewicht ca. 1,8 Kilogramm. Der Fänger hatte die nach seiner Ansicht nach „junge“ Königin gesehen. Nun scheint das Volk bei uns nicht wirklich in Schwung zu kommen.

Das Einlaufen
Es fing damit an, dass der Schwarm es am 20.5. trotz Beginn um kurz nach 17 Uhr nicht geschafft hatte, komplett in die Beute einzulaufen. Das Flugloch war buchstäblich verstopft. Es blieben insgesamt 3 Knäuel an der Rampe und der Außenwand über Nacht draußen (Nachttemperatur 13 °C). Die Königin haben wir nicht entdecken können.

Am nächsten Morgen (21.5.) unverändertes Bild. Weiterhin die Knäuel und das verstopfte Loch, das dem sich gelegentlich mal eine Biene zum Einfliegen löste. @Salome hatte hier schon von einer ähnlichen Erfahrung berichtet. Auf Rat unseres Imkerpaten haben wir dann die 3 Knäuel vorsichtig auf die Oberträger gebracht, wo sie rasch zwischen den Rähmchen verschwanden. Außerdem stellten wir eine kleine Futterschale mit Sirup (< 1 Liter) hinter das Trennschied in den freien Bereich und legte eine Spur dorthin.

Erste vielversprechende Reaktion
Daraufhin fanden die Bienen das Futter und machten nach und nach das Flugloch frei. Zunächst hing noch eine Traube an den Unterträgern, die sich im Laufe des Tages auflöste. Erste Flugaktivitäten begannen. Das machte zunächst Hoffnung.

Die Situation gestern und heute
Seit gestern (22.5.) waren dann wieder kaum noch Aktivitäten zu sehen. Viele der aus dem Stock startenden Bienen flogen gestern nur einen kurzen Bogen von ca. 2 Metern und landeten dann wieder im Flugloch. Heute (23.5.) kann ich fast gar nichts mehr beobachten. Ab und zu fliegt mal eine einzelne Biene weg oder kommt an. Mit dem Ohr an der Beutenwand ist ein gleichmäßiges Summen zu vernehmen. Eventuell spielt ja auch das Wetter der letzten Tage (siehe Wetterrückblick) eine Rolle:

  • Donnerstag 21.5.: sehr warm, viel Sonne, max. 27 °C
  • Freitag 22.5.: bedeckt, schwül, etwas Regen, max. 28 °C
  • heute, Samstag 23.5.: bisher kühl und windig, aktuell 16 °C

Der Gesamteindruck ist, dass das Volk „lethargisch“ ist und keine wirklichen Anstalten macht, die Umgebung zu erkunden. (Wir sehen dies ganz besonders im Kontrast zu einem zweiten Volk, das nur 9 Tage „älter“ ist und sehr viel aktiver ist!) Was außer Abwarten können wir hier tun? Weiter zufüttern? Wenn ja: Wieviel für welchen Zeitraum? Die Futtermischung wurde ja schon hier ausführlich besprochen.

Hallo emmbee,

es ist nach deiner Beschreibung ungewiss was da in deiner Kiste ist. Wenn es ein Vorschwarm wäre, hätte der keine „junge“ Königin, sondern eine alte. Vielleicht ist das auch ein Nachschwarm mit einer, oder mehreren unbegatteten Königinnen? Das die jetzt nicht sehr stark fliegen, muss nichts heißen. Sieht man denn ob sie bauen? Sind Wachskrümel auf der Windel?

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Das mit der „jungen“ Königin war die Formulierung desjenigen (Nebenerwerbs-) Imkers, der den Schwarm auf freiem Feld (> 1 km Entfernung von der nächsten Siedlung) eingefangen hatte. Auf der „Kiste“ (vielmehr war es ein perforierter Hobbock) sterzelten mehrere Bienen, die es offenbar nicht in die Kiste geschafft hatten.

Inzwischen fliegen sie wieder etwas mehr. Die meisten scheinen erstmal vor dem Flugloch zu schweben, bevor sie zwei, drei größer werdende Kreise drehen, um dann irgendwo jenseits der Hecken zu verschwinden.

Bei einem wirklich minimalen Einblick in die Beute hingen Bautrauben an den hinteren, fluglochfernen Oberträgern.

Wir haben keine Windel drin. Sowohl hinter dem Flugloch als auch auf dem Flugbrett selbst sind sehr viele Wachsschüppchen zu erkennen.

Vielen Dank für Deine Einschätzungen, @MasterTom, und viele Grüße,
Michael

Klingt doch erst einmal ganz ordentlich. Hauptsache eine Königin ist da, ob begattet oder nicht ist nicht so relevant. Die Begattung regelt die Natur.

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Danke, da bin ich erstmal beruhigt.

Wie würdest Du hier mit dem Thema Füttern umgehen?

Hallo,

Vorschwarm und „junge Königin“ passt nicht zusammen. Da geht nur „ent“ oder „weder“.

Entweder Vorschwarm mit begatteter Altkönigin oder Nachschwarm- mit unbegatteter Jungkönigin.

Mit Erfahrung sieht man den Unterschied zwischen unbegattet und begattet anhand des Körperbaus deutlich.
Daher habe ich Zweifel was der Fänger gesehen und dann gesagt hat…

Zum Thema Futter kannst du gut 2-3l pro Woche reinstellen.
Ich würde das literweise alle 2-3 Tage machen.

Gruß Andreas

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Danke, Andreas @Ostalbkiste!

Ja, das kommt mir auch seltsam vor. Aber mir als Anfänger kann man natürlich was vom Pferd erzählen…

Okay, wir werden heute Abend wieder füttern. Für welchen Zeitraum wäre das alle 2 bis 3 Tage? Gäbe es ein äußeres Zeichen, woran man erkennen kann, dass es jetzt reicht? Oder einfach durchgängig bis zur Auffütterung für den Winter?

Im Übrigen ist heute weiterhin sehr wenig Flugbetrieb ähnlich wie gestern. Nur einzelne Bienen fliegen aus; manche drehen wieder nur eine kurze Runde und landen wieder. Kurios ist, dass jetzt viele Wachskrümel rund um das Flugloch (vor allem oberhalb) an der Beute kleben. Seit ca. 1,5 Tagen habe ich auf einen Rat hin einen größeren rechteckigen Plastikdeckel vor der Beute auf der Erde liegen, um damit das Gemüll dort zu kontrollieren. Darauf liegt praktisch nichts, noch nicht mal tote Bienen (auch hier wieder ganz im Gegensatz zu Volk A, wo regelmäßig Totenfall zu finden ist). :thinking:

Viele Grüße,
Michael

Das mit dem wenigen Flugbetrieb liegt an dem Wetter. Wenn viele Wachs Plättchen zu sehen sind, ist alles OK. Viel Glück bzw. Spass mit dem neuen Volk

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Alle 2-3 Tage einen Liter.
Das würde ich die nächsten Wochen so machen und dann beobachten.
Jetzt am Anfang nicht mehr füttern, sonst füllen sie die ganzen neuen Waben mit Futter und du nimmst Platz für die Brut weg.

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Ich verstehe das so: in den nächsten Wochen nicht mehr als 1 Liter alle 2-3 Tage füttern. Besten Dank!

Ja genau, wegen dem Platz.

Hallo ihr, hallo Michael - bei mir ist es wie bei Michael, auch ich habe gerade (Neuling) mein erstes Volk in meine Bienenkiste eingezogen und die sitzen da im Eck vorne oben neben dem Flugloch, es geht ihnen soweit gut und sie warten bis - laut Angabe des Imkers, von dem ich den (gut fußballgroßen) Nachschwarm habe - die junge Königin sich besamen lässt, was etwa drei Wochen dauert!
Also: Geduld (was nicht gerade meine Stärke ist!) Bei schönem Wetter ist Flugbetrieb, und auf der Varroaeinlage liegen ordenlich Wachsplättchen unter dem Volk. Also werd ich jetzt auch beginnen, so wie Michael, flüssig zu füttern - 1 Liter alle 2-3 Tage Verhältnis 1:1 ???
Summende und brummende Grüße
Mani

ich glaube, was die Menge betrifft, handhabt das jeder etwas anders (und kommt wohl neben dem örtlichen Trachtangebot auch auf die Größe des Schwarms an). Ich füttere (wie schon mein letztjähriges Jungvolk) alle zwei Tage jeweils 1/2 l (1:1). Letztes Jahr habe ich mein erstes Jungvolk bis zur AS-Behandlung in dieser Weise weiter gefüttert (dazu haben mir als Neuling damals einige geraten). Wenn ich mir die Rähmchen jetzt anschaue, sehe ich verdeckelten Brut, offene Brut, Pollen und auch etwas verdeckelten Honig. Ich denke mal, das ist ok so.
Evtl. füttere ich nun doch ein bisschen mehr, weil eine erfahrene Imkerin, die ich sehr schätze, 1 kg/Woche empfohlen hat (sie hat mir übrigens auch dazu geraten, die Bienen lieber seltener zu stören, also nicht alle zwei Tage zu füttern, sondern besser seltener und dafür dann entsprechend mehr. Werde nun mal versuchen, nur noch alle 4 Tage zu füttern (1 l). Allerdings habe ich nicht den Eindruck, dass ich die Bienen allzu sehr störe. Wenn ich abends das Futter hinter`s Schied stelle, lasse ich den Brutraum mit dem Wachstuch und einem Teil der Abdeckplatte bedeckt - hinter dem Schied sind meist nur sehr wenige Bienen zu sehen. Das ändert sich aber zusehens, sobald der Sirup entdeckt wird

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Ein Naturschwarm, egal ob vor oder Nachschwarm, hat eine optimale Bienenzusammensetzung und ausreichend Futter an Bord. Er schafft es in der Natur aus eigener Kraft eine Behausung zu finden und das Wabenwerk zu errichten. Alles ohne Fütterung. Man muss sich um einen Naturschwarm also keine übermäßigen Sorgen machen. Wenn Tracht herrscht und Flugwetter ist, braucht der Naturschwarm keine zusätzliche Fütterung.

Um Situationen vorzubeugen, in denen die Tracht versagt, oder mehrere Tage kein Flugwetter herrscht und der Schwarm noch keine ausreichenden Vorräte angelegt hat, kann man den Schwarm einige Wochen füttern. Dies erhält ggf. auch den Bautrieb. Über die Zusammensetzung des Futters wurde im Forum schon diskutiert. Das macht jeder anders. Ich würde z.B. einmal die Woche 2 Liter Sirup füttern, 2, 3 Wochen. Dann würde ich Schluss machen, weil hier i.d.R. bis August Tracht herrscht. Ggf. muss man danach für den Winter noch etwas Futter ergänzen.

Michael, sorry, dass ich mich in deinen Beitrag einfach so eingeklingt habe!
Danke für alle Tipps!
Mani

ich denke, gerade Anfängern (ich zähle mich natürlich noch länger dazu), die noch nicht alle Gegebenheiten so gut einschätzen können, wird das Füttern empfohlen. Ich beobachte zwar so gut ich kann, was es an Tracht in meiner Umgebung gibt und trotzdem bin ich mir unsicher - ich weiß z.B. nicht sicher, mit wie vielen Bienenvölkern sich meine Bienen das vorhandene Trachtangebot teilen müssen. Ich persönlich fühle mich momentan einfach beruhigter, wenn ich meine Bienen füttere. Vielleicht entscheide ich in einigen Jahren ja auch anders und traue mir (und den Bienen) dann mehr zu

Kein Problem, das sollte kein Vorwurf sein. Ich wollte nur kurz herausstellen, dass Naturschwärme, anders als z.B. Menschenkinder, von Anfang an autark sind und nur in Ausnahmefällen der Fütterung bedürfen. Man kann also entspannt mit dem Thema Füttern umgehen.

Ein gutes Zeichen für Tracht ist, wie schnell die Bienen bauen. Wenn ich Deine Bilder sehe, würde ich mir keine Sorgen machen. Ohne ausreichend Tracht hätten die das nie so zügig ausgebaut. Wenn es Tracht gibt, reicht die für viele Bienenvölker. Für sehr viele Bienenvölker. Ein teilen müssen, ist also nicht das Problem. Ein Problem tritt eher auf, wenn kein Flugwetter herrscht (Regen, Kälte), oder wegen monotoner Landschaft erst gar keine Tracht da ist. Es kann auch Probleme geben, wenn es zu trocken ist und kein Nektar gebildet werden kann.

Würde mich wundern, wenn Du nicht schon bald Expertin für Deine Trachtverhältnisse vor Ort bist. :wink:

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keine Sorge, ich hab`s nicht als Vorwurf betrachtet, üüüüberhaupt nicht - wollte nur nochmal erwähnen, weshalb ich füttere. Vielleicht bin ich ja im nächsten Jahr etwas mutiger. Aber wenn ich an die Trockenheit denke, wird mir tatsächlich wieder ganz bange. das war voriges Jahr ja auch recht extrem und wird uns wohl weiterhin zu schaffen machen.
Musste heute zur Schule fahren und ertappte mich dabei, wie ich sämtliche Straßenränder nach Blühendem absuchte. Ich kann auch nicht mehr einkaufen gehen, ohne dass irgend ein Blumentopf im Einkaufswagen landet (heute z.B.Salbei) und ich freue mich wieder einmal so sehr daran, dass unsere Gemeinde auf etlichen Verkehrsinseln und an Straßenrändern Wildblumenwiesen parat hält

Kein Problem, Mani! Freut mich, wenn Dich die Informationen hier weiter gebracht haben!