Jetzt habe ich noch eine Varroa-Frage. Heute haben wir in unserer Schul-Bienenkiste nach den Milben geguckt. 5 Milben auf 53g Bienen. Bienenkiste.de meint, wir sollten „demnächst“ behandeln. Ich würde gern noch bis Ende Juli /Anfang August warten und dann gucken, ob wir mit den Kindern ein wenig Honig zum Probieren erbeuten können und dann die Behandlung machen. Jetzt frage ich mich: ist das noch demnächst oder ist das schon zu spät?
Danke für eure Hinweise!! Lg Dennis
Hallo Dennis,
ich glaube da sprichst du gerade ein sehr schwieriges Thema an.
Nach meiner Erfahrung sind sowohl die Messergebnisse als auch die Schadschwellen nur als Richtwerte zu sehen.
Einzelne punktuelle Prüfungen auf den Varroabefall können stark streuen - bei den Messtechnikern gibt es das alte Sprichwort: “ Wer viel misst misst Mist”.
Ich habe in der Bienenkiste einen Gitterboden und schaue mir aktuell täglich den Milbenfall an.
Diesen Luxus kann sich natürlich nur ein Hobbyimker mit viel Zeit leisten.
Da gibt es Tage mit mehr und Tage mit weniger Milbenfall.
Wenn man täglich schaut kann man aber schon eine Tendenz erkennen.
Diese wird aktuell in den meisten Völkern steigend sein.
Das Problem ist, dass die Anzahl der Milben exponentiell steigt, das heisst am Anfang tut sich nicht viel, aber ab einem gewissen Zeitpunkt explodiert sie.
Das kommt dann oft überaschend.
Ab wann der Milbenbefall für ein Bienenvolk existenzbedrohend ist dürfte noch nicht ganz klar sein.
Den Angaben einiger Lehrbücher entsprechend wäre das Volk in meiner Bienenkiste bereits mehrfach gestorben - ist es aber nicht. (Bei meiner Bienenkiste sind 2025 im Zeitraum Juli - Oktober ca. 8500 Milben gefallen, vor der ersten Behandlung Anfang September bis zu 50 pro Tag).
Es ist 2026 wieder gut ausgewintert und scheint sehr vital zu sein.
Warum das in diesem Fall so verlaufen ist, kann ich ich nicht wirklich erklären, jedenfalls dürften sehr viele Faktoren eine Rolle spielen.
Länger mit der Behandlung zu warten ist jedenfalls riskant, niemand hier wird dir garantieren können, dass dein Volk mit diesen oder jenen Maßnahmen zu 100% über den Winter kommt.
Es ist eine Kunst das alles richtig einzuschätzen und zu beobachten, auch die alten Gurus sind nicht vor Rückschlägen gefeit.
Wenn also deine einmalige Messung repräsentativ ist, dann bist du nach dem Lehrbuch gerade an der Schadschwelle im Juli und solltest demgemäß bald behandeln so wie du geschrieben hast.
Ob “demnächst“ in einer Woche, in einem Monat oder noch später ist, hängt von den Umständen bzw. von der weiteren Entwicklung ab.
Das Abwägen aller Pro’s und Kontra’s liegt beim Imker - je weniger man riskieren will umso früher muss man behandeln.
Konkreteres kann ich dir hier leider nicht dazu sagen.
LG. Hartmuth
Ich würde erst nach der Honigernte behandeln. Wenn du AS nutzen willst, brauchst du eh den Platz im Honigraum, oder? Ausgebaut wird vermutlich nicht mehr weiter. Und wenn keine Brut mehr im Honigraum ist, kannst du ernten. Oder geht es wg der Kinder erst im August? Ist das ein diesjähriger Schwarm?
Nächste Woche ggf nochmal zählen und dann entscheiden. ![]()
Jetzt hat mich eine Biene beim Ernteversuch durch den Schleier ins Kinn gestochen und mein Hals schwoll äußerlich bis zum Brustbein an. Das ist wohl ein Hinweis auf meine Reaktion auf Bienengift.
Wir hatten die Biki am Abend vorher umgedreht, die Honigwaben am Anfang des Honigraums durchtrennt und sie dann am nächsten Morgen erneut für maximal entspannte Ernte ohne Erschütterungen auf den Rücken gedreht. Sie waren am Morgen viel wilder als am Abend vorher. Dabei haben wir sogar vorher meditiert ![]()
Haben sie sich unseren Besuch zuvor gemerkt und waren alarmiert?
Ist es möglich, die Kiste am Abend auf den Rücken zu legen und dann am Morgen zu ernten? Oder gleich am Abend?
Danke für eure Tipps und Ideen hier im Forum.
Die Kinder kommen erst 22.8. aus den Ferien wieder und ich wollte die Waben nicht zu lange geerntet herumstehen lassen… werde ich aber wohl doch.
Das ist ein diesjähriger Schwarm, ja. Wir hatten den Honigraum freigegeben, nachdem ein Biki-Imker zu mir meinte, das schade jedenfalls nicht…
Meine Erfahrung ist, dass das den Waben nicht schadet. Solange sie weitestgehend intakt bleiben. Ich würde dazu eine oder mehrere Kunsstoffkisten nehmen und so präparierten, dass du die Waben einhängen kannst wie in eine Hängeregistratur. Dann ist es fast wie im Stock. Insekten dicht verschließen und gut. Der verdeckelten Honig hält sich ja.
(((Geistige Notiz, damit ich nicht wieder Theater produziere: Auch am Rückbrett durchtrennen …)))
Hi Dennis - ich benutze den „bite away“ Stift - immer sofort nach einem Stich und mehrmals nacheinander an der Einstichstelle. Durch die Erhitzung wird das Eiweiß im Bienengift zersetzt und der Körper kann den Stich besser verarbeiten. Bei mir hilft das super! Außerdem habe ich festgestellt, dass je öfter ich gestochen werde, desto geringer fällt die Reaktion aus!
LG Mani
Nachdem du das ja mit Schülern gemacht hast, denke ich dass du so um acht bis halb neun an der BK zugange warst. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass dies oft zu spät ist und die Bienen ja schon voll im Flugbetrieb sind. Besser wäre um 5 Uhr oder 5.30 Uhr, was mit Schülern natürlich schwierig ist! Ich habe auch schon am Abend geerntet, aber ich denke da solltest du bis nach 19 Uhr warten - habt ihr auch ein bisschen Rauch gegeben und dann kurz gewartet? Und ich habe immer eine Wasserspritze dabei mit der ich die ganz lästigen Wächterinnen besprühe - sie fliegen dann heim oder stürzen ab und müssen sich erst mal putzen!
Wie hat die Ernte dann geklappt?
Das Abfegen der Waben und die Einbringung der Waben in eine verschlossene Kiste ist immer ein wenig mit „Bienen- Honig - Pampe“ (bayrisch „Baatz“) verbunden!
LG Mani
Super danke für den Tipp mit der Wasserpistole! Oder ein sanfteres Sprühgerät. Auf Rauch hatten wir auch verzichtet, nachdem ich gelesen hatte, dass der Honig danach schmecken könnte?
Danke für den Tipp mit dem Bienenstift!
Das war bei einer unserer zwei Kisten zu Hause übrigens, morgens um 5. wir warten jetzt nochmal bis Ende Juli, dass die Brut nicht mehr drin ist hoffentlich.
Die dritte Kiste ist in der Schule. Lg Dennis
Auf Rauch hatten wir auch verzichtet, nachdem ich gelesen hatte, dass der Honig danach schmecken könnte?
Das mit dem Rauchgeschmack entsteht nur wenn du wirklich viel und lange räucherst!
Ich ernte in Oberbayern immer in der ersten August Woche, dann ist der Honigraum brutleer!
LG Mani


