Einraumbeutler 2020

Habe die Einraumbeute am Samstag 09.05.2020 abends mit einem starken Volk besiedelt. Heute Abend werde ich füttern (es wird kalt).
Die Beute steht ca. 3 km entfernt, keine anderen Imker/Völker in der Nähe, ich denke über eine Oxalsäure Bedampfung des Schwarms „System Bienenflug“ nach und hoffe dem Volk damit die Ameisensäure Behandlung zu ersparen,
Poeplau/Wirz geben in „biene & natur“ 04/2020 eine durchschnittliche Belastung der Vorschwärme von 6% an und empfehlen nicht zu behandeln,
?

Hallo,
was erwartest Du jetzt als Antwort?
Das ist eine klassische "2 Imker 3 Antworten’-Frage.
Wenn ich richtig informiert bin ist das Verdampfungs-Experiment bei Bf gescheitert.

Es gibt wohl Imker bei denen es funktioniert, genauso wie es Imker geben soll die nie behandeln und trotzdem ihre Populationen konstant halten können.
Bei den nicht oder in irgendeiner Weise alternativ behandelnden Imkern kenne ich aber mehr mit schlechtem Erfolg als welche mit gutem.

Ich würde Dir empfehlen „klassisch“ wie empfohlen zu behandeln.
Wenn du experimentieren möchtest, dann musst du auch mit den Konsequenzen rechnen.
Evtl. auch erst im Herbst 2021…

Und beim Thema „einzige Bienen im Umkreis von 3km“ wäre ich auch vorsichtig.
Du glaubst nicht wie viele Bienen im Stillen halten, in keinem Verein sind und auch keine Halternummer haben…

Gruß Andreas

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Bitte mach das nicht als Sommerbehandlung. Diese Behandlung habe ich als Sommerbehandlung bei über 20 Völkern getestet und bin regelrecht gescheitert. Nähere Ausführungen dazu habe ich im alten Forum gemacht. Die Folge war, dass 2/3 der mit OS-Bedampfung behandelten Völker im Herbst an Warroa zugrunde gegangen sind.
Das Problem ist, dass OS im Gegensatz zu Ameisensäure (AS) nicht in die Brut wirkt,
Bei AS bist du auf der sicheren Seite.
Oxalsäure werde ich nur noch wie die Jahre zuvor im Winter anwenden.
Ob die Oxalsäure bei einem noch brutfreien Schwarm wirkt, kann ich nicht mit Bestimmtheit
sagen, denke aber schon. Denn die OS-Bedampfung wird auch im Sommer angewendet,
nach totaler Brutentnahme.
Totale Brutentnahme ist bei der BK jedoch nicht möglich und so scheidet die OS-Bedampfung
im Sommer aus, weil unwirksam.

Guten Tag Bienenflug/Ostalbkiste,
ich habe auch von deiner Panne bei der Sommerbehandlung gelesen und beabsichtige nicht Deinen Fehler zu wiederholen.
Ich habe einen Vorschwarm nicht ganz 3 Tage alt ohne Brut und noch ca. 10 Tage Zeit für eine OS Bedampfung und könnte dann relativ Varroa frei in den Herbst/Winter gehen. Wie bereits weiter oben geschrieben gibt es in dem kleinen Ort keinen weiteren Imker, aus diesem Grund habe ich die Einraumbeute dort aufgestellt. Puderzuckertests mache ich sicherheitshalber wie von EMK/LLH beschrieben.
Meine Aussage „System Bienenflug“ bezog sich auf Deine einfache Konstruktion mit der Grablichtkerzen Abdeckung, der Shisha Kohle und dem Alufolien Förmchen. Ich habe dein System im Winter 2019 bei der BiKi eingesetzt und am Stirnbrett meiner Kiste sitzen schon seit Tagen Unmengen von Bienen und bilden am Flugbrett lange Bärte.
Vielen Dank dafür und vielen Dank für eure Hinweise.
Ich habe es verstanden.
Jürgen

ich kenne eine Imkerin, die im Sommer mit OS behandelt hat (in der BK in mehreren Intervallen)

Ich kenne auch einen Imker, der im Sommer mit OS behandelt hat, in vier Bienenkisten in mehreren Intervallen. 1 Volk hat überlebt, 3 sind gestorben.
Was möchtest du mir denn mit deinem Beitrag sagen?

Ich kenne auch einen, der baut seinen Völkerbestand gerade wieder auf!
Nein, es ist nicht bf!

Gruß
Markus

Hallo,
also nochmals:
Bei bestehender verdeckelter Brut ist OS Bedampfung nicht zielführend.
Im brutfreien Zustand evtl. eine Option.
Aber es ist m.M. nach auch eine Frage der Völkeranzahl und der Erfahrung wenn du experimentieren möchtest.
Als Anfänger mit einem Volk würde ich keine Experimente machen, das geht meistens daneben.
Mit mehreren Völkern und mehr Erfahrung kann ich dann evtl. mir einem Teil alternative Dinge ausprobieren.
Aber das muss jeder für sich entscheiden.
Wenn ich sehe wieviel jedes Jahr nachgekauft wird, dann müssen einige viel falsch machen.
Na ja, es muss auch Leute geben, die jedes Jahr neue Schwärme und Ableger kaufen…

Hallo Andreas,
mir ist die Bienendichte hier an meinem Wohnort zu hoch, mit Sicherheit liegen wir hier weit über 20 Völker/km², ein Grund für mich die ERB in 3 km Entfernung aufzustellen und nicht in meinem Garten da stehen auch schon 3 Völker. Jetzt habe ich einen Vorschwarm aus einem Bienenstand mit ca. 10 Völkern in der Kiste der mit Sicherheit Varroen mit gebracht hat.
Meine Optionen sind: Behandlung mit relativ gut verträglicher Oxalsäure und der Möglichkeit bis zum Winter ohne Ameisensäure Behandlung durchzukommen, (die Varroabelastung wird von mir im Juli und August kontrolliert),
oder nicht behandeln weil ohnehin nur 30 Milben im Vorschwarm fallen (Wirz/Poeplau) und weil dann im Sommer ohne hin mit Ameisensäurte behandelt werden muss. Keinesfalls! möchte ich irgendwelche nutzlosen Experimente durchführen.

Die Imker in der Region fackeln hier nicht lange, eine Puderzuckerprobe ist auch entbehrlich, im Sommer gibt es eine geballte Ladung Ameisensäure und fertig.

Um es auf den Punkt zu bringen:
kann mir jemand die Oxalsäurebedampfung des brutlosen Vorschwarmes mit dem Ziel die Ameisensäure Behandlung zu übergehen empfehlen oder nicht.

Jürgen

Hallo @Ostalbkiste

Dem stimme ich voll und ganz zu.
Ich möchte jedem Anfänger, aber auch jedem Nachfragenden dringend
empfehlen, von einer OS-Behandlung bei brütenden Völkern im Sommer Abstand zu nehmen.
Die Gefahr des Völkerverlustes ist definitiv zu groß.
Diese Behandlungsmethode stellt meiner Erfahrung nach keine empfehlenswerte Alternative zur
AS-Behandlung dar. Geringe Bienenverluste bewegen sich bei der AS-Behandlung in einem
vergleichsweise akzeptablen Rahmen.

Dazu findet sich schon eine Antwort von EMK im alten Forum:
"Die einzig sichere und wirksame Behandlung eines Schwarms wäre Oxalsäureverdampfen (in Deutschland nicht zugelassen). Man sollte außerdem erst mal die Milbenbelastung mit der Puderzuckermethode feststellen und sich überhaupt nur dann Gedanken über eine Behandlung des Schwarms machen, wenn es eine hohe Milbenbelastung gibt.

Wenn der Schwarm nicht aus einem total hoch belasteten Volk stammt, dann ist die Belastung im Normalfall so gering, dass eine Behandlung des Schwarms nicht notwendig ist. Auch das ist ein Grundsatz bei der Varroabehandlung: überflüssige Behandlungen vermeiden, da sie stets mit Nebenwirkungen verbunden sind."

Prinzipiell würde ich persönlich allerdings keine Bastellösung zur Verdampfung anwenden.

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Nein, leider nein. Vorschwärme sind i.d.R. wenig mit Varroen belastet. Die Hauptvarroalast verbleibt in der Brut des Muttervolkes.

Selbst wenn Du die geringe Varroalast des Schwarms mit was auch immer noch weiter senkst, kann sich bis Herbst wieder eine kritische Varroalast aufbauen, die eine Behandlung erforderlich macht. Die Faktoren die das bedingen, hast Du nicht alle in der Hand. Ich würde den Schwarm deshalb nicht behandeln und für August/September nach Befallsbestimmung eine AS-Behandlung einplanen.

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Vielen Dank an Alle, es ist nett bei euch! :+1:
Jürgen

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ich hatte nun mal zwei Tage lang die Varroaschale in der neu besiedelten ERB, da lagen dann 10-12 Varroen (ich hab 10 gezählt, meine Kinder 12) - das ist nicht gerade wenig, hm? Ich schaue morgen nochmal und nehme die Schale nach 1 Tag wieder heraus

Guten Tag Miche´le,
weißt Du bei welcher Anzahl zur Zeit die Schadschwelle liegt?
Ich meine ich hätte 5/d im Hinterkopf.
Aber es ist eine gute Idee die Schale einzulegen um einen Eindruck der Belastung zu erhalten. Ich habe die Dinger auch, wollte eigentlich nur die Winterbehandlung damit überprüfen, werde aber bei Gelegenheit mal eins einlegen.
Gruß J.

Gestern 11.05 abends 2 ltr. Futter hinter dem Trennschied eingestellt, 6° C gegen 20:00, zu kalt zur Futteraufnahme,

Heute 1 ° C gegen 7:00 und Raureif auf den Dächern, sonnig und wolkenlos, werde nachmittags nachsehen ob das Futter aufgenommen werden kann, andernfalls Futterteig von oben.
J.

Noch sind ja alle Varroen auf den Bienen. Erst wenn nennenswert Brut in der richtigen Phase da ist, gehen die Varroen dort hinein. Erst dann kann man die veröffentlichten Schadschwellen anwenden.

Was Du momentan misst, ist der Milbenfall im Schwarm. Er dürfte um einiges höher sein, als in einem normal brütenden Volk.

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Danke @MasterTom für die Erklärung, das war mir so nicht klar bisher - dann bringt es momentan wohl auch erst mal nichts, wenn ich die Varroa-Schale rein lege

Doch, wie bereits weiter oben erwähnt geben Wirz/Poeplau an das nach einer Oxalsäure Behandlung des Vorschwarms selten mehr als 30 Milben gefallen sind. Damit bekommst Du schon mal einen Eindruck der Belastung deines Schwarmes.
Jürgen

Wo ist denn der Bezug bei 5 Varroen/Tag natürlichem Abfall aus einem Schwarm und 30 toten Varroen insgesamt nach Behandlung eines Schwarmes mit OX? Ich kann da keinen Zusammenhang erkennen. Schadschwellen für nat. Milbenabfall aus Schwärmen gibt es, soweit ich weiß, auch nicht.

Schwärme sind i.d.R. niedrig belastet, weil die Varroen im Moment in der Brut sitzen und damit eben im Muttervolk verbleiben. Die 30 Varroen nach OX-Behandlung sind auch ein Hinweis auf niedrige Belastungen. Bei 30 Varroen kann man die Behandlung auch lassen. Das lohnt nicht.