Einlogierter Schwarm ist wieder ausgezogen

Hallo, ich habe vor kurzem einen Schwarm eingefangen. Diesen habe ich 24h im Keller verwahrt und am nächsten Abend einlogiert. Im Schwarmfangbehältnis war eine kleine Naturwabe, die bereits bestiftet war. Die Bienen sind in die ERB gelaufen. Eine kleine Traube blieb am Abend vor dem Flugloch. Am nächsten Abend wollte ich zufüttern und stellte fest, dass der Schwarm ausgezogen ist :frowning:
Woran kann das liegen? Was kann ich besser machen, um so etwas zu vermeiden?

Das weiß man manchmal nicht, was denen nicht gefällt :man_shrugging:t3: Hast du Mittelwände oder Anfangsstreifen? Das kann dann auch am Wachs liegen. Mit der ERB kenne ich mich nicht aus, aber in der Warré sind sie mir letztes Jahr auch zweimal wieder ausgezogen. Ich hatte die Futterzarge aufgesetzt, damit ich sie später nicht stören muss, sondern gleich füttern kann. Das gefiel ihnen nicht. Futterzarge runter – Zack, blieben sie drin … :man_shrugging:t3: Einfach mal gucken, was evtl. stören könnte …
Wir hatten Glück, dass die Schwarmkiste noch stand und, dass sie da wieder rein sind :sweat_smile:

Danke für deine Antwort. Ich habe die Schiffsrumpfleisten mit etwas Wachs bepinselt (naturwabenbau strebe ich an) und die Beute mit Melisse eingerieben, da diese neu ist. Der Schwarm ist leider auf und davon 🥲

Gib nächstes Mal die kleine bereits bestiftete Naturwabe mit in deine Beute, die Bienen lassen normal nie offene Brut allein…

Probiere es aus, vermutlich hilft‘s.

Melisse? Ok, hab‘ schon gelesen, dass man z.B. Schwarmfangkisten mit ein paar Tropfen Zitronengrasöl „aromatisiert“ um sie für Bienen interessant zu machen…

Gruß
Markus

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Danke. Ein gute Idee!

Hallo Martin

ich mache immer neue Anfangstreifen mit Öko Siegel in die Beute.
Mit den Schiffsrumpfleisten mit Wachs gepinselt habe ich persönlich schlechte Erfahrung gemacht - die Bienen wollten nicht in die Beute einziehen…

Warum hast du die Beute ganz mit Melise eingerieben - vieleicht war es zuviel?

Gruss
Drohn

Hallo Drohn,

in dem Buch „Imkern mit der ERB“ steht, man solle mit einem Bund Zitronenmelisse die Beute reichlich einreiben. Ich habe es moderat eingerieben. Alternativ kann man auch wenig Spritzer von natürlichem Zitronengrasöl verwenden oder gar Propolistinktur.

Danke für den Tipp.
VG
Martin

Ich habe das dieses Jahr auch zum ersten Mal versucht, bisher sieht es aber gut aus - die Bienen sind drin geblieben. Ich habe allerdings noch nicht nachgeschaut, wie sie bauen

@Drohn , du gibst den Bienen also einen Wachsstreifen zum animieren ?

Lg Conny

Ich träufel auch ordentlich Propolistinktur an die inneren Beutenwände (ist so ein Spleen von mir - es duftet einfach herrlich und die Bienen scheinen das auch sehr zu mögen) wenn sie noch nie besetzt war. Bisher ist mir noch nie ein Schwarm wieder ausgezogen, der seine Königin an Bord hatte und ich war auch schon hin und wieder gezwungen um die Mittagszeit bei herrlichen Sonnenschein teilweise ohne Kellerhaft in die ERB mit leeren Rähmchen mit Schiffsrumpfprofil ohne jegliches Wachs einzulogieren (nicht optimal, aber geht halt manchmal zeitlich nicht anders). Vielleicht wäre die Propolistinktur auch eine Option zum ausprobieren für dich?

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Danke Glückskind. Ich werde die Variante mit der Tinktur mal ausprobieren :wink:

VG
Martin

man sollte dann aber wohl unbedingt abwarten, bis der Alkohol völlig verdunstet ist, oder?

Erlaubt mir zu bedenken zu geben, dass jedes Bienenvolk sein eigenen Duftcode hat. Das Beuteninnere, die Waben und die Bienen selbst duften danach. Warum also eine Propolistinktur von einem Fremdvolk (mit einem fremden Duftcode) nutzen? Insbesondere weil Bienen mit Düften auch kommunizieren. Ich rate davon ab. Ich denke, dass es für ein Jungvolk eine Zusatzbelastung ist. Auch klingt es mir nach einer „verniedlichten Vermenschlichung“. Das Beduften der neuen Beute mit Blumen und Kräutern aus dem Garten halte ich schon für sinnvoll.

LG, Seb

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@Salome Ja, auf jeden Fall :+1::sweat_smile:

@sebastian Ja das klingt auf der einen Seite nachvollziehbar. Auf der anderen Seite riecht das verarbeitete Leimholz der Beute auch nicht neutral und ich habe oft Bedenken, dass der Leim nicht sogar durch die Wärme und Feuchtigkeit ausdünstet. Eine feine Lage Baumharz kommt mir einfach schützend vor (reines Bauchgefühl). Und eine desinfizierende Wirkung des Propolis als Belastung würde ich so auch nicht sehen. Außerdem ziehen Schwärme bevorzugt dort ein, wo schon mal ein oder mehrere Bienenvölker vorher gelebt haben. Die haben genauso ihren persönlichen Duft hinterlassen und die Höhlung dann auch mit Propolis bearbeitet.

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Guten Morgen Janin,

wenn du Zweifel an der Holzqualität deiner Beuten hast, dann solltest du diese untersuchen lassen und über ein Wechsel des Händlers oder Herstellers nachdenken. Sollte das Holz/der Leim ausdünsten, so wird Propolis das nicht verhindern können. Insbesondere nicht, weil das Propolis in 70% Alkohol gelöst ist. Alkohol ist ein Lösungsmittel. Es könnte zu mehr Ausdünstungen kommen!
Ob die Propolisbehandlung die Bienen den Einzug erleichtern gar fördern, stelle ich weiterhin in Frage. Ich bin der Meinung, dass Propolis eine Sache jeden Bienenvolks ist und wir Menschen nicht hineinpfuschen sollten. Sie werden nach ihren Bedürfnissen ihre Behausung auskleiden… Wir haben die Verantwortung, dass die Bienenwohnung ordentlich ist und ihren Vorlieben entsprechen.
Die Propolisbehandlung dient wohl eher der Besänftigung deiner Sorgen - auch gut!

Nicht die desinfizierende Wirkung des Propolis war als Zusatzbelastung gemein, sondern der fremde Duftcode. Warum habe ich bereits erläutert.

Auch frage ich, warum eine neue Beute pauschal desinfizieren? Der Schwarm der einziehen soll ist doch gesund? Sonst wäre er ja nicht geschwärmt, oder?

Da stimme ich dir zu. Doch vergehen bis zu 4 Jahre bis zum Wiedereinzug. Zwischenzeitlich haben die Wachsmotten ihr Werk vollzogen. Der Siebenschläfer war vielleicht auch eine Saison da und vom Specht ganz zu schweigen…

LG, Seb

Hallo Seb, nein ich habe tatsächlich keine Zweifel an der Qualität des Holzes - wie geschrieben ist es der Leim, der mir zu denken gibt, da es meistens ein D3 Leim ist und zudem Formaldehyd oder Polyvinylacetat als Bestandteil hat. Alkohol verflüchtigt sich schnell, eine erhöhte Ausdünstung des Leims kann ich nicht nachvollziehen. Hier scheiden sich die Meinungen.

Ja davon gehe ich aus und ich möchte das unterstützen, dass das auch so bleibt.

Ich habe mit Propolis gute Erfahrungen gemacht und glücklicherweise kann man bei Bedarf seine Handlungen ändern, wenn man es für nötig erachtet. Es kann ja jeder selbst seine Meinung dazu haben und nach besten Wissen und Gewissen handeln.

Grüße, Janin

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Sag mal Martin, könnte die beschriebene Traube, die draußen vor dem Flugloch hängen blieb, die Königin enthalten haben? Nur so ein Gedanke, da das Überprüfen ja nun nicht mehr geht — vielleicht sind sie deswegen wieder so rasch ausgezogen…

Ich habe heute einen Naturschwarm in die Einraumbeute eingeschlagen. Das Flugloch habe ich dabei geöffnet gelassen, damit die restlichen Bienen aus der Schwarmkiste zum Volk in die Beute können.

Mittlerweile sind alle Bienen in der Beute. Kann ich das Flugloch getrost offen lassen, oder soll das zunächst verschlossen werden? Quasi eine zweite Kellerhaft erzwingen, damit die Bienen sich an ihr neues zu Hause gewöhnen?

VG
Martin

Hallo, du kannst offen lassen, abends fliegen die nicht mehr los. Füttere aber erst ab dem frühestens dritten Tag, bei gutem Wetter ev. auch noch später und dann flüssig. Hin und Wieder ziehen die Bienen schon weiter, dann passt Ihnen irgendetwas nicht. Man kann dann aber immer einen zweiten Versuch machen.

Mit besten Grüßen
Stephan