Bienenweide so planen, dass Bienen "autark" sind?

Hallo Zusammen,

ich wollte fragen, ob jemand von euch schon mal das Experiment gestartet hat, die Umgebung der Bienen so zu gestalten, dass die Bienen sich tatsächlich ganzjährig selbst versorgen können und man bei geringer Honigentnahme auch nicht zufüttern muss?

Hintergrund meiner Frage ist, dass unsere Völker auf einer großen eingezäunten Streuobstwiese (d.h. die Bienen hatten hauptsächlich die Obstblüte und später im Jahr Klee) meiner Familie stehen. Bisher haben wir zu weit weg gewohnt, um dort noch ständig zu gärtnern, das wird sich aber zukünftig ändern. Nun frage ich mich, ob es möglich ist, mit einem durchgängigen Trachtband in ausreichender Menge den Bienen ganzjährig genug Nahrung anzubieten? Ich hätte jetzt ja ein paar Jährchen Zeit, um das Experiment zu starten und über die Jahre zu verbessern.

Hat jemand von euch damit Erfahrung?

Liebe Grüße
Zarena

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das ist doch mal ein super Ansatz! Warum sollte es nicht funktionieren? Wenn das nicht möglich wäre würde es schon heute keine Bienen mehr geben oder wer hat die Bienen vor tausenden von Jahren gefüttert?

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Das kommt natürlich auch auf die Größe der Wiese an und wieviele Bienenvölker noch in der Umgebung sind …
Falsch machst du sicherlich nichts, aber ob du es schaffst wirklich autark zu sein :man_shrugging:
Ich denke, das ist auch ein bisschen wie mit dem Ökostrom oder CO2-neutraler Industrie – natürlich kommt bei uns auch Atomstrom aus der Steckdose, aber wir bezahlen den Ausbau erneuerbarer Energie und natürlich wird überall CO2 ausgestoßen, aber manchmal wird eben ein Ausgleich geleistet. Soll heißen, du kannst versuchen ein Trachtband aufzubauen, das rechnerisch ein Volk übers Jahr bringt; du kannst dir aber sicher sein, dass die Bienen sich auch woanders Nektar holen und dass zu dir auch Fremdbienen™ kommen. Aber ist ja auch egal, jeder Blühstreifen ist hilfreich :+1:t2:

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Die Idee finde ich prima und ich wünschte, ich hätte auch soviel Platz zur Gestaltung rund um meine Völker! :clap:t2:

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Ja, ich denke auch, dass es funktionieren müsste, bzw. auf jeden Fall ja einmal funktioniert hat. Ich habe mich vor allem gefragt, ob es heutzutage theoretisch überhaupt möglich ist, denn die Bedingungen für Honigbienen haben sich ja über die letzten Jahrzehnte doch ziemlich geändert (Wetter, Pestizideinsatz etc.). Leider kenne ich kein Beispiel, wo das jemand macht, deswegen die Frage =).

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Ja, da gebe ich dir Recht. Der Ökostrom ist ein guter Vergleich.

Mit „Fremdbienen“ hätte ich gar kein Problem, the more, the merrier =). Und na klar, holen meine Bienen auch woanders Nektar. Ich würde aber schon davon ausgehen, dass sie ein gutes Angebot in der Nähe bevorzugt anfliegen würden, um „Sprit“ zu sparen =).

es ist nicht nur theoretisch sondern auch praktisch möglich! Nur Mut! :grinning: :+1:

Jede Blüte einer Trachtpflanze mehr ist so oder so gut. Es wird aber nicht wie mit Kühen oder Pferden funktionieren, die nur dein Gras fressen, weil sie auf deiner Weide stehen. Sie werden trotzdem im Zweifelsfall zu der Nachbarobstwiese oder aufs Rapsfeld fliegen wo gespritzt wird. Da bist du nicht gefeit vor …
Mit irgendwelchen Allegorien von uns Menschen auf Bienen schließen, finde ich immer eigenartig und damit wird man den Bienen und der wesensgemäßen Bienenhaltung auch nicht gerecht
my2cent

Wenn es nur um die Quantität geht - also genug eigener Honig für die Überwinterung - sollte das selten ein Problem sein. Sie sammeln in der Regel genug, eher mehr. Kontrolliere im Herbst, falls es ein schlechtes Jahr war.
Ein paar andere Probleme kann es geben: Ursprünglich gab es keine Massentrachten und die Bienen hatten einst eine gute Mischung an Winterhonig.Heute gibt es Massentrachten, die u.U. einen zu festen Honig einbringen (im Frühjahr Raps). Dieser ist winters schwer zu verarbeiten für die Bienen.
Die gute Mischung müsstest Du mit deinem Blütenangebot erreichen.

Ich habe mir hierzu - Bienen autark zu halten - einen Trachtkalender aufgebaut.
In welchen Monaten gibt es welches Angebot für Bienen mit den entsprechenden Trachten
und aufgeteilt nach Nektar- und Pollen-Angebot.
Könnte so aussehen: bspw. im März mit Weiden (P/N) Pollen und Nektar kann man noch unterscheiden nach der >Intensität< der Pollen und Nektar mit einer Skala von 1-5.
Schau’ Dir Deine Trachten an und pflanze entsprechende Bienenweiden.
Habe damit einen guten Erfolg, dass die Bienen nicht weit fliegen müssen und damit weniger Energie verbrauchen um die Nahrung in den Bienenstock zu bringen.
Kann Dir gerne meinen Trachtkalender zusenden über Deine PN.
Kannst diesen dann ergänzen und weitere Blütenpflanzen für Bienen in Deiner Umgebung aufbauen.
Liebe Grüße von Hans

Das „Trachtfließband“ kann auch dabei behilflich sein:

https://www.trachtfliessband.de/

Alle möglichen Pflanzem mit Informationen zu Pollen- und Nektarwert sowie der Blütedauer, welche für eine durchgängige Versorgung wichtig ist.

Ich wünsche Dir viel Erfolg,
Michael

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