Angriff bei Durchsicht und Verbesserungsvorschlag

Ich habe meine BK jetzt im 2. Jahr. Im Mai hatte ich 3 Schwärme.
Nach dem 3. Schwarm habe ich die BK geöffnet und eine Bestandsaufnahme gemacht.
Die 3 Schwärme haben ordentlich Honig und Bienenmasse gekostet. Die Kiste war gefühlt nur noch halb so schwer, wie vor dem Schwärmen. Der Honigraum war ganz ohne Bienen und im Brutraum waren noch ca. 2/3 der Waben mit Bienen besetzt. Zu dem Zeitpunkt habe ich meine Honigernte eigentlich abgeschrieben.
Gestern wollte ich mal nachschauen, wie die Lage in der BK ist.
Das ganze war gestern Abend so um 19:00 Uhr. Es war windstill, blauer Himmel und ca. 20°.
Ich habe die BK umgedreht und den Boden abgenommen und diesen zur Seite gestellt, dann ging es ohne Vorwarnung los. Die Bienen sind über mich hergefallen, innerhalb von Sekunden hatte ich überall am Körper Bienen. Sie haben durch meine dicke Arbeitshose und die Imkerjacke gestochen. Ich habe mir etliche Stiche durch die Kleidung eingefangen und musste die Flucht ergreifen.
Durch die umgedrehte Kiste, konnten die Bienen natürlich nicht mehr in ihre Beute, weil das Einflogloch durch das drehen der Kiste ja weg ist. Das heißt, es wurden immer mehr Bienen die über der Kiste gekreist sind. Ich habe 3 Anläufe gebraucht, um die Kiste wieder zu schließen und umzudrehen. Dabei habe ich mir wieder etliche Stiche eingefangen. Das kann doch auch nicht im Sinne des Erfinders sein!?
So, jetzt mal eine Frage an die Experten: Was habe ich falsch gemacht?
Mir graut jetzt schon davor, wenn die die Honigwaben aus der Kiste holen muss, um die Varoa Behandlung durchzuführen.

So, jetzt hätte ich noch einen kostruktieven Verbesserungsvorschlag:
Wie wäre es, wenn man das Bodenbrett in zwei Teile teilt, ein Teil über dem Honigraum und der andere Teil über dem Rest. Die Trennung der beiden Teile erfolgt an der Stelle, wo ich die Trennung der Waben für die Honigernte machen muss, damit ich dafür nur den Honigraum aufklappen muss.
Beide Bodenteile werden mit Scharnieren an der Kiste befestigt, am besten Seitlich. Dadurch kann ich den Boden partiell, oder komplett aufklappen ohne die darauf sitzenden Bienen durch das Abnehmen, Umhertragen und Wiederaufsetzten des Bodens zu stören, abzuschütteln, oder aufscheuchen.

So, und jetzt noch der aktuelle Stand in der BK: Es saßen auf allen Waben, auch im Honigraum Bienen, ich habe aber auf die Schnelle, keinen verdeckelten Honig gesehen.
Also, gibt es ( noch ) nichts zu ernten.

Mit :slight_smile: Gruß
Frank

Hallo Frank

es sind halt Bienen…
ok diese Erfahrung habe ich auch gemacht - aber Kopf hoch und weiter…
Warum Biki umgedreht - einfach nur hochkant stellen - und in Ruhe schauen - mit etwas Rauch…
Ein Boden - das ist der Vorteil der Biki

Bei mir:
früher wie 19:30 Uhr mache ich keine Bienen auf…- je nach Wetter
bei GewitterVorhersage erst recht nicht…

mein Tipp beobachten und lerne - jedes Volk ist anders

Gruss
Drohn

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Hallo Frank,

hast Du vor dem Öffnen Rauch gegeben?
3-4 kräftige Stöße ins Flugloch, dann 2-3 min warten, dann erst kippen und öffnen - dann ist es merkbar ruhiger.

Geteiltes Bodenbrett? - ich sehe keine Nachteile außer mehr Bauaufwand und eine Ritze mehr die sich verziehen kann und ständig zugekittet werden wird.

Ansonsten: Kiste nur Aufstellen, nicht komplett kippen. Ruhig arbeiten. Besonnen Rauch geben, nicht zu viel (siehe oben). Lieber spät am Abend und nicht bei Gewitter im Anmarsch. Und wenn sie trotzdem kämpferisch sind: zumachen und drei Tage später noch mal probieren.

Martin

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Die Bienen sind nach der Sommersonnenwende stärker auf Verteidigung gepolt. Schon mancher Anfänger, der seine Bienen nur lammfomm kennt, hat sich im Juli etwas erschreckt.

Wenn die Kiste geöffnet ist: die rückkehrenden Bienen, die Warteschleifen drehen, stechen nicht. Das sind die Verteidigungsbienen am Flugloch. Und die begrüßt man - wie @Drohn und @MartinLE schon geschrieben haben - mit einem Rauchstoß.

Der Vorschlag wurde schon oft gemacht. Warum ist es nicht so: es hat keine Vorteile, macht die Kiste aber komplizierter im Handling und der Konstruktion, es gibt Probleme mit Verkittung, insbesondere an der Kontaktstelle und mit „2-D-Bienen“ (bzw. „Briefmarkenbienen“) an der Seite mit den Scharnieren.
Die erwünschte Wirkung kannst Du (bei der Ernte, wenn die Kiste ganz umgedreht „auf den Rücken“ gelegt wurde) ganz einfach erzielen, in dem Du das Bodenbrett lose entsprechend versetzt über das Brutnest legst.

Hallo, vielen Dank schon mal für die zahlreichen Tipps.

Ja, habe ich, vielleicht zu wenig und vielleicht habe ich nicht lange genug gewartet. Der Angriff ging los, als ich das Bodenbrett zur Seite gestellt habe, auf dem sehr viele Bienen saßen.

Ja, zur Honigraumkontrolle sollte das auch reichen. Das werde ich beim nächsten Mal so machen.

Das Problem habe ich aber jetzt auch schon, ich habe das Bodenbrett beim verschließen in 2 Händen und kann dann den Rand nicht mehr von Bienen frei fegen. Wenn das Bodenbrett an einem Scharnier befestigt wäre ( an der langen Seite der Kiste ), könnte man es mit einer Hand halten und mit der anderen die Bienenvom Rand wegfegen.

Dafür müsste ich aber die auf dem Boden sitzenden Bienen vorher vertreiben, sonst hätte ich Angst, zu viele zu zerdrücken, wenn ich den Boden einfach nur nach vorne über das Brutnest schiebe.

so, das waren jetzt ganz schöne viele „aber“, ich werde auf jeden Fall versuchen, beim nächsten Öffnen eure Tipps umzusetzten. Dann sollte es besser klappen. :slight_smile:

Das Gefühl hatte ich auch anfangs, allerdings waren das bei mir die Drohnen, die auf dem Brett saßen und dann losgeflogen sind – die machen dabei ja einen Bärenlärm, hört sich erstmal bedrohlich an. Dass die vom Bodenbrett aber richtig angreifen hatte ich noch nicht.

Hmm, ich fasse das Bodenbrett mit einer Hand an dem oberen Kantholz auf dem die Kiste dann steht und habe so die andere Hand frei für den Besen oder Smoker. Man kann das Brett ja locker an den vorderen Schrauben abstellen und dann sogar die Seite wechseln. Ist etwas umständlich aber machbar …

Lieber @Franky, Deine „Probleme“ sind in erster Linie Anfänger-Unsicherheiten. Ich rate Dir, einen Kurs zu besuchen oder einen anderen (im Idealfall Bienenkisten-)Imker zu finden, bei dem Du Dir ein paar praktische Kniffe abschauen kannst.
Was Du beschreibst, hat nur indirekt mit der Beute zu tun. Ich sag’ mal so: „andere Beute – andere Probleme“ :wink:

Da bin ich gerade dabei. Ich habe zu Weihnachten von meiner liebsten einen Imkerkurs bei den Stadtbienen geschenkt bekommen. Dieser Kurs ist im März trotz Corona gestartet, die erste Unterrichtseiheit war online und ab da dann in kleinen Gruppen am Bienenstand.
Der Originalton von einem Mitglied des Imkervereins Kassel war „Verkauf den Scheiß gleich wieder“ als ich mal an einem Infostand vorgesprochen habe.
Die Stadtbienen imkern übrigens mit einer Bienenbox. Ist auch eine Einraumbeite, allerdings mit Rähmchen.
Einen Imkerpaten habe ich auch, aber der imkert konvensionell und schaut sich das eher interssiert an, was ich da mit der BiKi treibe.

Ich habe diese Teilung des Bodenbretts/Deckels genauso gemacht wie Du vorschlägst; und dies jahrelang als echten Vorteil genossen. Du musst immer nur den Teil der BiKi öffnen, an den Du ran willst (HR oder BR), außerdem sind diese einzelnen Teile viel leichter zu händeln als das große Brett.
Ein Tischler wird bestätigen, dass sich zwei kleine Bretter auch weniger verziehen, das ist aber nur ein Nebendetail, denn mit dem Verziehen des Holzes hatte ich beim Deckel keine Probleme (die tauchten eher bei der Kiste im Quadrat auf, bemerkbar am hinteren Eingang zum HR, da es da keine Versteifung gibt).
Ich hatte über dem Spalt noch eine Leiste zum Abdecken der Fuge zwischen den beiden Teilen. Diese Fuge war genau neben dem Schied. So konnte ich sogar das Schied einsetzen oder entnehmen ohne HR-Öffnung.
Dir viel Spaß weiterhin mit der BiKi, mit oder ohne geteilten Deckel.

Das denke ich auch, auf der einen Seite habe ich die Scharniere und auf der anderen Seite habe ich jeweils 2 Ferriegelungen, statt eine an jeder Ecke.

Danke für deine Rückmeldung, ich denke, ich werde das bei Gelegenheit mal umbauen. :slight_smile:

Hallo Frank und ForumskollegInnen,

habe meine Biki auch erst im dritten Jahr … kann als ebenfalls nicht mit der großen Erfahrung aufwarten … möchte dennoch mal 2 Dinge zum Thema in den Raum stellen:

  1. Tageszeit
    Also abends haben mich meine Bienen auch schon verhauen - wenn auch längst nicht so schlimm wie Dich, Frank. Wenn ich mir vorstelle, daß zum Abend hin alle Fliegerinnen, die den ganzen Tag gesammelt haben, gerade zurück sind und mit den Kolleginnnen beim Feierabendbier sitzen, dann kommt das Herrchen oder Frauchen und macht ne Razzia … daß das nicht auf Gegenliebe stößt, kann ich verstehen.
    Seitdem gehe ich in der Frühe zu den Bienen, zumindest vormittags.
    Im zusammenhang mit der Honigernte bin ich auch immer wieder auf die Empfehlung gestoßen, früh morgens zu arbeiten - am besten sogar nach einem Regentag. Es liegt dann eine gewisse Zeit hinter einem, in der die Bienen nur getrocknet, aber keinen neuen nassen honig eingetragen haben.

  2. Gibt es gute und weniger gute Tage?
    Ich will die Frage wirklich offen lassen.
    Seit einiger Zeit versuche ich, mich in der Bearbeitung eines Volkes an dem „Thunschen Kalender“ zu orientieren.

[Maria Thun (1922-2012) hat ihr ganzes Leben die Einflüsse kosmischer Konstellationen auf das Pflanzenwachstum untersucht und gefunden, daß vor allem der Mond, aber auch die Planeten in ihren Stellungen innerhalb des Tierkreises einen Einfluß darauf haben, ob z.B. meine Bearbeitung des Beetes besonders förderlich für die Wurzel-, Blatt-, Blüten- oder Fruchtentwicklung einer Pflanze ist. Ihr Sohn Matthias Thun ist Imker und hat die Versuche auf die Bienen erweitert.]

Schon früher hatte ich beim Brotbacken gute Erfahrungen mit der Thunschen Arbeit gemacht und so lag es für mich nahe, dieses Kalendarium in die Arbeit mit den Bienen einzubinden. Bisher spricht eigentlich vielmahr dafür als dagegen, das weiterhin so zu halten.

Nach Thun sind es die Blütentage, die erstmal pauschal für den Umgang mit den Bienen empfohlen werden (Spezielles, wie z.B. Anregungen zum Wabenbau an Erd-(Wurzel-)Tagen oder Impulsierungen in Richtung Honig an Fruchttagen. finden sich auch). Intererssant ist auch, daß der Grundrhythmus, z.B von einer Blütenphase (meist gut 2 Tage) zur nächsten etwa 9 Tage beträgt. Das paßt ganz gut mit dem Zyklus der Schwarmkontrolle.

Auch wenn das einen günstigen Hintergrund abgeben mag, so kann das sicherlich nicht kompensieren, ob ich innerlich ruhig oder nervös den bienenstock öffne …

Gruß

Bernd