Alte Einraumbeute

Guten Tag zusammen

Wir haben zwei alte Einraumbeuten bekommen und sind diese nun am renovieren. Da ich bis jetzt mit der neuen Einraumbeute imkere habe ich mit den alten Kisten keine Erfahrung.

Meine konkrete Frage wäre, ob mir jemand sagen kann was ich tun muss, dass die Kiste richtig belüftet ist.
Der Boden besteht aus einem Gitter und glaub einer Möglichkeit zum einschieben von Brettchen darunter.

Danke euch für Tipps und Hinweise.
Grüsse aus der Schweiz.

Daniel





Hallo Daniel,

es gab vor nicht all zu langer Zeit im Forum noch die Möglichkeit die Original Broschüre von Mellifera zu Deiner Version der Einraumbeute herunterzuladen.

Leider kann ich aktuell keine Quelle im Internet für dieses Dokument finden.
Vielleicht kann Dir @EmmBee helfen.

Grundsätzlich sollte Deine Beute mit einem offenen Gitterboden aber ausreichend belüftet sein, es ist nicht erforderlich etwas zu modifizieren.

Lieber @Daniel,

Leider kann ich da auch nicht weiterhelfen. Es ist nicht gewünscht, dass das Dokument zur Verfügung gestellt wird, und das möchte ich respektieren.

ich würde Dir daher empfehlen, mal direkt an der Quelle, d.h. bei Mellifera, nachzufragen!

Liebe Grüße,
Michael

Hallo @Daniel ,
vielleicht hilft dir das weiter.

Es könnte sein das deine Kisten noch die Vorgänger dieser Bauform ist.
Ich sage mir aber immer : Mit gewissen Kenntnissen in Physik und logischem Denken versteht man fast alles.
Also die beschriebenen Betriebsweisen der einzelnen Bauformen aus den letzten Jahren miteinander vergleichen und logische Schlüsse daraus ziehen.
Gruß Jörg

Vielen lieben Dank für die ausführliche Antwort, das ist sehr lieb.

Ja ich denke auch, dass mit dem Gitterboden genügend Luft rein kommt.
Die Frage für mich ist eher, wie das im Winter ist. Dann ist es ja sehr offen. Es gibt da unten so zwei Führungen wo ich denke, dass man Brettchen einschieben kann, allerdings habe ich dann das Gefühl, dass es dann sehr geschlossen ist.

Ich schau aber gerne mal in der Anleitung und rüste dann ev. die Lüftung nach.

Danke und ein lieber Gruss

Hallo Daniel,

die sehen für mich aus wie die Einraumbeuten vom Bienen Janisch:

Ich habe davon aktuell 4 im Einsatz und lasse über den Winter den Boden offen - also schiebe die Windeln nur für die Varroa-Behandlung ein.
Ab Frühling schiebe ich den Boden auf der Seite Richtung Flugloch ein. Die Flugloch-ferne Seite lasse ich das ganze Jahr offen.

Falls du den Boden lieber schließen möchtest - wie bei der Mellifera ERB - kannst du z.B. diese Abdeckplatten verwenden.

Viele Grüße
Philipp

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Lieber Philipp

Ganz herzlichen Danke für deine ausführliche Mail.
Ich denke da hast du absolut recht und das hilft mir sehr.
Das ist sehr interessant. Kann man den Boden wirklich den ganzen Winter offen lassen? Ist das dann nicht zu wenig isoliert? Ich frage nur, weil ich mich an die „neue“ Einraumbeute von Mellifera gewohnt bin und diese halt unten geschlossen ist.
Du hast ja noch den Hinweis für die Abdeckplatten geschickt, dann kann man da wirklich auch den Boden schliessen. Aber wir ist es dann mit der Belüftung?

Danke dir viel Mals und ein lieber Gruss und einen guten Wochenstart.

Daniel

Hallo Daniel,

die Abdeckplatten passen gut und verschließen damit den Boden. Wenn ich sie nutzen würde, würde ich es wohl ähnlich wie bei der Mellifera ERB machen und in der Abdeckplatte im Fluglochfernen Bereich ein paar Belüftungslöcher bohren. Dazu habe ich aber keine Erfahrungswerte, da ich den Boden - wie oben geschrieben - offen lasse.
Wahrscheinlich ist der Futterverbrauch höher aber sonst war es für meine Bienen die letzten 4 Jahre kein Problem, da die Beute gut isolierte Deckel hat und sich so wohl die warme Luft gut im oberen Bereich bei der Bienentraube halten kann.

Viele Grüße
Philipp

Hallo Daniel,
wie schon Philipp schrieb, sind dies eindeutig Beuten von Janisch.
Ich habe diese auch seit 2019 in Betrieb.
Bin in den letzten Jahren von dem offenen Boden abgekommen.
Dieser hat folgende Nachteile: Zugluft bei stürmischen Winterwetter, die Bienen streben bei zuviel Licht von unten zum Gitter und suchen den Ausgang, Wachsmotten haben freien Zugang, Räuberbienen belauern die Unterseite, heruntergefallener Pollen ist verloren …
Ich habe in jüngster Zeit ein dünnes Brettchen/Pappe eingelegt und bin überrascht, wie entspannt die Bienen sind und im Frühjahr durchstarten.
Zur Belüftung ist nur folgendes wichtig: möglichst Klimadeckel verwenden; Auf den Rähmchen muss unbedingt ein Tuch liegen, am besten ohne Wachs. Dieses muss dicht bis über das Wärmeschied aufliegen und dahinter nach unten frei hängen. Das Wärmeschied muss auch seitlich dicht sein. Sobald man diese Dinge nicht beachtet und die warme Luft aus dem Brutraum in den Leerraum gelangt, entsteht Feuchtigkeit durch Kondensation und dann Schimmel. Günstig ist es auch, mit möglichst wenig Waben zu überwintern, bei mir 7 bis 8. Im Frühjahr tropft es manchmal und zeitweise im Brutraum von den Wänden, führt aber nicht zu Schimmel. Das Flugloch ab Anfang März auf 15 - 19 cm² geöffnet reicht völlig zur Belüftung aus (im Sommer mach ich es noch etwas größer).
Zur Varroakontrolle wird der Schieber darunter genutzt und das Brettchen muss raus.

Liebe Grüße
Frank

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Soweit ich sehe, hast du hier eine Einraumbeute von Bienen Janisch.
Ich habe 9 Stück davon in Verwendung. Einschub Bretter für unten und Fluglochkeile kannst du auf deren Homepage nachkaufen.
Und dann geht’s los.
Belüften musst du da gar nix :wink:

Guten Morgen

Vielen lieben Danke für deine Antwort, das ist super.
Hast du dann die Bretter Sommer wie Winter eingeschoben? Hast du nie Probleme mit Schimmel?
Ich frag nur, weil die ERB vom Mellifera so ein ausgeklügeltes Belüftungssystem hat und da grösster Wert darauf gelegt wird, dass immer gelüftet wird.

Danke dir und einen schönen Sonntag!
Lg Daniel

Ich habe die Varroaschieber das gesamte Jahr über drinnen. Ich habe in den Janisch-Bueten auch kein Wachstuch oder ähnliches auf den Rähmchen liegen. Ein Schimmelproblem habe ich bisher in diesen Beuten nicht gehabt. Das liegt vermutlich daran, dass auch bei geschlossenem Varroaschieber seitlich Luft dazu kommt.
In den Melliferae- ERB ist das anders da besteht der ganze Boden ja aus Holz. Beim Janisch ist es Gitter und seitlich Holzleisten. Da kommt genug Luft dazu.

Süße, Grüße, Valerie
www.cottage-honig.at

Lieber Frank

Herzlichen Dank für deine ausführliche und sehr hilfreiche Antwort. Ich werde mich gerne daran orientieren und meine Erfahrungen sammeln.

Das mit den wachsmotten war auch bei der Vorbesitzerin ein Problem, die Frassspuren am Holz sind enorm. Ich werde darum die Kisten bei uns in einer Sägerei noch mit in die temperierte Wärmekammer geben um allfällige, nicht entdeckte Motten, Raupen oder Larven abzutöten,

Ich wünsche dir viel Erfolg und ein lieber Gruss
Daniel