ich poste zum ersten Mal in diesem Forum. Mein Name ist Sebastian, ich komme aus Leonberg, bei Stuttgart, bin 47 Jahre alt, verheiratet und Vater zweier Kinder und betreibe seit ca. 8 Jahren das schöne Hobby der Imkerei. Wirklich nur als Hobby, der Honigertrag ist immer nur Bonus. Es ist schön, die Kinder mit an den Bienenstand zu nehmen und mit ihnen die Entwicklung eines Volks zu begleiten. Aktuell haben wir 3 Völker. Die stehen in der Stadt (mit Wiesen und Wald in Reichweite) auf einem Garagendach.
Ich imkere wie gesagt seit einigen Jahren, aber bisher nur mit der Bienenkiste. Die Wesensgemäße Imkerei gefällt mir sehr gut (weniger gut gefällt mir, dass man beim Verschließen der Bienenkiste oft einige Bienen quetscht). Um besser auf die Waben schauen zu können, und irgendwie noch näher dran zu sein, habe ich dieses Jahr mit der Einraumbeute von Mellifera angefangen. Da ich früh anfangen wollte, habe ich mir zum ersten Mal einen Bio-Kunstschwarm gekauft und den in die Einraumbeute eingeschlagen. Das war am 9. April. Dort hatte ich erst 5, dann 6 5-fach gedrahtete Rähmchen eingehängt.
Die Trachtsituation in der Stadt ist im Frühling immer besonders gut und das Volk ist zahlenmäßig explodiert. So gut, dass es am 23.5. geschwärmt ist. An dem Tag hatte es 5 Rähmchen komplett und das 6. fast ausgebaut. Dann wurde ich leider in einen Verkehrsunfall verwickelt und war mehrere Wochen im Krankenhaus, mit mehreren OPs und allem drum und dran. Der Bienenstand war in der Zeit unbeaufsichtigt. Am 15.6. konnte ich dann die erste Kontrolle nach dem Unfall machen und habe gesehen, dass alle 6 Rähmchen komplett ausgebaut sind. Das Brutnest sieht gut aus, die neue Königin stiftet und die Waben sind gut mit Honig gefüllt. Habe dann noch ein 7. Rähmchen eingesetzt (viel zu spät, das weiß ich, aber früher ging es nunmal nicht), dass aber - Stand gestern - nicht weiter ausgebaut wird.
Durch die unbetreute Zeit, während meiner Rekonvaleszenz habe ich also vermutlich den Zeitpunkt der Erweiterung verpasst. Jetzt ist die Frage, was ich tun kann. Ich würde gerne einfach 2 ausgebaute Rähchen einhängen und ggf. füttern, damit sie ausreichend Wintervorräte aufbauen können, habe aber natürlich keine ausgebauten Rähmchen, da es mein erstes Jahr mit der Einraumbeute ist.
herzlich willkommen hier und weiterhin gute Genesung wünsche ich dir.
Schön zu hören, dass es dir um die Bienen geht - weniger um den Honig. (Das ist auch mein Weg. Aber man wird nicht gleich zum schlechten Menschen, wenn man doch auf den Honig aus ist.)
Das Quetschen der Bienen kann man mit “Bouncing” (Suche Youtube Phil Chandler) vermeiden.
Das Bienenjahr endet im Juli… manche bezeichnen auch die Sommersonnenwende als dieses Datum.
Wenn du vom 7. Rähmchen sprichst, geht’s in der Folge wohl nur noch um die Einraumbeute… hast du Fotos?
Aber egal… Da das Bienenjahr vorbei ist, haben die Bienen vorn den Honig eingelagert. Da haben sie ja dennoch genug Platz dafür. Sie sind wahrscheinlich auch jetzt schon gut auf den Winter vorbereitet… und werden jetzt auch nicht mehr nennenswert bauen.
Was spricht dagegen, die Bienen mit dem 7. Rähmchen einfach so weitermachen zu lassen? Ich denke, Sie wissen sehr wohl, was sie tun.
Ganz im Zweifel könntest du eine Dadant-Mittelwand einlöten und statt des leeren 7.Rähmchens einsetzen.
Ich würde mich fragen, was hätten die Bienen vor einer Million Jahren gemacht?
Ich denke, die hätten sich eine schön isolierte Bauhöhle gesucht… der Raum wäre nicht größer gewesen. Wenn ich was machen würde, würde ich sie im Herbst gut einpacken, damit die nicht so viel Honig verheizen müssen…
erst einmal vielen Dank für Deine Antwort und Deine Genesungswünsche. Gesundheit ist ein fragiles Ding und man muss nicht einmal Schuld sein (mir ist einfach jemand ins Auto gefahren) und schon hat man sie nicht mehr und weiß zu schätzen was man an ihr hatte.
Ja, das ging vielleicht nicht klar hervor, ich beziehe mich mit meiner Frage ausschließlich auf die Einraumbeute. Um die beiden Völker in der Bienenkiste mache ich mir aktuell wenig Sorgen.
Ich habe gelesen, dass in der Einraumbeute ca. 8-9 ausgebaute Rähmchen ausreichend Platz für Wintervorräte bieten und war deshalb etwas in Sorge da sie nur 6 haben.
Bienen “einfach Bien(e) sein zu lassen” ist oftmals auch mein Weg, den ich auch schon oft gegangen bin (meist erfolgreich). Ich war oft erstaunt, wie gut sie sich selbst reguliert haben. Es ging aber auch schonmal schief.
Ich will aber bei dieser für mich neuen Beutenart nicht die Chance verspielen, das Volk über den Winter zu bringen, deshalb habe ich mich hier angemeldet und um Einschätzung bzw. Hilfe gebeten. Das mit dem Einpacken ist auf alle Fälle eine Gute Idee, da fällt mir bestimmt etwas gutes ein. Egal was kommt, das werde ich wohl auf alle Fälle machen.
Das mit dem "Bouncing” kenne und praktiziere ich. Trotzdem passiert es mir immer wieder, dass ich dann beim nächsten Öffnen der Bienenkiste gequetschte Bienen finde. Auch wenn diese wenigen Verluste im täglichen Rauschen untergehen, missfällt mir das doch irgendwie. Bei der Einraumbeute lässt sich das ja toll mit dem Wachstuch verhindern. Aktuell plane ich, auch die beiden anderen Völker in eine Einraumbeute umzusiedeln, oder mindestens langfristig darauf umzustellen.
Ich nehme also als Rat mit: erstmal nichts tun, Varroa im Blick behalten und im Winter gut einpacken. Vielen Dank bis hierhin.
Wer weiß was seine Beute leer wiegt, hat es einfach. Bei mir wiegt diese 32kg mit leeren Rähmchen. Dazu rechnest du 6kg als Masse → für Bienen (2kg), Wachs (1,5kg), feuchteres Holz (0,5kg), Honig (1-2kg) der vielleicht kristalisiert und nicht nutzbar ist. Damit bin ich bei 38kg, die im Frühjahr nicht unterschritten werden dürfen! Und für die Überwinterung ab 38.KW brauchst du 6-10kg je nach Volksgröße. Dabei gehe ich von Völkern aus die eine Winterpause einlegen, was bei uns üblich ist.
auch Dir danke für deine Anmerkung. Meine Bienenkisten wiege ich sehr oft, die Einraumbeute habe ich noch nicht gewogen. Ich weiß aber wie viel sie leer wiegt, das war angegeben.
Wie wiegst Du deine Einraumbeute mit möglichst wenig Messfehler?
Hallo und danke. Sieht sehr simpel aus. Körperlich wird es mir dieses Jahr aber voraussichtlich nicht möglich sein die Box so zu wiegen. Schulter war mehrfach gebrochen und ich darf nicht schwer heben. Werde es vielleicht mal mit 2 Waagen versuchen.
Die Beute steht auf Wägezellen, durch welche das Gewicht laufend gemessen wird - eine Software archiviert den Verlauf, inkl. Komfortfunktionen wie Schwarmalarm, etc.
So ab ca. 400 € werden sie im Handel angeboten, wer gern selber Hand anlegt kann sich auch eines der vielen OpenSource Projekte im Internet aussuchen und so noch eventuell etwas Geld sparen.
Hallo Sebastian. In unserer Mellifera Regionalgruppe in Stuttgart imkern mehrere Leute mit der ERB. Du kannst als bei Bedarf jederzeit ein ausgebautes ERB-Rähmchen von uns bekommen.
Um die Wachsdrüsen der Bienen anzuregen, kannst Du außerdem versuchen, die Bienen mit dem dünneren 1:1-Sirup (1 kg Zucker : 1 kg Wasser) zu füttern. Das wird auch so im Handbuch zur ERB beschrieben. Herzliche Grüße, Ingo
bitte entschuldige die späte Antwort, das Wochenende hat mich etwas verschluckt.
Ich würde das Angebot des ausgebauten Rähmchens gerne annehmen. Ich zahle auch gerne etwas dafür und gebe dann natürlich ein unbenutztes Rähmchen (gedrahtet, oder nicht) dafür ab.
An wen genau soll ich mich denn wenden?
Gruß und einen schönen Restsonntag
Sebastian
Vergessen:
füttern werde ich auch, aber erst wenn sich ein Zeitfenster ergibt in dem die Sonne nicht mehr voll auf die ERB knallt. Ich hatte hier schon einige Fälle von Räuberei durch fremde Völker (nicht weit entfernt hält ein Imker ca. 6 Völker).
Wägezellen mit Raspberry Pi und Push Benachrichtigung bei Schwärmen oder Räuberei habe ich, aber bisher nur bei den Bienenkisten.
Hallo, das mit dem Bouncing würde mich interessieren und auf YouTube hab ich den Barfussimker gefunden nur in welchem der Videos stellt er das Bouncing vor?
ich würde mir gern die Zeit der Suche ersparen und erkläre es nur kurz…
Die Ausgangssituation ist die: Du willst die Oberträger zusammenschieben und es laufen viele Bienen dazwischen rumm…
Dann schiebst du die Oberträger zusammen, bis sich ein leichter Widerstand bemerkbar macht. Damit ist mindestens eine Biene GEquetscht… wenn man jetzt weiter drückt, knackt es, dann ist sie ZERquetscht… nicht gut.
Die Bienen mögen es nicht GEquetscht zu werden. Wenn man jetzt wieder den Oberträger einen(?) Milimeter zurückzieht, kann sich die Biene wieder bewegen. Wenn man das ein paar mal macht, sind ohne jede Tötung alle Bienen aus dem Gefahrenbereich geflüchtet und die Oberträger sind geschlossen. Die Bienen, die sich oben auf dem Träger befinden, laufen über diesen zurück ins Nest.