Zu viele Drohnen, zu wenig Arbeiterinnen

Hallo an alle in die Runde,

ich bräuchte mal euren gemeinschaftlichen Rat. Ich habe ein Bienenvolk, dass ich im letzten Jahr als Schwarm übernommen habe. Als ich heute die Beute geöffnet habe, waren sehr viele Drohnen zu hören und auch zu sehen. Auf den Brutnestwaben ist viel Drohnenbrut und ganz wenig Arbeiterinnenbrut. Die Königin ist definitiv da, ich konnte sie heute sehen. Ich habe so das Gefühl, dass das Volk so in einem Ungleichgewicht ist und so nicht über den Winter kommen kann, weil es kaum Arbeiterinnen gibt. Kann ich was tun? Kann ich in irgendeiner Weise eingreifen um das Volk zu retten?

Danke im Voraus für eure Hilfe.

Hallo Franzi,

ich hatte noch nie ein drohnenbrütiges Volk, also bin ich auch nicht der kompetenteste Ratgeber hier im Forum für Deine Frage, aber wenn sonst niemand etwas dazu sagt, dann wage ich mich mal vor.

Normalerweise würde ein Volk, wenn mit der Königin etwas nicht stimmt, von sich aus rechtzeitig umweiseln.

Im Notfall mit Nachschaffungszellen, dazu benötigt es aber junge Larven (maximal drei Tage alt).

Wenn das Volk bereits drohnenbrütig ist wird es komplizierter, dann muss der Imker eingreifen um es zu retten.

Im Magazin bienen & natur steht gerade ein Artikel zu diesem Thema online: Drohnenbrütig – was tun?

Vielleicht hilft dir das weiter.

LG. Hartmuth

Hallo Hartmuth, vielen Dank, dass du mir einen Rat gibst. Ich habe die Königin sicher gesehen und tendiere nach dem Lesen des Artikels auch dazu, dass die Königin nicht mehr genügend befruchtete Eier legen kann. Ich habe in einem anderen sehr starken Volk vier Weiselzellen, von denen ich zwei brechen müsste. Wäre es eine Option das Rähmchen mit den 2 Weiselzellen in die drohnenbrütige Beute zu hängen? Oder ist das zu einfach gedacht? Ist das noch wesensgemäß? So viele Fragen… :slightly_smiling_face:

Hallo Franzi,

auch damit hab ich selbst keine Erfahrung.

Im Internet gibt es Berichte über erfolgreiche Umweiselungen durch Zusetzen von schlupfreifen Weiselzellen.

Zum Zeitpunkt des Zusetzens muss das Volk entweiselt sein.

Es besteht die Gefahr, dass die Arbeiterinnen die Weiselzelle öffnen und die Königin nicht annehmen, besonders wenn noch offene Brut im Volk vorhanden ist.

Es gibt Gegenmaßnahmen um die Weiselzellen davor zu schützen.
Weiselzellen können auch bei Stößen und Temperaturschwankungen Schaden nehmen.

Auf dem folgenden Video wird gezeigt wie eine einzelne schlupfreife Weiselzelle eingesetzt wird, ob das mit einem ganzen Rähmchen auch so funktioniert kann ich leider nicht sagen.

Den Vorgang an und für sich finde ich nicht besonders wesensgemäß, aber ein gerettetes Volk rechtfertigt eventuell die Mittel.

Liebe @Franzi_MV,

super, dass du so genau hinschaust. Ich beobachte im Naturbau um diese Jahreszeit teilweise so viele Drohnen, dass mir ganz blümerant wird. Aber solang Arbeiterinnenbrut da ist, würde ich ihnen vertrauen, dass sie wissen, was sie tun und wann sie es tun. Beobachte mal, wie lange weiter Drohnenzellen bestiftet werden, oder ob sich das Verhältnis irgendwann wieder ändert. Erst wenn kaum mehr Arbeiterinnenzellen bestiftet werden oder sich daraus Drohnen entwickeln, würde ich hellhörig werden und vielleicht mal eine Weiselprobe versuchen.

Alles Gute dir

Katrin