Weshalb haben Söhne keinen Vater?

Guten Tag,
möglicherweise kann mir hier jemand die folgende Frage beantworten:
Was hat sich die Natur dabei gedacht Töchtern einen Vater zu geben und Söhnen nicht.

schau mal, vielleicht findest du Antworten in der Erklärung hier zu Eusozialität, Haplodiploidie & Verwandtenselektion: Verwandtenselektion – Wikipedia

Leider klärt das nicht die eigentliche Frage, das „Weshalb“…

Ich würde sagen: die Natur »denkt« nicht. Aber sie ist in Ihrer Diversität ganz wundervoll. Es gibt in der Natur die unglaublichsten, phantastischten Dinge :heavy_heart_exclamation:

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Ich kann mir vorstellen, dass das fast die einzige Möglichkeit der Steuerung durch das Volk oder eher der Stockmutter ist, wann wieviele von jedem Geschlecht im Volk sind. Es gibt ja Tiere, die das von sich aus nach Bedarf ändern, bei Bienen geht das halt nicht. Aber dadurch kann die Weisel steuern, dass es im Frühjahr/Frühsommer viele Drohnen gibt und im Winter nicht. Hätte sich natürlich vielleicht auch über das Futter oder Ähnliches entwickeln können …

Weil mich @JBL’s Ausgangsfrage auch interessiert, habe ich nochmal recherchiert und dabei zwar keine wirklich erhellende Antwort, aber dafür dieses anschauliche Bild gefunden. Ein Drohn hat keinen Vater, aber genau 1 Großvater und 1 Urgroßvater:

Die Quelle mit weiteren interessanten Erläuterungen:

Steuert das nicht der Bien über den Wabenbau (Arbeiterinnenzellen vs. Drohnenzellen)? :thinking:

Nein, die Natur „denkt“ tatsächlich nicht. Mit anderen Worten: Die Evolution verfolgt keine „Absichten“. Aber mit der Art, wie Honigbienen (oder auch Ameisen) sich fortpflanzen, hat sie sich schon etwas ganz besonderes einfallen lassen. Nur dank dieses Einfalls konnten überhaupt „Superorganismen“ von Insekten entstehen, in denen ausschließlich die Königin Eier legt, während ihre Schwester, die Arbeiterinnen, auf eigene Nachkommen verzichten (nicht immer, aber im Prinzip). Der Grund ist, dass eben wegen dieser speziellen Fortpflanzungsweise (Drohnen haben keinen Vater) die Arbeiterinnen untereinander enger verwandt sind, als sie es zu eigenen Nachkommen je sein könnten. In Zahlen: Die Gene von Arbeiterinnen und ihrer Schwester, der Jungkönigin, stimmen zu 75 Prozent überein - mit eigenen Nachkommen wären sie nur zu 50 Prozent verwandt. Wie das kommt, ist mit Worten etwas kompliziert zu erklären, aber diese Grafik zeigt es ganz gut:

Was hier am Beispiel der Ameisen dargestellt wird, gilt ebenso für die Honigbiene. In beiden Fällen können die Arbeiterinnen mehr von ihrem Erbgut weitergeben, wenn sie statt eigener Nachkommen fruchtbare Schwestern (Jungköniginnen) aufziehen.

Quelle der Grafik: Meuterer gegen die Königin - DER SPIEGEL

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Ohne das jetzt wirklich wissenschaftlich zu belegen… mir fällt Darwin ein. Versuch und Fehlschlag. Oder eben Erfolg.

Vielleicht hat es sich in der Evolution der Vorbienen als erfolgreich erwiesen, dass eine Weisel Spermien nur für die dringend notwendigen Arbeiterinnen nutzt und für Jungs nicht. Sie kam damit länger mit dem einen Hochzeitsflug im ersten Jahr aus, konnte mehr Arbeiterinnen produzieren als die Nachbarin. Und vielleicht sogar deren Drohnen nutzen. Hervorgerufen durch eine Mutation das Ganze.

Es hätte auch aus irgendwelchen Gründen ein Fehlschlag werden können. Aber war es nicht, bis heute.

Das ist natürlich nicht irgendwie belegt, ich finde es trotzdem schlüssig :sweat_smile:

Guten Tag Manfred @schak,

dein Beitrag im Spiegel erklärt den Evolutionsprozess zum Superorganismus und die Vaterlose Rolle der Söhne sehr gut.
Vielen Dank für die schöne erklärende Grafik!

Viele Grüße
Jürgen