Wachsverarbeitung bei Oxalsäureverdampfung behandeltes Volk

Servus,

Ich habe voriges Jahr in der Bienenkiste Oxalsäure verdampft. Ein Volk hat der Sturm zu Neujahr umgedreht und sehr überraschend ist trotz diesem Unfall reger Flugverkehr und Polleneintrag. Ich habe vor, das total abgebrochene Wabenwerk, das bereits am Boden angebaut wurde zu entfernen und die Bienen neues bauen zu lassen. Meine Frage, was meint ihr, kann ich das mit Oxalsäure ausgesetzte Wabenwerk einschmelzen und noch für Kosmetik und Bienenwachstücher weiterverarbeiten? Und, meint ihr, ist die Zeit jetzt im April für eine Bauerneuerung passend?

LG Stefan

Ich würde ja sagen, wann, wenn nicht jetzt :man_shrugging:
Im Frühjahr ist, meines Wissens, der Bautrieb am größten und, wenn das Volk erstmal gewachsen ist, wird das alles nicht einfacher. Und im Zweifelsfall werden die Bienen auch die Waben für Brut nutzen.
Da hat der Sturm aber ordentlich was durcheinander gebracht, jungejunge :astonished:
Ich wünsche dir auf jeden Fall schonmal viel Erfolg für die OP!

Ach so, und die Oxsalsäure: Da habe ich keine Ahnung von, aber wenn die Bienen darauf leben, hätte ich für äußere Anwendung keine Bedenken … das ist ja jetzt schon etwas her …

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Hallo StefanK

mal angenommen, Du hast 1g Oxalsäure benutzt und das Wachs wiegt 1kg,
weiter angenommen, sämtliche Oxalsäure ist in das Wachs übergegangen,
dann hat dieses jetzt einen Oxalsäuregehalt von 0,1%.

Spinat hat über 0,4%, Mangold 0,6%.

Gruß
Heiner

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Es gibt zum Thema Rückstände nach Bedampfung mit Oxalsäure einen Forschungsbericht von der Lehr- und Versuchsimkerei Fischermühle des Vereins Mellifera e.V. aus dem Jahr 2000/2001.

Forschungsergebnisse zur Oxalsäure Verdampfung aus dem Winterhalbjahr 2000/2001

Ich denke so wie Heiner, dass Du Dir keine Sorgen machen musst.

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Vielen Dank Euch, ja, ihr sagt es, jetzt ist der ideale Zeitpunkt für die Bauerneuerung. Drohnen gibt’s schon, falls bei der OP mit der Königin was passiert wäre und die Kirschblüte geht diese Tage los. Ich habe heute bei idealen Wetter das abgerissene Wabenwerk entfernen und die Bienen für einen Wabenneustart einlaufen lassen können.
Aufgrund dieser Sturmerfahrung gurte ich ab jetzt ganzjährig alle Bienenkisten mit dem Boden ab. Diese Kiste lag 1,5 Meter vom Platz entfernt auf dem Deckel, also übergedreht.

Wünsche Euch alles Gute.

Krass! Bei Stapelbeuten wie Warré kann ich mir das vorstellen, aber dass die recht flache Bienenkisten so‘n Auftrieb kriegt … :astonished:
Steht die auf einem geschlossenen/beobachteten Grundstück oder könnte es auch Vandalismus sein?

Ja, das hätte ich mir auch nicht gedacht, dass der Auftrieb so stark sein kann. Ein Gebäude steht ein paar Meter in der Nähe. Aber es war mit Sicherheit der Sturm, ich war vor Ort. Eins weiß ich jetzt, alles wird ganzjährig mit dem Erdboden verankert.

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Sehr richtig, Heiner! Oxalsäure ist zudem aber gar nicht lipophil, geht also gar nicht ins Wachs. Das Beste ist, dass Oxalsäure gar kein Giftstoff Wortsinne ist, sondern in unserem Stoffwechsel vertreten ist. Also Zwischenprodukt bei vielen Biochemischen Abläufen. Ebenso wie Milchsäure.
Therapeutisch zur Milbenbehandlung genutzt wird ja nur die hohe Konzentration.

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