Unmenge toter Bienen vor der Bienenkiste

Seit gestern liegt ein großer Haufen toter Bienen vor der Bienenkiste sowie im Honigraum, es werden immer mehr. Es sind auffällig viele Drohnen dabei bzw. noch lebende Drohnen werden von Arbeiterinnen vor die Tür gesetzt. Viele sterbende Bienen ‚zittern‘, auch sieht der Hinterleib / Stachel der toten Bienen kaputt / ‚ausgefahren‘ aus. Das Einflugbrett ist recht schwarz verfärbt. Seit einigen Tagen bringen die Bienen keine Pollen mehr von ihren Sammelflügen mit.
Den Schwarm haben wir letzten Frühling bekommen, bislang ist er gut durch den Winter gekommen. Letzten Donnerstag haben wir erstmalig für dieses Jahr geöffnet, es war ein reges / dichtes Treiben in den Waben. Weiselzellen sind gebaut, aber bislang nicht belegt. Die Königin haben wir nicht gesehen.
Wir fragen uns, ob es sich um die ‚Maikrankheit‘ handeln könnten - Bestäuben mit Zuckerwasser? oder ob das Volk drohnenbrütig ist (Königin tot?) oder auch ausgeräubert wurde…
Wir sind Anfänger und über jeden Hinweis / Ratschlag sehr dankbar.

Liebe Susanne,

Ferndiagnosen sind immer schwierig und ohne Fotos vom Zustand ein großes Ratespiel…

Wie ist das Wetter und die Tracht bei euch in der Region? Und in den letzten 14 Tagen?
Das schwarze Einflugbrett - meinst du schwarz durch Bienenkot?
Wie war die Futtersituation am letzten Donnerstag bei der Durchsicht?

Gruß, Sebastian

so in der Art war das bei mir voriges Jahr auch - ich habe relativ schnell CBPV vermutet. Habe dann ein Honigglas toter Bienen eingesammelt und ins Bieneninstitut geschickt. Meine Vermutung war korrekt. Ich dachte anfangs noch, dass es seltsam ist, dass die Bienen um diese Jahreszeit schon Drohnen vor die Türe setzen - mir war klar, dass etwas nicht stimmt. Bei uns war das Einflugloch aber nicht schwarz, das Zittern war aber auch eines der Symptome bei uns, der Hinterleib war bei vielen Bienen dunkler als gewöhnlich. Ich würde tote Bienen einsammeln und zur Sicherheit auch einsenden. Mein Volk hat sich zum Glück wieder erholt, wir haben die Honigwaben heraus genommen und ordentlich zugefüttert, weil die Bienen so schwach waren, dass sie kaum etwas eintragen konnten

Sebastian und Salome, vielen Dank für Eure Nachrichten!
Zu Sebastian: die letzten 14 Tage war es kalt und regnerisch (wir wohnen in der Pfalz, demnach recht untypisch). An warmen Tagen sind die Bienen sehr rege ausgeflogen und kamen mit dicken Pollenhöschen zurück. Mit dem kalten Regenwetter hat sich das deutlich reduziert, Pollen haben Sie länger nicht mehr gebracht. Wir wohnen in einer Kleinstadt am Waldrand, die Apfelblüte ist gerade durch. Man sollte vermuten, dass ausreichend Nahrungsangebot besteht.
Beim Öffnen letzten Donnerstag konnten wir weder Honig- noch Brutwaben ausmachen. Die Waben wurden ‚intensiv bearbeitet‘, der Rauch hat die Bienen nur einige cm in die Waben zurückgedrängt - bis dahin nur leere Waben. Wir wissen allerdings nicht, wie es weiter im Inneren aussah… den Honigraum haben wir Anfang Mai erweitert, damit sie so kräftig schienen. Hier haben sie aber nur gering weitergebaut, geschweige denn Honig eingelagert. Zugegebenermaßen haben wir die Kiste beim letzten Öffnen nicht gewogen…
Zu Salomes Antwort: Aha! Der Beschreibung nach könnte auch das passen. Wir werden ja wohl nicht die vielen Drohnen mit aufgeblähten Arbeiterinnenbäuchen verwechseln?!?
Auf alle Fälle haben wir nun auch im Honigraum Platz gemacht und füttern zu (nachdem wir die Bienen auf den Waben mit einer Zuckerlösung besprüht haben). Das erscheint sinnvoll. Wenn ich es richtig lese, lässt sich CBPV zwar diagnostizieren, jedoch nicht behandeln?
Anbei noch ein Foto (mehrere lassen sich nicht hochladen?)

. Auch hiermit ist eine ‚Ferndiagnose‘ vermutlich schwierig / nicht möglich.
Ein befreundeter Imker aus dem gleiche Ort hat übrigens vorgeschlagen, eine neue Brutwabe einzusetzen für den Fall, dass die Königin tot wäre. Ließe sich das denn auch mit einer Bienenkiste realisieren?!

Liebe Susanne,

wie gesagt, es ist schwer aus der Entfernung eine „Diagnose“ zu erstellen…

14 Tage Schlechtwetter - für mich klingt das nach Futternotstand. Ich würde schnellstmöglich 1kg lauwarmes Futter (1:1, mit Kamillentee) so nah wie möglich an die Waben stellen. Mit einem Zerstäuber zusätzlich Futter über die Bienen sprühen, damit das Futter so schnell wie nur möglich an die Bienen kommt. Beute schliessen. Achtung: nur innerhalb der Beute sprühen! Einige erholen sich und klettern zurück in die Waben. Unbedingt! das Flugloch verkleinern auf 2-3 qcm.

Ein Tag später nochmal füttern, das Bodenbrett von den toten Bienen befreien. Sehr vorsichtig die Waben spreizen, um die toten Bienen zwischen den Waben zu lösen. Auch das Flugbrett gilt es zu reinigen (Kot entfernen!). Riskiert kein Verwesungsprozess in der Beute. Reinigt den Boden an den folgenden Tagen regelmäßig, ohne die Bienen dabei zu stressen. Vielleicht ist eine dritte Fütterung notwendig.

Das viele Drohnen sterben (gestorben sind) entspricht dieser Notsituation. Das Volk ist stark geschwächt, dass CBPV aufkommt ist normal.

Viel Erfolg!
Sebastian

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Vielen Dank für Deine konkrete Antwort, Sebastian! Haben heute Abend erstmals wieder zugefüttert und gehen weiter vor wie von dir vorgeschlagen. Mal schaun, wie es weitergeht. Beste Grüße, Susanne

ich habe auch gefüttert, um das Volk wieder zu stärken - man kann so gesehen nicht viel anders machen. Es wird geraten, die Königin zu ersetzen, weil diese die Krankheit wohl genetisch weiter gibt - so wird es im Normalfall gehandhabt und dazu wurde mir auch vom Bieneninstitut geraten. Die Untersuchung hat übrigens nichts gekostet. Ich würde einfach mal Bienen einschicken und die Bienen auf jeden Fall mit Futter unterstützen. Mir geht das Ganze noch immer sehr nach und ich bin mir nach wie vor nicht sicher, wie ich damit umgehe. Ich beobachte nun mal und hoffe, dass das Volk dieses Jahr gesund bleibt.
P.S. ich habe das Volk quasi dann durchgefüttert - bis hin zur Winterauffütterung.

Vielen Dank! Ich habe bei euch herausgelesen, dass ihr tote Bienen ins Bienenistitut Freiburg gesendet habt. Ist dies wohl länderweise geregelt? Wir wohnen in RLP

guten Morgen - ja, ich hab meine Probe nach Freiburg geschickt, hatte vorab woanders angefragt (ich weiß leider nicht mehr wo) und dort wurde mir gesagt, ich soll mich an Dr. Manuel Tritschler wenden. Habe ihm eine Email geschrieben und er hat mir dann genau erklärt, was ich machen soll. Für dich kommt dann wohl das hier in Frage:
Dienstleistungszentrum Westerwald-Osteifel
Fachzentrum Bienen und Imkerei
Leitung: Dr. Christoph Otten
Im Bannen 38 - 54
56727 Mayen
Tel: 0 26 51 / 9 60 50
Internet: www.bienenkunde.rlp.de
E-Mail: poststelle.bienenkunde@dlr.rlp.de
Du kannst ja mal anrufen und fragen - Herr Tritschler war sehr nett und hat mich später auch noch wegen einer Studie zur CBPV angeschrieben

So, nun nochmal vielen Dank für eure Unterstützung! Füttern heute den 3.Abend zu, Ende des Bienensterbens, es kehrt Leben in die Bude zurück! Wir kamen tatsächlich nicht auf den Gedanken, dass die Bienen im Mai verhungern könnten…herzliche Grüße unbekannter Weise

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Ja, gerade dieses Jahr ist die Gefahr, dass sie verhungern im Mai größer als im Winter. Seit April ist es hier immer windig/stürmisch und oder regnerisch. Das ist nicht gut …

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