Die gekauften Oberträger (Bild 1) haben mehrere Schwachstellen.
1. sind sie zu dünn und hängen durch, neigen auch dazu im zweiten Jahr zum Wabenabriss,
2. an den Enden jeder Leiste ist die Brutstätte für die Wachsmotte eingebaut, kann man auf den Billd sehr schön sehen wie sie sehr dankbar angenommen wird (weiße Gespinnste),
3. die Höhe der Oberträger und der Abstandsleisten ist nicht gleich hoch, so kann man keine sinnvolle Wärmedämmung im Winter auflegen
Deine Selbstbau Oberträger (Bild 2 und 3) sind auf jeden Fall für Punkt 1, 2 und 3 besser. Sinnvollerweise sollte die Oberträger und die Abstandsleisten die gleiche Höhe haben wie die Abschlußleiste am Beuten Anfang und Ende. Damit kann man sehr leicht eine winterliche Wärmedämmung auflegen.
Statt des Holz Streifen oder Mittelwand Streifen ist eine Dreieckleiste von Vorteil, gibt eine zusätzliche Stabilisierung und wird problemlos als Bauvorschlag von den Bienen angenommen.
die ganzen Oberträger hat mir der Verkäufer, der mir die Top Bar Hive verkauft hat, mitgegeben. Ich muss mal schauen wie stark die sind. Ich habe noch gehobelte Dachlatten(20x40mm). Da kann man vielleicht auch was draus machen. Maschinenmäßig bin ich ganz gut ausgerüstet.
Die Beobachtung/Analyse vom Frank @Weigert kann ich bestätigen.
Ein bisschen ärgere ich mich, dass ich die Wabenabrisse nicht selbst mit den viel zu dünnen Standard-Oberträgern von Holtermann in Verbindung gebracht habe. Danke für den Tipp. Kann ich voll nachvollziehen.
Nachdem ich mit einer sehr flauschigen Decke zum Ausgleich der Unebenheiten oben zusätzlich isoliere (die Zugluft zwischen Oberträger und Deckel minimiere), hat sich der Futterverbrauch und Totenfall im Winter deutlich verringert.
Wegen der mangelhaften Isolierung habe ich die Schiffrumpfleisten ausprobiert. Die sind stabiler und haben aber auch eine eingebaute Wachsmottenbrutstätte an der Seite (siehe Foto rote Markierung - bei einem zweiten Oberträger sind die Fraßstellen der Mottenlarve zu sehen - blaue Markierung)
Falls es noch jemanden interessiert (und wenn ich nun schon mal am meckern bin)… die Holtermann-Futtertasche halte ich auch für eine Fehlkonstruktion. Da sie oben offen ist, fehlt hier die Isolierung vollständig - zusätzlich gelangen die Bienen zwischen Deckel und Oberträger und verkleistern dort alles mit Wachs/Propolis. Es ist offensichtlich, dass sie die Zugluft versuchten einzudämmen.
Ansonsten werde ich mit der TBH weitermachen. Die Idee mit den Naturwaben gefällt mir weiterhin. Ich hatte eben nur nicht damit gerechnet, dass eine so teure Beute solche Schwachstellen aufweist.
Der rote Kreis zeigt ein weiteres Problem am Oberträger. Die Biene muss an alle Stellen kommen um diese zu propolisieren. Der Spalt Beute - Oberträger ist zu klein.
Beute mit allen Oberträgern inkl. 2 Schiede, 1 Platte zur schnelleren Schaffung von Freiraum. Die Schraubösen dienen als Aufhängmöglichkeit und als Halter der Deckelsicherung. Ich habe in jede Beute eine Wasserwage (Mitte oben) für die Ausrichtung eingebaut.
die dünnen Oberträger sind 30mm breit, die dicken 35mm. Soll ich die dann auf 30mm schneiden und mir Abstandsleisten machen? Hier sieht man das Einflugsloch.
Ein Oberträger muss mindestens so breit sein wie eine Wabe (28mm) damit die Abstandsleiste nicht ständig mit angebaut wird.
Der Oberträger darf maximal 35mm breit sein damit der maximale Waben Abstand von 35mm eingehalten wird und kein Wirrbau entsteht.
Eine Abstandsleiste (7mm) ermöglicht uns bei einem Wabenbruch nur eine Leiste herauszunehmen und mit dem Wabenschneider zwischen den Waben hindurch bis auf den Boden zu gehen um die Waben am Beutenrand von unten nach oben zu lösen. Oder auch die Wabenabstände variabel anzupassen.
Durch Entnahme der seitlich angrenzenden Abstandsleisten an einer Wabe ist es möglich (mit ruhiger Hand) eine Wabe nach oben herauszuziehen, ohne die ansitzenden Bienen zu quetschen. Ohne Abstandsleisten müssen die Waben immer auseinander geschoben werden.
Ein Oberträger sollte ca. 20mm hoch sein, damit 1. die Stabilität gegeben ist, 2. ein Kälte- und Wärmeschutz für Wabe und Biene vorhanden ist, 3. ein Teil der anfallenden Feuchte im Winter über die Stirnseiten der Oberträger nach Außen transportiert werden kann
Oberträger und Abstandsleisten sind eine Art Außenwand und sollten deshalb eine flächig ebene Platte bilden und eine zusätzliche Dämmung auflegen zu können.
Die Enden der Oberträger sollten beideitig eine kleine seitliche Fase erhalten, damit man mit dem Stockmeisel leicht dazwischen kommt um das Knacken der Oberträger zu vermeiden. Ohne Knacken sind die Bienen sehr gelassen bei jeder Durchsicht.
Die Bienen müssen den Oberträger im Übergang zur Beute vollflächig propolisieren können. Damit wird der Schimmelbildung vorgebeugt und der Wachsmottenmade keine zusätzliche Nisthilfe geboten.
Der Naturbau braucht keinen Mittelwand-Anfangsstreifen, er braucht nur eine Anfangskante als Bauorientierung zum leichteren Handling. Die Idee eine Mittelwand einzulöten kommt aus der Rähmchenimkerei und ist für diese Art Bienenhaltung zu aufwendig. Eine Dreiecksleiste mit einem Winkel zwischen 45-90° ist als Bauhilfe völlig ausreichend. Dabei kommt es nicht darauf an, ob diese 15mm breit ist oder vollflächig von Kante zu Kante geht. Wenn Bienen eine Wabe bauen sieht man eben auch eine Baukante an der Wabe. Wenn die Wabe fertig ist verschwindet diese Kante wieder.
Ich hoffe ich habe nichts vergessen.
Leider lassen die käuflichen Oberträger sehr viele Wünsche offen, wie man an den zuvor ausgeführten Anforderungen erkennt. Deshalb wird ein Selbstbau empfohlen.
ich habe mir jetzt einige Oberträger selbst gemacht, muss mir aber noch Abstandsleisten sägen. Die gekauften Leisten die bei der Beute dabei waren haben teilweise Holzleisten eingeleimt. Die lassen sich auch fast nicht verbiegen, während die anderen mit Anfangsstreifen aus Wachs relativ instabil sind.
Meine TBH als Selbstbau ist nun auch fertig und seit einer Woche besiedelt. Ich bin gespannt, wie es sich entwickelt und für mich bearbeiten lässt. Dank für alle Inspirationen hier.
Der erste Blick, sieht gut aus. Könnte sein das der Platz schnell ausgeschöpft ist, wirkt etwas klein. Wieviel Liter ist das Beutenvolumen? Oder wieviel Waben welcher Größe passen rein?
Für meine Bauplanung hatte ich mich an Andreas Meisel´ s (damals: www.oekobeute.de) Bauplan orientiert, weil mich das kleine Volumen überzeugt hatte. Aus unterschiedlichen Gründen ist nun die TBH im Volumen bei knapp 60 Liter gelandet. Ich warte mal ab, welche eigenen Erfahrungen ich damit machen werde.
Die habe ich mir jetzt im Winter gebaut und diese Tage auch aufgestellt. Zum Füttern habe ich mich an Phil Chandler orienteirt und einen Oberträger so bearbeitet, dass man von oben durch einen Schlitz füttern kann. Durch die Dachform ist dafür genügend Platz. Habe außerdem noch eine Einraumbeute gebaut mit 1,5 DNM Rähmchen für den Brutraum auf 12 Rähmchen und 1 DNM als Honigrähmchen üer erhöhtem Boden. Mal sehen, wie das klappt.
die sehen sehr gut aus. Nach welchen Bauplänen hast du die gebaut? Ich habe letzten Sonntag einen Schwarm bekommen und mit einem erfahren Imker gleich eingeschlagen. Sie haben auch schnell angefangen zu bauen.
ich habe mich beim Bau der Beute an verschiedenen Bauplänen orientiert u.a. am Bauplan der LWG (Bayerische Landesanstalt für
Weinbau und Gartenbau) an Phil Chandler, für den Deckel habe ich mich von einer Montageanleutung für die TBH von „Oekobeute“ inspierieren lassen.
Beim Maße habe ich unterschiedliche Beutenmaße verglichen (bens Bienen hat das einen detaillierten Vergleich) und mich dann für ein Maß entschieden,
das für meine vorhandenes Material gut passte und gleichzeitig nicht zu groß ist, um Wabenabbruch zu vermeiden.
Außerdem habe ich ganz viele Videos auf you tube angeschaut und entdeckt, dass dieser Beutentyp in Amerika und England wohl gut verbreitet ist.
Da gibt es Bauvideos. Für die Konstruktion von Bodengitter und Varroaschubladen habe ich mir die Beute von Holtermann genauer angeschaut und die von LWG.
Der Deckel ist zum Aufklappen und hat auf der Fluglochseite Stopper, so dass er keine Kette braucht, weil er nicht nach hinten runterfällt.
Wenn dich noch ein paar links oder PDF-Datein interessieren, kann ich sie dir schicken.
Die Beute links ist eine „Zweiraumbeute“ mit einem Brutraum 12 Rähmchen DNM 1,5 und daneben einen Honigraum mit DN 1,0. Den Boden unter dem Honigraum habe ich höhergelegt mit einem eigenen Gitterboden. Beide Beute haben eine echt komfortable Arbeitshöhe von 93 cm
ich bin immer interessiert an Info’s und Bauplänen. Meine TBH habe ich gebraucht gekauft. Es handelt sich wahrscheinlich um eine Holtermann Beute. Ich hatte vor zwei Jahren angefangen eine TBH zu bauen, aber nicht fertiggestellt. Das will ich dieses Jahr noch machen.