Stockkarte: Kreis Offenbach, Königin Valentina I

Nachdem wir letztes Jahr einen Schrebergarten von unserer Kirchengemeinde pachten konnten, war für mich klar, dass ich jetzt endlich auch Gelegenheit hatte einen Bien zu halten. Ein Bien, dessen Aufgabe es sein sollte, die Gärten und Landschaft auf dem Berg zu pflegen. Nach ca. 25 Jahren Waldorfschule, war mir Mellifera e.V. bekannt und schnell haben wir uns für das Konzept der Bienenkiste entschieden. Den Winter haben wir mit ausgiebigen Literaturstudium verbracht, Filme geschaut in Internetforen gelesen und uns für einen Bienenkistenkurs angemeldet, sowie für einen Mellifera Imkerkurs. Dann kam der März - endlich, endlich sollte der Kurs losgehen und dann - Peng - Lockdown: alle Kurse abgesagt!!!
Wir haben ein paar Tage diskutiert und uns dann entschlossen, sozusagen „kalt“ zu starten - ohne Kurs, denn ein weitere Jahr zu warten, habe ich nicht ausgehalten. Ich war so heiss darauf, das, was ich gelesen hatte endlich umzusetzen.


Beim Bienen-Seb haben wir den Bausatz bestellt. Ich kann gleich mal sagen, dass die Qualität sehr gut ist: bestes Holz, perfekt vorbereitet, schön glatt. Eine Freude damit zu arbeiten. Doch den Zusammenbau empfehle ich nur geübten Handwerkern - nix für ungeübte. Wir kaufen bei Ikea ein - also sind wir geübte! Hat schon seinen Grund, warum es dafür extra einen Kurs gibt.

Eine Woche nach Ostern war diese schöne Bienenkiste fertig. Noch mit Kräuterfirnis lasiert und auf Euro-Paletten im Garten gestellt. Jetzt war natürlich die Frage, ob ich tatsächlich einen geflogenen Naturschwarm bekommen würde. So ganz wollte ich es dem Zufall aber nicht überlassen. Mit einer traditionell arbeitenden Imkerin, ein paar Straßen weiter und auch ehemalige Schulmutter, war verabredet, dass ich von ihr einen vorweggenommenen Schwarm bekommen sollte, wenn es nichts wird mit dem Naturschwarm. Jetzt noch bei der Schwarmbörse registrieren …

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Freitagabends, habe ich mich dann bei der Schwarmbörse, als „Suchend“ und „Anfängerin“, also bevorzugte Schwarmvergabe, registriert, auf absenden gedrückt und - Zack! 1 Minute später klingelt mein Telefon, mit einer fremden Nummer?!


Da war ein Imker dran, der mir einen Naturschwarm in 25 Autominuten Entfernung anbot. Das gibts doch gar nicht! Der Schwarm war genau am 24.04.2020 gefallen und gleich am nächsten Morgen sind wir nach Frankfurt gefahren, den Schwarm abzuholen, der über Nacht in einem Magazin im Garten „zwischengelagert“ wurde. Kann sich hier jemand vorstellen, dass ich vor Aufregung kaum geschlafen habe?!

Unser Schwarmkasten - made Ikea - zufällig hat unser Bratpfannendecke genau darauf gepasst, zum abdichten eine Strumpfhose. Hat alles perfekt gepasst und sicher und fest gesessen! Kann ich empfehlen!

Gemeinsam mit dem Imkern hat mein Mann den Schwarm abgefegt und mit Trichter umgefüllt.

Der Schwarm hatte ca. 2500g und war so stark und potent, dass die Wachsblättchen bei der Autofahrt nur so gespritzt sind! Sind die hellen Ablagerungen am Deckelrand.

Am Vormittag zuhause angekommen, haben wir ihn in den dunkelten kühlen Keller gestellt.
Was ich mir jetzt so denke, wenn ich mal einen Schwarm über die Schwarmbörse anbieten will, dann könnte man das doch schon machen, wenn sicher Weiselzellen zu sehen sind. Da könnte man doch schon Kontakt zu einem Interessenten aufnehmen, damit das etwas vorbereiteter ablaufen kann, oder?! Das war dann doch alles sehr hastig und aufgeregt. Dann könnte man vielleicht auch vorab die Schwarmkiste hinbringen, die Gegend zusammen inspizieren und vielleicht auch sofort den Schwarm einfangen, nach dem er geflogen ist … Ein kleiner Teil des Schwarmes ist auch in dem Zwetschgenbäumchen hängen geblieben. Das nächste Mal würde ich mir einfach noch einen Karton mitnehmen, um auch so einen Rest mitzunehmen. Der Einlauf in die Beute war für den späten Nachmittag geklappt. Ein bisschen mulmig war uns dann doch davor … hoffentlich geht alles gut :neutral_face:

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