Oxalsäure-Streifen "Calistrip Biox" zur Behandlung mit Brut

Im Imkerhandel werden neuerdings die Oxalsäurestreifen Calistrip Biox des spanischen Unternehmens Calier zur Vorbestellung angeboten, die während Brut angewendet werden können.

Sie werden über die Rähmchenoberträger gehängt und verbleiben 6 Wochen im Bienenvolk. Ich meine, irgendwo gelesen zu haben, dass die Streifen aus Polypropylen hergestellt sind, im Netz kursieren schon seit langem Anleitungen sich solche Streifen aus Finnpappe selbst herzustellen (Anwendung nach Tierarzneimittelgesetz in D nicht erlaubt).

Das Produkt sei auch für die Bioimkerei geeignet, Zusatzstoff ist Glycerol (ich mutmaße, synthetisch). Wer die Werbebroschüre genau betrachtet, erkennt, dass die wechselweise Anwendung mit Amitraz (No go bei uns! Resistenzen und Rückstände!) empfohlen wird.

Die amtliche Zulassung bzw. Gebrauchsinformation des Mittels auf dem deutschen Markt habe ich noch nicht gefunden. Vielleicht ist da von euch jemand schneller …?

Das Produkt geht auf Forschung aus Argentinien zurück:
Maggi, M., Tourn, E., Negri, P. et al. A new formulation of oxalic acid for Varroa destructor control applied in Apis mellifera colonies in the presence of brood. Apidologie 47, 596–605 (2016). https://doi.org/10.1007/s13592-015-0405-7

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Mit so Oxalstreifen mit Glyzerin hat D. Liebig schon vor 25 Jahren herumgeforscht. Es ist in Sand verlaufen. Da müsste man nun alte Berichte darüber wieder auffinden.
jemand hat dann dies aufgegriffen und das als Kabbastreifen unter die Imker gebracht. Es war für mich auch nichts berauschendes auser den üblichen Jublern.
Wie ist es mit eventuellen Rückständen im Honig wenn es während der Tracht eingesetzt wird??

I am back to the roots of Beekeping und brauche so was nicht.

Wenn einer in Argentinien mit 5000 Völkern eine Abwechslung zu Amitraz brauch, dann von mir aus.

lg
Alexander

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Ich habe diesen Erfahrungsbericht aus der Schweiz gefunden. Vlt. sind deren Erfahrungen für die Diskussion hier von Interesse.

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Hier könnt ihr Fachinformation der Zulassung herunterladen: https://medicines.health.europa.eu/veterinary/de/documents/download/145e95ef-e535-410d-93b3-ff82d1d72803

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Danke für diese Information Katrin,

Eine neue Formulierung für eine alte Substanz. Für mich gibts zu viele Ungereimtheiten, habe aber keine Lust mich damit auseinanderzusetzen. Ich frage mich was das kosten wird. Darum wird es für den Herstgeller wohl gehen.

Warum brauchen Imkers immer wieder was neues und teures gegen die Varroa? Ist schon Jahre her: mein Apotheker frage mich mal, die Imker kommen gerannt und wollen xyz. Das wäre in der Bienenzeitung gestanden. Ist das was neues?

Warum wurde auf dem Weg in die Apotheke nicht mal kurz über die eigene Haltung zu Bienen und die eigene Betriebsweise reflektiert? Das wäre wohl sinnvoller gewesen als einem Mittelchen hinter herzulaufen das man mal so einfach in den Kasten kippen kann.

lg
Alexander

Pia Aumeier spricht zu verschiedenen Varroabehandlungsmitteln und stellt Ungereimtheiten dar, z.B. Varromed, Bienenwohl, Thymolpräparate, Ameisensäurepräparate und auch die neuen Oxalsäure-Strefen ab Minute 34.30

lg
Alexander

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Hallo Alexander,
Du hast viel Erfahrung, da fehlen mir noch ein „paar“ Jahre und viele Völker :wink:
(wie) machst Du Varroabehandlung?
VG, Seb.

Ich habe nachfolgend Informationen gefunden. Offenbar bezieht sich die Zulassung auf folgende Staaten inkl. Deutschland:

grafik

In der deutschen Packungsbeilage sind auch deutschlandspezifische Anweisungen enthalten.

Im Abschnitt „Concerned Member States for subsequent recognition procedure“ wird Deutschland explizit als „DE“ genannt, zusammen mit anderen Ländern wie AT, FR, IT usw…

Das heißt:

  • Das Produkt wurde zunächst in Spanien (Reference Member State) zugelassen.
  • Danach wurde im Rahmen des EU-Verfahrens zur gegenseitigen Anerkennung (MRP/DCP) die Zulassung auf u. a. Deutschland übertragen.

Somit hat es eine offizielle Zulassung für Deutschland.

ABER: In der Packungsbeilage steht - …Es wurden keine klinischen Daten zur Wirksamkeit und Verträglichkeit für andere Bedingungen als für den Herbst in Südeuropa vorgelegt.

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