Nassenheider Professional in der ERB?

Ich habe einen Nassenheider Professional. Im Buch „Imkern mit der Einraumbeute“ steht zu diesem, es wäre ein Zarge von 10 cm nötig, die auf die Beute gestellt würde. Ist das wirklich unbedingt notwenig? Oder kann ich den Nassenheider Pro auch mit der Wanne am Boden neben die Rähmchen stellen? So hatte ich das ja früher bei der Bienenkiste gemacht (hinten im Honigraum). Ein Trennschied das komplett abschliesst habe ich auch, die Gefahr dass die Säure einfach in den leeren Raum verblasen wird ist somit gering. Oder soll ich mir jetzt doch noch einen Verdunster Universal H besorgen?

Die Theorie ist, dass die AS nach Verdunstung absinkt. Deshalb stellt man den Verdunster tendenziell hoch. Stellt man ihn auf den Boden, soll wohl die Gefahr bestehen, dass die Bienen die AS hinausfächeln, ohne dass diese den Wabenbau überhaupt erreicht. Ob das wirklich unter Deinen Bedingungen in der ERB so ist, muss man ausprobieren. Ich würde den Pro wie von Dir beschrieben mal nutzen, wenn nicht die erwartete Menge Milben fallen (dazu vor Behandlung Befall ermitteln), könnte es am Verdunster bzw. dessen Position, liegen.

Lieber Master Tom,

Herzlichen Dank!!! Deine hilfreichen Tipps sind mir hier schon länger aufgefallen! Danke dafür. Ich habe mir nun doch den Nassenheider Verdunster H besorgt, kostet gar nicht so viel wie ich zuerst dachte. Und läßt sich in der ERB auch besser handhaben. Dennoch, wie gesagt, nochmal herzlichen DAnk!

Unten reinstellen würde ich nicht, da die AS dann ziemlich wirkungslos an den Waben vorbeiziehen dürfte. Obendraufstellen fände ich auch ideal, aber das ist ohne Honigzarge ja nicht möglich.

Mellifera empfiehlt den vertikalen Verdunster in ein Rähmchen einzubauen und an die erste Brutwabe (von hinten her) ranzuschieben.

Ich bin noch am Austüfteln. Im ersten Jahr hatte ich das Problem, dass sich sehr viele Bienen im Verdunster-Tuch verfangen haben. Daher habe ich im nächsten Jahr den Verdunster in ein doppeltes Rähmchen eingebaut (für doppelten Abstand zum Tuch) und mit Fliegengitter umwickelt, damit die Bienen nicht an das Tuch kommen. Ich bin aber noch nicht ganz zufrieden. Ich werde das weiter optimieren…

Danke helmholm.

Ja, ich habe mir dann auch den empfohlenen horizontalen Nassenheider besorgt und verwendet. Bei mir haben sich auch ein paar Bienen im Verdunster-Tuch verfangen, vor allem aber haben die Bienen begonnen, das Tuch abzutragen. Also werde ich beim nächsten mal auch ein Fliegengitter davor spannen. So steht es glaub ich auch in der Anleitung von Nassenheider (nicht aber im ERB Buch).

Guten Tag @klaus,

Bei mir wurde das Fliegenngitter dick mit Propolis überzogen, das behindert die Verdunstung der Säure in Richtung Brut. (Clever oder?) Deshalb habe ich das Fliegengitter wieder abgebaut.
Gruß Jürgen

Bei mir würde das Gitter nicht vwrkittet. Also ich würde es einfach ausprobieren. Die Bienenvölker reagieren da sicher unterschiedlich.

Aber so richtig cool ist das mit der Ameisensäure nicht. Ich bin immer noch auf der Suche nach guten alternativen Behandlungsvarianten.

Da gibt es ja schon einige Empfehlungen:
https://llh.hessen.de/bildung/bieneninstitut-kirchhain/beratung-und-dienstleistungen/publikationen/
„Strategiewechsel in der Varroabekämpfung“
oder im Buch „Imkern mit der Einraumbeute“ Seite 126 ff.
Es geht dabei um Brutunterbrechung welche nach meinem empfinden als Alternative in der ERB Anwendung finden kann.
Ich werde es im kommenden Jahr ausprobieren.
Gruß Jürgen

Ja, genau. Ich fühle mich auch nie gut bei der Anwendung der Ameisensäure. Vielleicht trau ich mich nächstes Jahr auch mal über eine der drei im Buch vorgeschlagenen Varianten.

Danke für den Tipp, Von dort ausgehend habe ich gefunden: Drei kurze Videos

videos zur alternativen varroa-behandlung

Danke euch beiden, dass ihr eure Rechercheergebnisse teilt.

Ich teile gerne meine Gedanken zu den drei Varianten mit euch, falls es euch interessiert. Vielleicht wollt ihr ja auch euren Senf dazu geben. Bin gespannt, was eure Meinung dazu ist.

Da ich das Baukastenprinzip speziell was Brutwaben angeht, recht strikt ablehne, kommt die Variante mit dem Sammelbrutableger (totale Brutentnahme) für mich nicht in Frage. Obwohl ich den Gedanken schon mag, dass man die Milben ohne Anwendung von Säuren entnehmen kann. Aber ich will weder über Ableger vermehren, noch Brut (auch noch in so großem Umfang) abtöten.

Das Käfigen der Königin erscheint mir recht einfach, obwohl ich etwas unsicher bin, ob es nicht großen Stress für die Königin bedeutet, wenn sie in der Hochzeit der Volksentwicklung keine Eier legen kann.

Die Variante mit der Bannwabe erscheint mir sehr Zeitaufwendig (zumal man eine passende Bruttasche benötigt), aber gleichzeitig am schonendsten für die Königin. Aber auch hier ist die Frage: Wohin mit den Brutwaben, wenn man keine Ableger bilden und keine Brut töten will.

Ich denke, ich werde nächstes Jahr wieder im Schwarmtrieb vermehren. Schwarmvorwegnahme ist dabei für mich der beste Kompromiss aus Nähe zum natürlichen Verhalten und praktikabler Anwendung, da ich den Naturschwarm beim Abgang wohl kaum bemerken würde.

Dann werde ich in der brutfreien Phase Oxalsäure sprühen. Wenn ich Glück habe, reicht das als Varroabehandlung aus, zumal ich meine Völker vereinzelt mit großem Abstand auf verschiedenen Grundstücken stehen habe und Reinvasion somit möglichst gering halte. Ich werde dann Milben zählen und hoffe, auf die Ameisensäure verzichten zu können. Wir werden sehen…

Falls ich den Verdunster wieder verwenden muss, werde ich jedenfalls mehr Platz zwischen Wabe und Verdunster lassen. Ich befürchte, das war letztes mal mein Fehler, weshalb sich so viele Bienen verfangen haben.

Es macht echt Spaß, dass es bei der Imkerei so viele Möglichkeiten gibt und jeder Imker seinen eigenen Weg finden kann. =)