Kristallisierter Honig im Futterkranz

Guten Morgen,

Ich habe zwei Völker jeweils in ERB am selben Standort (Mischtracht: Gärten, Knicks, Raps nur im erweiterten Radius). Beide haben gleiche ‘Symptome’ in etwas unterschiedlicher Ausprägung

  • Volk A auf 11 Waben, Schwarm vom letzten Jahr, dieses Jahr eng gehalten zwecks Vermehrung. Drei Schwarmabgänge (u.a.wg Beruf, Gesundheit, Familie habe ich es nicht einzuschränken geschafft…)
  • Volk B auf 10 Waben, Vorschwarm diesen Mai, hat gut losgelegt

Ich habe nicht geerntet.

Auffälligkeiten: In beiden Völkern ist offenbar recht viel kristallisierter Honig vorhanden, wenig brauchbares Futter.

Verteilung: hauptsächlich direkt am Brutnest als Kranz, weiter außen dann flüssiger meist verdeckelter Honig. Auf zwei Waben großflächiger, also wenig Platz für Brut. Die letzten Waben vor den Schieden haben nur vereinzelte kristallisierte Zellen, keine Brut, noch leere Kapazitäten. ← Fotos sind nicht gut geworden, versuche noch was herauszuholen und nachzureichen.

Befürchtung: beide Völker werden im Aufbau behindert und stocken.

Fühl- und Schmeck: krümelig bröselig, aber nicht so wie Kristallzucker; süßlich aber nicht zuckersüß - Pollen mit drin vermute ich.

Maßnahme gestern: an zwei Waben betroffene Fläche mit Wasser bepinselt.

Plan heute: 1. Keine Panik, 2. gucken was gestrige Maßnahme ergeben hat. 3. Futter geben (es werden jetzt mehrere regnerische / verregnete Tage erwartet, sie haben je etwas weniger als 10 kg Vorrat), 1:1 Zuckerlösung (vielleicht hilft ihnen der Wassergehalt?).

Fragen: Was sind Eure Erfahrungen, Einschätzungen und Empfehlungen?

Danke im Voraus, herzliche Grüße

Hallo Linus,

bist Du sicher, dass es nicht Pollen ist?
Normalerweise ist im Futterkranz auf der Brutwabe erst der Pollen und darüber der Honig.

Ein gutes Foto würde helfen.

Ich würde jetzt gerne antworten, dass ich im 9. Jahr Bienen halte und natürlich Pollen und Honig auseinanderhalten kann. Aber so sah es noch nie aus.

Die meisten jener Zellen sind auch nicht randvoll, eher so als wenn es ein Überbleibsel wäre.

Es ist hell und hat ebene Oberfläche je Zelle, aber Lichteintritt und Reflexion ist bei vielen fast wie bei einem wabenzellengroßen Zuckerkristall. Sie haben aber durchaus leicht unterschiedliche Farbtöne und in den diesjährigen hellen Waben wirkt es wegen des Kontrasts etwas dunkler als in den einjährigen.

Die Fotos geben das bisher so nicht wieder.

Hallo @Linus ,

vergleich mal hiermit : Melezitose

Vieleicht geht es in diese Richtung

Gruß Jörg

1 Like

Entschuldigung, dass ich lange nicht geupdated habe. Und dass ich jetzt nichts spektakuläres berichten kann. Aber das finde ich gerade gut.

Ich hatte sie wegen Dienstreisen und krankheitsbedingter Pause zwischenzeitlich nur mal kurz besuchen können und eine Tendenz zum Guten erkannt, die sich jetzt bestätigt hat.

Es hat sich in beiden Völkern normalisiert, der ‘verdächtige’ Kranz ist überall schmaler geworden und nicht mehr ‘verdächtig’. Die Färbung ist, bis auf ein paar wenige Zellen wieder wie für Pollen gewohnt. Gewicht hat deutlich zugenommen.

Ich sparte mir Fotos zu zeigen , denn sie geben es alle nicht so wieder was ich beschrieb. Die betroffenen Zellen waren (einzelne sind noch) im Schnitt halbvoll, die Substanz halbtransparent wie z.B. Kandis, durchschimmernd weißlich bis gelblich.

Entweder sie hatten Pollen eingelagert, der diese spezielle Nichtfärbung hat, und den jetzt teilweise verbraucht, und zum anderen Teil überlagert mit farbigem Pollen.

Oder es war Zuckerkristall, den sie irgendwie wieder lösen konnten.

Danke für Eure Hinweise und Einschätzungen bis hierher.

Edit, add it: Doch noch ein Foto von vor 6 Tagen, als es schon nicht mehr so auffällig war. Gestern war noch ‘normaler’, aber meine Handykamera wollte nicht konnte nicht.

1 Like

Ich würde sagen das ist mit ziemlicher Sicherheit Pollen.

1 Like

Danke für Deine Einschätzung. Das kann stimmen.

Es sah schon sehr ungewohnt, ungewöhnlich für mich aus. Bin noch nicht so lange hier am Standort (2. Bienensaison nach Umzug, dieses Jahr auf zwei Völker erhöht). Es ist natürlich abhängig von dem Trachtangebot, sodass sichtbare regionale Unterschiede plausibel sind. Und jedes Jahr, jedes Volk haben ihre Eigenheiten wie wir wissen.

Offenbar habe ich zu genau hingeschaut bzw bisher nicht genau genug - und dann auf einmal doch und interpretiere das ungewohnte als potentielles Unheil.

Ich beobachte noch weiter, bevor ich das Thema als ‘gelöst’ abhaken werde.

2 Likes