Honigernte Ja oder Nein?

Hallo zusammen, dieses Jahr habe ich ein Luxusproblem. Meine BK steht quasi mitten im Raps. Der ist jetzt so gut wie durch. Die Bienen haben sich dieses Jahr trotz des kühlen Frühjahrs richtig gut gemacht. Der Honigraum ist knallvoll. Verdeckelt. Wassergehalt 17%. Nun hab ich mir überlegt am WE den Honigraum zu leeren um dann gleich anschließend eine erste AS Behandlung durchzuführen. Danach erfolgt dann, je nach Tracht, eine Fütterung. Was haltet ihr vom der Vorgehensweise? Wie würdet ihr Verfahren?
LG Björn


Das wäre quasi nach Lehrbuch, nur etwas früh. Du kannst versuchen, den Honig zu ernten und noch einmal frei geben, Ameisensäure dann etwas später. Oder Trennschied wieder rein und die Bienen sammeln lassen, dann auf eigenem Honig überwintern. Hängt davon ab, was noch an Tracht zu erwarten ist.

Grüße, Stephan

Hi,
Hast du turbo bienen? Wie ist das möglich… Bei uns im Südosten Österreich habe ich von hungerschwärmen gehört. Der HR bei meinen 2bks ist quasi unberührt. Nächste Woche das erste mal das wir nicht unter 10grad fallen werden.
Gratuliere,
Johannes

Guten Abend Björn,
für mich wären folgende Aspekte entscheidend:

Wie sind die Trachtverhältnisse in deinem Gebiet? Was machen Kastanie, Brombeere und die Linde? Bei den bestehenden Völkern wird in den nächsten Wochen der Bautrieb versiegen. Da muss schon eine gute Tracht da sein, um die Bienen im Baumodus zu halten. Bei Kleckertracht würde ich das Brett einsetzen.

Wie ist der Milbenfall im Volk und in den benachbarten Völkern (in unmittelbarer Nähe)? Ist er gering, kannst du mit der Behandlung auch warten. Im Juli ist es hoffentlich wärmer und die Verdunstung der AS ist konstanter.

LG, Seb

P.S.: Auch wenn der Wassergehalt korrekt ist, würde ich erst ernten, wenn 70% der Zellen verdeckelt ist. Die Bienen pflegen den Honig und er wird besser, wenn er noch etwas reift…

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Tatsächlich bin ich selbst ein wenig überrascht. Bei uns im Imkerverein bin ich dieses Jahr „am Weitesten“. Wobei es mir natürlich nicht auf den Honigertrag ankommt. Ich denke das dokumentiere ich mit meiner Haltungsform/ Betriebsweise. Ich denke dieses Jahr hat bisher alles gepasst…

Das ist zwar grundsätzlich richtig, aber gerade Rapshonig kristallisiert sehr schnell in den Waben. Daher würde ich sofort entnehmen, wenn er trocken ist. Später bekommst Du ihn kaum noch aus den Waben heraus.

Gruß
Heiner

Das sieht doch richtig gut aus :+1:t2: Ich würde auf jeden Fall jetzt ernten und tatsächlich überlegen, die Leisten nochmal reinzubauen und gucken, ob noch was passiert, es sind ja noch fast zwei Monate in denen ich hoffe, dass meine hier noch einiges schaffen. Der Bautrieb nimmt natürlich ab, aber wenn’s nichts mehr wird, kannst du die Leisten Ende Juli immer noch wieder rausnehmen und dann behandeln. Ansonsten kannst du auf Nummer sicher gehen und nach der Ernte das Trennschied wieder einsetzen und gut. Aber wenn der Honigraum so voll ist, wird ja vorne auch voll sein – mit Brut und Vorräten. Und so lange sie brüten brauchen sie den Raum vorne auch noch …

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Hallo Björn
bei Rapshonig nicht lange warten sonderb schnell ernten. Er neigt nicht nur zum festwerden in den Waben, er tut es auch und zwar ziemlich schnell und dann geht da nix mehr mit auslaufen lassen.
LG
Siggi

Vielen Dank für eure Meinungen. Für mich fasse ich wie folgt zusammen: Honigernte am kommenden Samstag. Ich werde mal versuchen ganz klassisch aber vorsichtig zu schleudern. Sollte das klappen, werde ich die Waben wieder einhängen und abwarten was die Brombeere bringt. Brombeere ist in Hülle und Fülle um mich herum. Dann in jedem Fall im Juli nach „ Schema F“ verfahren. Sprich Honigraum räumen, AS Behandlung, Schied setzen und ggf auffuttern. Sollte das Schleudern nicht klappen, werde ich pressen und das Schied setzen sowie AS Säure Behandlung starten.

Für Anmerkungen und Ergänzungen bin ich natürlich offen
LG Björn

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Hi, wie meinst du das mit Schleudern? Hast du eine Variante entwickelt wie das ohne Rähmchen geht?

Bg,Johannes

Nein, ich werde es schlicht versuchen. Langsam vorschleudern. Beidseitig. Dann die Drehzahl langsam erhöhen. Ich will es einfach mal versuchen. Was soll passieren? „ Wabenbruch“ wäre ja beim Pressen eh eingeplant. Ich werde berichten!
Lg Björn

@will_dana du könntest ja versuchen aus Kaninchendraht eine Art Korb zurechtzubiegen, in den eine Wabe reinpasst. So könntest du sie zusätzlich stabilisieren. Ich denke,sowas sollte funktionieren.
VG

Tatsächlich hab ich an Ähnliches gedacht. Ich habe einen ausgedienten VA Korb einer Friteuse. Den versuche ich zu modifizieren :grin:

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So. Nun sind die ersten Vorbereitungen abgeschlossen. Ich hab die BK geöffnet und einen Schnitt gesetzt. Dann lassen sich morgen die Honigraumleisten besser entnehmen. Hier mal eine Gesamtaufnahme.

PS: Die BK war unglaublich schwer als ich sie aufrecht gestellt habe. Morgen werd ich nochmal das Gesamtgewicht durchgeben. Gefühlt 50 kg+

Und hier der Korb aus VA. Daraus werd ich morgen was basteln. Den Friteusenkorb muss ich schon in den Metallschrott gebracht haben. Den finde ich nicht mehr🤷‍♂️

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Um noch den „ Ausgang“ zu berichten. Also die Waben sind nicht schleuderbar. Dafür sind sie zu fragil und durch den fehlenden Rahmen zu instabil. Bilder hab ich keine gemacht. Soviel sei verraten: „Riesensauerei“. Vielleicht war es auch zu warm - keine Ahnung. Nun ist es Presshonig geworden. 15 Kilo! Davon werden 500 gr zur Analyse gehen. Etwas geht noch beim Abschäumen „ verloren“. Ich bin mehr als zufrieden. Die Leisten werd ich morgen zum sauberschlecken reinlegen. Jetzt sollen sie sich zunächst sortieren. Übrigens die Kiste: 75Kg. Das war bisher mein Spitzenwert. Ich denke mehr ist auch nicht „ machbar“ Bienenmasse voll, Honigraum voll.

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super…ich hab schon gesehen, dass Naturwaben (wie Forellen beim räuchern) in ein „Käfig“ gesperrt werden, dann lassen sich Naturwaben auch schleudern.
Zum Abschäumen: ich streif das „Gemisch“ das sich an der Folie beim Abschäumen anhaftet einfach ab
und nehm es als Brotaufstrich. Vielleicht ist es dir einen Versuch wert. Ich mag diese Mischung aus Honig und Wachskrümmel.
LG
Siggi

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