Honigernte im Frühjahr

Gibt es Erfahrungen mit der Honigernte im Frühjahr, so wie man es früher gemacht hat? Bzw. warum wird das nicht gemacht?

Man erntet nicht im Juli/August sondern erst im nächsten Jahr zur Obstblüte was noch übrig ist. Für mich als Hobby-Imker reicht das vermutlich aus.

Ich denke da an folgende Vorteile:

  • keine Winterauffüttererung (nur in extremen Sommern wie dieses Jahr), dadurch weniger Aufwand
  • die Bienen können auf ihrem eigenen Honig überwintern
  • keine Störung des Volkes vor dem Winter

Nachteil wäre die Durchführung der der Varroabehandlung. Da der Honigraum gefüllt ist, hat es keinen Platz für den Verdunster und evt. gibt es Rückstände nach der Behandlung im Honig.

Für die Varroabehandlung im August könnte man eine Lösung finden (extra „Aufsatz“ hinter dem Honigraum, Oxalsäure Vernebelung), bei den Rückständen bin ich mir nicht so sicher.

Hat das schon mal jemand ausprobiert? Ich würde das gerne nächstes Jahr mal ausprobieren (wenn mein Volk durch den Winter kommt).

Laut meinem fast 88jährigen Imkerpaten wurde im Mitteldeutschen Raum vor Einführung der Magazine genau so geimkert: Bienen in Strohröhren, im Frühjahr Hälfte der Waben rausgeschnitten, Röhre gedreht, Flugloch auf andere Seite, Bienen haben Rest neu ausgebaut, im nächsten Jahr andere Seite und dann wieder von vorn.

Mit der Varroabehandlung ist das jetzt nicht mehr möglich: Honig der mit AS-Säure in Verbindung kommt darf nicht mehr in Verkehr gebracht werden (also auch nicht verschenkt werden), so habe ich es gelernt. Ob man den selber essen kann weiß ich nicht.

Allerdings wurde diese Praxis schon lange bevor sich die Varroa ausgebreitet hat aufgegeben, sicher mit gutem Grund.

Ich hab das auch schon öfter überlegt: Honigraum leer machen, Waben bienendicht beiseite, dann AS-Behandlung, dann Waben wieder rein ohne Zuckerfütterung, dann Ernte im Frühjahr. Die Bienenkiste ist dafür viel zu unpraktisch. Ich probiere das irgendwann vielleicht mal in einer Warre, da geht das einfach: oberste Zarge ab und später wieder drauf, kein Geschneide, kein Gematsche.

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Die Gründe zum Abernten bis auf das letzte Gramm sind imho rein wirtschaftlicher Art. Das komplett ausgeblendet, möchte ich aber auch keinen Ameisensäure und Oxalsäure behandelten Honig im Glas. Natürliches Vorkommen beider Säurearten hin oder her. Daher: Solange Varroabehandlung erforderlich sein wird gibt es für mich keine Alternative.

Denke ich auch, dass der Grund warum man das nicht mehr macht vermutlich Profit ist.

Man könnte ja im Sommer die Varroamilben zählen und nur behandeln wenn die Belastung zu hoch ist. Wenn keine Behandlung nötig ist lässt man den Honig bis zu Frühjahr drin.

Muss behandelt werden, schneidet man nur so viel Honig raus, dass der Verdunster noch reinpasst oder noch genug Honig für den Winter drin ist. Den Honig, den man dann im Frühjahr rausnimmt, nutz man eben nur zum Füttern.

Hallo, ich habe seit 7Jahren Dadant-Beuten und habe letztes Jahr erstmalig vor der Sommer-Varroabehandlung (AS im Nassenheider) nur knapp die Hälfte der Honigwaben heraus geholt. Den Rest der Honigwaben habe ich ihnen zum Überwintern gelassen und nur 2kg Zucker zugefüttert (bei mir gibt es reichlich Efeu als Spättracht). Das ganze hat seht gut funktioniert und die Bienen sind trotz des schwierigen Frühjahrs sehr gut über den Winter gekommen. Dieses Jahr wiederhole ich deshalb das Verfahren. Während der AS-Behandlung hatte ich die Honigräume runter geholt (und danach, abgetrennt mit einem Innendeckel mit Öffnung, wieder aufgesetzt bzw. die Honigwaben hinter das Schied gehängt).

Ich dachte eigentlich, dass in der Bienenkiste nach der Honigernte noch genug Honig sein sollte. Letztes Jahr musste ich noch ca. 5kg füttern. In der Bienenkiste kann man die Honigwaben nicht so einfach rausholen und wieder reinhängen.
Vielleicht hole ich den Honig nächstes Jahr viel früher, dann Sommerbehandlung. Wenn dann noch gute Tracht ist, reicht es vielleicht ohne Füttern. Bis jetzt haben wir immer Anfang August den Honig geholt.

Wir haben hier im Schwarzwald viel Heidekraut und Himalaya Springkraut. Theoretisch gibts hier im Spätsommer genug. Himalaya Springkraut (Drüsiges Springkraut) blüht bis zum ersten Frost.