Honig aus alten Waben verzehren / weiter nutzen?

Hallo,

ich habe ein Volk in ein anderes Beutenformat umgezogen. Die Waben, auf denen noch Honig und Nektar ist, habe ich zum Teil mit in die neue Beute gehängt. Von anderen Waben habe ich den verdeckelten Honig in Stücken eingefroren, um ihn als Futter für die Bienen zu behalten.

Die Waben aus der unteren Zarge haben noch verdeckelten Futterkranz, teilweise ist es sehr sehr dunkel gefärbt. Kann ich den Honig ebenfalls noch nutzen?

Ist er / die Wabe für menschlichen Verzehr geeignet? Ich habe spontan einmal abgebissen von einem Wabenstück, das Honig und Bienenbrot enthielt und sicher zwischendrin uber die Jahre auch zyklisch bebrütet worden war. Es roch leicht nach Tabak und war geschmacklich und haptisch eine gute Erfahrung.

Ist es gesundheitlicher Sicht unbedenklich (in welchen Mengen ) solche Waben zu verzehren? (Auch im Hinblick auf Pestizide u.a.)

Danke vorab fürs Teilen Eurer Einschätzung, Erfahrung (?)
Beste Grüße

Hallo Linus,

wenn die Bienen schlüpfen, hinterlassen sie die Larvenhäutchen in den Zellen. Dadurch werden die Waben mit der Zeit dunkler und fester. Gesundheitsschädlich ist das nicht, ich persönlich finde es eher unappetitlich und würde sie daher nicht essen.
Die Pestizitbelastung der Waben hängt von Deinem Standort ab, genaues kann Dir nur eine Analyse sagen. Doch selbst in landwirtschaftlich genutzten Regionen hätte ich keine Angst, damit meiner Gesundheit zu schaden, ich ernähre mich ja nicht überwiegend von altem Bienenwachs.
Über Honig aus alten Waben habe ich mal gelesen (ich weiß leider nicht mehr wo) , dass er im Vergleich zu dem selben Honig aus neuen Waben dunkler ist, dass er also auch durch die Brutrückstände beeinflusst wurde. Das ist ja auch zu erwarten. Diesen zu essen hätte ich dennoch überhaupt keine Bedenken.

Gruß
Heiner

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Danke @Heiner für Deine Einschätzung, die sich mit meiner ursprünglichen trifft.
Inzwischen habe ich noch über Bienenbrot und Verzehrempfehlung gelesen, dass man es u.a. wegen der Enzyme nur in Maßen genießen und sich sozusagen herantasten sollte.
Also nicht dran satt essen, nur als Leckerli anwenden :wink:

Beste Grüße

Die Abneigung, Honig aus bebrüteten Waben zu essen, ist mehr ästhetischer Natur; und auch eine moderne Haltung. Ohne Absperrgitter (das es historisch gesehen erst seit kurzem gibt) kam und kommt man kaum darum herum, das sich Brut- und Honigraum überschneiden.

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Zum Tabakgeruch: Ich hatte mal Bienenwachs (Bio, meiner Erinnerung nach afrikanischer Herkunft) mit starkem Geruch. Vielleicht war so etwas im Einsatz - dann war es weniger der Honig, der so roch?

Das ist richtig. Und bereits 2011 widersprach David Heaf der Ansicht, dass Honig aus bebrüteten Waben schmutzig sei:

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