Fragen zum Aufstellort

Hallo, ich bin neu hier und möchte mich erst einmal vorstellen. Mein Name ist Markus und ich komme aus dem schönen Wawern an der Saar. Dieses Jahr möchte ich mit der Imkerei beginnen, konnte aber coronabedingt noch keinen Kurs machen.

Ich habe mir 3 Einraumbeuten gebaut, Rähmchenmaß Kuntzsch-Hoch. 34 Rähmchen passen rein, hab mich da an der Golz-Beute und der Gesamtwabenfläche der MERB orientiert.

Nun habe ich eine Frage zum Aufstellort. Ich habe eine Streuobstwiese mit leichter Hanglage. Nach unten, ebenso nach links und rechts befinden sich weitere Streuobstwiesen und mehrere Hecken, oben ist ein Mischwald. In ca. 200m Luftlinie Entfernung befindet sich eine Großbäckerei. Wie mir jetzt aufgefallen ist, scheinen die ihre Reste in Containern auf dem Hof zu entsorgen. Zwar überdacht, aber offen. Jetzt sind Bienen ja nicht so scharf auf Süßes wie Wespen, trotzdem habe ich Bedenken, dass sie die Container doch zum Sammeln anfliegen und ich am Ende Zuckerguss statt Honig ernte.

Denkt ihr diese Bedenken sind gerechtfertigt, oder bleiben die Bienen eher von dem leicht zu habenden Süßkram weg und konzentrieren sich aufs Nektar sammeln?

Ich hätte noch eine Wiese auf die ich ausweichen könnte, da kann ich nur bei schlechterem Wetter nicht mit dem Auto so gut bei fahren.

Danke schon mal für eure Ratschläge!

VG, Markus

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Hallo Markus, es kommt darauf an ob die Bienen genug Nektar finden und ob die Zuckerreste für die Bienen interessant sind, ich würde den Bäcker bitten seine Container bienendicht zu halten. Bitte berücksichtige das die Bäcker auch Honig verarbeiten können, und der kann mit Sporen der AFB belastet sein! Also weise den Bäcker daraufhin die Abfallcontainer bienendicht zu halten. Du kannst dich auch an Deine Behörde für Gewerbeaufsicht wenden mit Deinen Bedenken bezüglich der Bäckereiabfälle. Die andere Wiese die Du erwähnst muss mindestens 3 km von der Bäckerei entfernt sein, sonst nutzt es nichts.
imkerliche Grüße Horst
P.S. Viel Erfolg.

Bienen besuchen, im Gegensatz zu Wespen, in der Regel Blüten.

Selbst ein winziger Anteil „Bäckerzucker“ in Deinem Honig wird Dir nicht schaden, vorausgesetzt, Du willst Deinen Honig nicht vermarkten.

Die Relevanz des Faulbrutthemas kann man per Internet nicht beurteilen, ohne die Gegebenheiten vor Ort genau zu kennen.

Dich als blutiger Anfänger als erstes dadurch hervorzutun, eine Beschwerde bei der Gewerbeaufsicht zu starten, halte ich für eine Idee, die mit Sicherheit nach hinten losgeht.

Informiere Dich gut, bleib friedlich, sprich mit den Leuten, pflege freundliche Kontakte, dann hast Du langfristig die besseren Karten.

Gruß
Heiner

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Definitiv friedlich bleiben, ich würde es wahrscheinlich sogar mit einem Glas Honig als Geschenk für den Chef versuchen.
Damit wirst du viel mehr erreichen als mit einer Behörde.
Gruß Daniel

Hallo Daniel,

wenn meine Antwort so rübergekommen ist sofort die Behörde ein zu schalten, habe ich mich falsch ausgedrückt! Selbstverständlich sollte man erst einmal mit dem Bäcker sprechen und daraufhin weisen das man in der Nähe Bienen hält. Die Behörde ist immer das letzte Mittel!

Mit imkerlichen Grüßen

Horst

Das ist alles sehr hypothetisch. Ich würde mir da keinen allzu großen Kopf machen. Wenn die dort nur ihre Reste der fertigen Backwaren lagern, sollte das kein Problem sein. Da wirst du wahrscheinlich eher einen Altglascontainer in der Umgebung haben, wo Supermarkthoniggläser unausgespült reingeworfen werden.

Danke für eure Einschätzung der Situation!
Ich werde meine Völker auf der Wiese aufstellen und hoffe, dass sie aufgrund der abwechslungsreichen Tracht rundherum gar nicht erst auf den Gedanken kommen, die Bäckereicontainer anzufliegen. Und falls es doch zu irgendwelchen Problemen kommen sollte, kann ich ja noch auf die andere Wiese ausweichen, die ist Luftlinie etwa 6km entfernt.

VG, Markus

Sorry wenn alle Antworten eher positiv waren, aber ich bin mir sicher dass die Bienen sich auch an den Zuckerwaren gerne bedienen werden. Dafür sind 200 m einfach zu nah um der Verlockung zu widerstehen. Und Trachtlücken gibt es gerade eigentlich mehr als genug. Es gab schon massive Honigverunreinigungen durch Süsswarenfabriken (da war dann der Honig Rot oder blau) für die Bienen grundsätzlich kein Problem, wenn auch nicht das beste Futter, aber die verkehrsfähigkeit des Honigs ist dahin. Standort b würde ich da eindeutig den Vorrang geben. :pensive:

Falls die Abfallcontainer natürlich weiterhin offen bleiben würden, würden deine Bienen auch drangehen. Und @Mr.Bien hat Recht, dann wäre dein Honig nicht mehr verkehrsfähig. Deshalb wäre Standort B wahrscheinlich doch der bessere.

Am Sonntag habe ich mir die Container mal genauer angeschaut und konnte keinen mit Essensresten entdecken (soweit der Containerbereich einsehbar war). Da kamen ein paar Zweifel an meiner Quelle auf und ich dachte mir, fragst du mal freundlich per Email nach. Folgende Antwort habe ich bekommen:

" Bei den Abfallcontainern, die sich in unserem Außenbereich befinden handelt es sich um offene bzw. teilweise offene Container für Verpackungsmaterialien (vergleichbar zum gelben Sack), hier werden unter anderem z.B. Konfitüre- oder Quarkeimer entsorgt."

Das hört sich wohl auch nicht besser an, also werde ich auf die Wiese b ausweichen.