Filmtipp: Tagebuch einer Biene

Ab 7. Oktober 2021 im Kino:

Tagebuch einer Biene

Drei Jahre Dreharbeiten, spezielle Makrokameratechnik und unendlich viel Geduld - mit diesen Mitteln hat es Regisseur Dennis Wells geschafft, das Leben einer Honigbiene fürs Kino einzufangen. Die spektakulären Aufnahmen ermöglichen ganz neue Einblicke in die Welt der Bienen – die Erzählung bleibt wissenschaftlich korrekt. Denn mittlerweile weiß man, jede Biene hat ihren eigenen Kopf. Die kleine Protagonistin stellt sich mit viel Mut, Schläue und Erfindungsgeist den Herausforderungen eines Bienenlebens: Blumen finden, Hornissen bekämpfen, ein Nest bauen. Aber wehe sie wird draußen von einem Regenschauer überrascht – ein einziger Regentropfen kann tödlich sein… TAGEBUCH EINER BIENE schafft es durch neuartige Kameratechnik einer einzelnen Biene so nah zu kommen wie nie zuvor und sie bei ihren Abenteuern zu begleiten – vom Schlupf bis zum letzten Flügelschlag. Anna Thalbach und Tochter Nellie verleihen diesem ungewöhnlichen Tierfilm ihre Stimmen. Willkommen im großen Drama der kleinen Blütenstaubsammler!

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Trailer

https://www.youtube.com/watch?v=NwQrRlN7-uI

Mir haben die Bilder des Trailers ausgesprochen gut gefallen. Es sieht so aus, als müsste ich ganz bald mal wieder ins Kino gehen…! :slight_smile:

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Das wirkt ja irgendwie optimistischer und positiver als More than Honey. Aber man hört wieder so ein bisschen die Vermenschlichung im Trailer raus, das finde ich immer etwas schade. Tolle Bilder und evtl (für mich) neue Erkenntnisse finde ich gut – dieses Emotionalisieren brauche ich nicht :man_shrugging:
Mal gucken, wann wir den hier sehen können (um sich ein besseres Bild machen zu können), denn hier wird der bestimmt nicht in die Kinos kommen :smirk:

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Klingt super und der Trailer auch - danke für den Tipp! Gruss Heike

Danke für den Hinweis.Am 7.10. Kommt der bei uns im Cinestar. Werd wohl mit meinem „Imkermeister“ gehen.

Hier die Filmrezension von Katrin Sonnleitner @Katrin und Nick Leukhardt @NickLeukhardt im Mellifera-Blog von heute (5.10.):

Unser Fazit

Am Ende wird man einen Einblick in eine sonst meist verborgene Welt erhalten haben, der sicher einige Faszination vermittelt. Die Bilder sind wahrlich beeindruckend und sorgen, auch in Kombination mit den Stimmen von Anna und Nellie Thalbach, für kurzweilige Unterhaltung. Fachlich ist der Film ebenfalls gelungen, auch wenn einige zentrale Aspekte im Leben einer Biene bzw. eines Bienenvolkes nur angerissen oder ganz herausgelassen werden.

Ich freue mich schon auf den Film! :slight_smile:

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Ich war gestern mit meinem Sohn im Kino. Die Bilder sind genial.
Es wird alles ein bisschen vermenschlicht. Aber für Nichtimker wird das Leben im Schwarm sehr gut veranschaulicht. Inkl. Kampf der Königinnen und Hornissenabwehr.

Fazit. Sehenswert.

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Ohne Willi ist das ganze nur halb so schön… :face_with_raised_eyebrow:
https://www.youtube.com/watch?v=obw5vRV7MbY

Meine Rezension

Meine Frau und ich haben uns den Film in der vergangenen Woche einmal in einem kleinen Programmkino angesehen. Vorab kann ich schon mal sagen, dass der Film von der Fotografie her absolut sehenswert ist! Ich habe in den ca. 90 Minuten des Films ganz wunderbare Nahaufnahmen - teils in Zeitlupe - genießen können, die ich so noch nirgendwo (und auch nicht in dieser Menge) sehen konnte.

Abstriche machen muss man hier und da an der sachlichen Genauigkeit bzw. Vollständigkeit, was gewiss auch der künstlerischen Freiheit geschuldet ist. Wie auch schon im Mellifera-Blog angemerkt (Link siehe oben) fehlen die Drohnen gänzlich. Gezeigt werden sie gar nicht; sie werden nur einmal kurz erwähnt, als es heißt, dass die Bienen immer ihre Mutter, aber niemals ihren Vater kennenlernen, weil die Drohnen bereits bei der Paarung sterben würden.

Vielleicht habe ich es ja irgendwie verpasst :face_with_hand_over_mouth:, aber ich habe im konkreten Lebenslauf der Protagonistin der Sommerbiene die Position der Wächterbiene vermisst. Wächterbienen an sich werden aber sehr eindrücklich gezeigt, insbesondere bei der Abwehr der „bösen“ Hornissen. Am Rande der Leinwand kann man gut beobachten, wie diese einige Flugbienen abfangen, was jedoch nicht weiter thematisiert wird.

Beim Schwärmen wird der hastige Abflug der alten Königin so dargestellt, als müsse sie vor der neuen Königin schnellstmöglich flüchten. Des weiteren wird geschildert, dass zwar mehrere Schwarmzellen mit neuen Königinnen gezogen werden, dass aber nach diversen Kämpfen zum Schluss nur genau 1 neue Königin übrigbleibt. Das suggeriert, dass das Volk nur genau einmal schwärmt.

Ganz klar wird das Wesen der Bienen und das Gefüge im Bienenstock stark vermenschlicht und sehr kindgerecht dargestellt. Nicht ohne Grund wird der Film deshalb auf dem Plakat als „ein beflügelndes Erlebnis für die ganze Familie“ beworben. Dementsprechend bestand das Kino-Publikum am jenem Nachmittag nahezu ausschließlich aus Familien mit Kindern im Kintergarten- und Grundschulalter. Die Kinder haben natürlich Fragen an ihre Eltern und die Filmdauer übersteigt ihre Aufmerksamkeitsspanne doch schon etwas. (Es auch hat eine Weile gedauert, bis ich mich an das Dauergeknister der Chipstüten gewöhnt hatte und ich es für mich endlich ausblenden konnte. :wink: )

Auf jeden Fall ein lohnenswerter Film, wie ich finde! Allein die wunderbaren Bilder mit der dazu passenden musikalischen Untermalung sind meiner Meinung nach schon den Kinobesuch wert. Also Daumen hoch! :+1:t2:

Liebe Grüße,
Michael


P.S.: Auf der Internetseite des Films entdeckte ich kürzlich zu meiner Überraschung, dass Mellifera e.V. den Film unterstützt hat:

Vielen Dank dafür an Mellifera! :smiley:

Ein Bonbon zum Start ins neue Jahr!

[Link entfernt]

Grundsätzlich empfehle ich dies auch weiterhin, denn die beeindruckenden Bilder wirken im Kino viel besser.

Ein frohes, glückliches und vor allem gesundes neue Jahr wünscht Euch allen
Michael


Edit 4.1.: Inzwischen ist das Video privat und kennwortgeschützt. Dann war es wohl ein Versehen von Taglicht Media gewesen.

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Sehr cool, danke!
Im HD-Heimkino, wird das wohl auch gehen, weil in unserem Provinzkino sowas eher nicht gezeigt wird :wink::+1:t2:

Okay, ich habe ihn mir im Heimkino angeguckt
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und kann mich den kritischen Punkten im Mellifera-Blog anschließen: Ein paar vertanene Chancen und teilweise falsch oder missverständlich dargestellt. Und die Überdramatisierung und Individualisierung hat mich genervt. Nach ca. 10 Minuten war ich in Versuchung den Ton auszumachen und andere Musik dazu spielen zu lassen, um nur noch die Bilder zu genießen …
Wobei sich im Abspann schon der Eindruck der ersten Szene bestätigt hat:
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Das Effekt-Team ist größer als das Kamera-Team :thinking: Das wirft einen komischen Schatten auf den Film, wenn man nicht weiß, ob und welche Bilder einfach aufgebessert wurden und was komplett künstlich ist …

… Inhaltlich mal als Beispiel:
»Licht ist Leben« und es werden hell leuchtende, liegende Waben gezeigt :man_shrugging:t3: Im Bienenstock ist es buchstäblich stockdunkel und Waben hängen in der Regel. Dass man für einen Film Licht braucht, ist mir klar, aber der Spruch dazu :thinking: Das ist inhaltlich schon kurz vor den Lemmingen, die von Dinsney den Abhang runter gejagt wurden.

Meine Kritik ist natürlich drastisch und polemisch überzogen und ich will niemandem den Spaß am Film nehmen, aber ich war trotz der Bilder nicht so überzeugt …
Und die Zahlen:
Nach dem Schwärmen wird gesagt, die Bienen müssen 2kg Nektar am Tag sammeln – das macht 60kg im Monat und je nachdem haben sie gut zwei Monate zum Sammeln = 120kg … macht das Sinn? Wieviel Honig ergibt das, wenn’s eingedickt ist? An anderer Stelle wird gesagt, das Volk braucht 100kg Honig im Jahr, das schien mir auch etwas hochgegriffen, oder?
Bei exakt 18% Wasser wird versiegelt ist in der Realität auch Quatsch … da hätte man statt exakt auch ungefähr sagen können und es wäre mE immer noch erstaunlich :man_shrugging:t3:
Okay, bin dann auch fertig :rofl:
Aber mir hat der Film mehr Fragen gestellt als beantwortet :wink:

Ich habe jetzt nicht auf dem Schirm wieviel Nektar ein Volk am Tag durchschnittlich sammelt (den Film habe ich noch nicht gesehen, kann deshalb die Formulierung nicht prüfen). Aber ein gewisser Teil des Nektars wird doch auch umgehend verbraucht, gefressen, verfüttert an Stockbienen und Brut, und ein gewisser Teil wird eingedickt und als Vorrat eingelagert. Mir erscheinen 2 kg da gar nicht übertrieben viel.

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Inzwischen ist das Video privat und kennwortgeschützt (danke für den Hinweis):

Dann war es wohl ein Versehen von Taglicht Media gewesen…

Nach wie vor empfehle ich Euch, sich den Film einmal anzusehen (trotz aller berechtigter Kritik, siehe oben) und sich ein eigenes Bild zu machen. In einer Handvoll Programmkinos läuft er derzeit noch. Auf der folgenden Seite

https://www.kino-zeit.de/film-kritiken-trailer-streaming/tagebuch-einer-biene-2021

kann man in dieser Suchbox nach den Kinos suchen:

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Uih, da hatte ich wohl doch noch irgendwie Glück, dass ich mir mein Bild von machen konnte. Ich hatte gestern, als ich die Kritik hier verfasst habe, sogar nochmal ein paar Sachen nachgeguckt, da ging das noch …

Definitiv :+1:t2: Also angucken lohnt sich schon. Ob echte Bilder oder (teilweise) CGI – der ist aufwändig und gut gemacht! Nur an manchen Stellen etwas eigenartig :wink: