Will hier mal die Schwarmintelligenz des Mellifera-Forums testen: Hat jemand Erfahrung mit den Klimabeuten, welche Optimal Bees in Dänemark anbietet? Die Beuten gibt es für alle Rähmchenmaße, auch für Dadant hoch (ERB). Sie sind dickwandig und werden in Handarbeit aus Schilfstroh hergestellt. Firmeninhaber ist Chris Bloch, ein Schwabe, der ursprünglich aus Göppingen stammt, aber schon lange in Dänemark lebt. Es wird versprochen, dass man in diesen Beuten Bienen halten kann, ohne Varroabehandlung. Begründet wird das mit der geringeren Luftfeuchtigkeit in diesen Beuten. Das Konzept macht auf mich einen guten Eindruck, aber ich bin natürlich skeptisch, was das Versprechen angeht …
Hallo Ingo,
darf ich auch ohne persönliche praktische Erfahrungen mit jenen Beuten antworten?
Das ist ein sehr interessantes Thema und ein interessanter Ansatz. Die Klimathematik und Auswirkungen auf das Klarkommen mit Varroa sind in nicht wenigen Threads in diesem Forum Gegensatz. Damit auch verbunden Threads über Bauweisen und -materialien. Auch tolle Eigenbauten mit Stroh u.a.
Ich hatte mir die Produkte online vor einer Weile mal angeschaut und wegen der Preise abgewunken. Die mögen vielleicht wegen des hohen Aufwands, der da getrieben wird nicht ungerechtfertigt sein, aber ich wage Aufwand und Nutzen in einem ungünstigen Verhältnis zu nennen. Es passt definitiv nicht in mein Budget
- auch zum Selbstnachbau eher nicht. Bzw wenn dann nur in abgespeckter angepasster Version.
Ergänzung: Bzgl Varroa kommen wir Imkernde auch mit den Beuten nicht aus der Verantwortung regelmäßig zu prüfen und bei Bedarf zu behandeln. Finde ich.
Bin ebenfalls gespannt, ob es Erfahrungswerte anderer NutzerInnen hier gibt, oder interessante Ansichten darüber.
Hallo Ingo.
Ich frage mich wie Jemand auf den Gedanken kommt, dass die Beute/Hohlraum einen Einfluss auf die Varroaresilenz, oder gar auf eine Resistenz hat?
Ein zu „trockenes“ Brutnest würden die Bienen nicht dulden, weil dies der Bienenbrut schadet.
Wer sich mit dem Thema „nicht behandeln“ auskennt, weis das dies über die Biene geschehen muss…Der Kasten/Beute spielt dabei keine Rolle.
Ich antworte hier nur, weil du Ingo das beim BOBBI mitmachst.
Lg Sulz.
Die Luftfeuchtigkeit korreliert mit der Varroapopulation in einem Bienenstock, das haben u. a. Schweizer und Hosenruck beschrieben: siehe https://discourse.mellifera-netzwerk.de/uploads/short-url/2gEyfsA1FrPmLBb2EbYzy7LcsJp.pdf
Hm, Korrelation ist ja nicht gleich Kausalität.
Interessant finde ich in der Studienarbeit, dass die Luftfeuchtigkeit in den verschiedenen Bienenvölkern so sehr unterschiedlich ist, obwohl die Beuten baugleich sind und am selben Standort stehen bzw „standortunabhängig“. Und trotzdem steht dort, dass davon ausgegangen werde, dass die Bienen die Feuchtigkeit nicht aktiv regulieren (an anderer Stelle im Dokument wiederum wird das als Möglichkeit erwogen, also etwas uneindeutig).
Ich schließe für mich daraus, dass ich den Immen Beuten (mit Dämmung und Diffusion) anbiete und den Standort so auswähle, dass sie das innere Klima inkl Feuchte selbst regeln können. Schnickschnack mit oder ohne Stroh brauche ich nicht. Stroh, vielleicht mit Lehm, werde ich aber evtl perspektivisch mal für nen Eigenbau in Erwägung ziehen.
Trotzdem immer noch auf einen Erfahrungsbericht hier hoffend
Alles gute für die Immen und Euch!
Hallo Ingo.
Das mag ja so sein.
Dem Herr Bloch rechne ich es hoch an, dass er seine Kästen mit „optimal Bees“ bezeichnet…Und eben nicht als „antivarroa Beute“.
Ein trockener Kasten/Brutnest, korreliert vielleicht ungünstig für die Milbe.
Ob dies gut für die Bienenbrut ist? Auch darüber gibt es Studien/Arbeiten.
Ich persönlich bin Bienenhalter, und richte mich nach den optimaler Haltungsform für das Bienenwohl. Die Milbe zeigt mir nur, wenn ich etwas falsch mache.
Ich suche also nichts gegen die Milbe, weil die Biene in einer koexistenz mit der Milbe leben muss.
Und nur so nebenbei erwähnt. In meinen Kästen, achte ich auf ein sehr „feuchtes“ Brutnest.
Lg Sulz.
Stopp!
Bitte kehrt zurück zum Thema „Erfahrung mit den Klimabeuten“.
Alles andere klärt bitte via persönlicher Nachricht oder in einem eigenen Thema.
Siehe auch unsere Richtlinien.
Danke!
[vorhergehender Beitrag auf Wunsch des Forumsmitglieds gelöscht. – @EmmBee]
Das ist nicht seriös. Die Art der Beute wird Dir nicht zu varroaresistenten Bienen verhelfen. Die Isolation wird den Bienen nicht schaden, aber wohl auch keine allzu grossen positiven Effekte hervorrufen.
Na ja, die persönlichen Erfahrungen mit den Schliffstroh-Klimabeuten sind hier wohl nicht vorhanden. Schade!
Mit diesen Schilfstrohbeuten mit Klima nicht.
Auf der letzten Vereinsversammlung hatte ich zum Thema Altertümer. Ich hatte auch ein Strohmagazin dabei das wohl vor 15 Jahren noch in Gebrauch war. Er hatte auch andere Behausungen aus Stroh. Der Besitzer ist gestorben.
Aus der Literatur weis ich dass in 1873 im Verein eine Strohpresse existierte mit der man so was herstellen konnte.
Warum ist man nicht dabei geblieben? und ist auf Holzkisten umgestiegen?
Es gibt mir einfach zu viele neue Bienenbehausungsentwickler die alles Mögliche versprechen. Wenn solche Kisten den imkerlichen Neuigkeiten Spieltrieb berfriedigen, von mir aus. Mir ist das zu teuer und unpraktisch und ich sehe nicht den geringsten Nutzen darin.
lg Alexander
Hallo Ingo,
Ich habe den Beitrag zu Optimal Bees ( https://www.save-our-bees.com/ ) gesehen. Wir wollen in diesem Jahr mit den Beuten starten. Die erste steht bereits die zweite ist im Anflug. Uns überzeugt das Konzept, fehlt jedoch die praktische Erfahrung. Die Investition ist hoch, das ist richtig. Nach einem konventionellen Imker-Grundkurs steht jedoch fest: Wir wollen es gerne versuchen. Haben uns für das 12-10er Maß nach Empfehlung vom Chris entschieden und nun die kleine Schwierigkeit den Start richtig hinzukriegen. Würden gerne mit der dunklen Biene starten… haben Imker aus dem Forum in der Region angeschrieben jedoch noch wenig erfolgreich da die meisten selbst erst mit dem Imkern angefangen haben.
Über eine Austausch würden wir uns sehr freuen!
Viele Grüße von
Tanja aus dem Schaumburger Land