Erfahrungen Imkern nach Desensibilisierung

Hi zusammen,

gibt es hier Imker, die sich desensibilisiert (Bienengift) haben lassen oder noch dabei sind?
Ich bin jetzt in der Erhaltungsphase und wollte mal herausfinden, was ich in den kommenden Jahren so erwarten kann.

Viele Grüße
Julia

Hallo @JuliaMu Julia ,

alles Gute, pass gut auf Dich auf. Habe Dir meine Erfahrung per PN geschickt. Zu öffentlich wollte ich nicht…

Nur soviel: Wenn man eine schwere Variante der Allergie hat, kommt meiner Meinung nach Bienen Halten nicht in Frage.

Andernfalls auch nur in Abstimmung mit den Fachärzten.

Herzliche Grüße

Danke dir :slight_smile: Habe zum Glück auch nur einen sehr milden Verlauf gehabt mit juckender Haut an den Handflächen.

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Ich bin allergisch auf Bienengift. Zur Schwere gibt es keine Aussage, zumal sich die Reaktion von „nur Jucken“ beim nächsten Stich durchaus problematischer erweisen kann.
Ich habe weiter geimkert und zwischenzeitliche Blutuntersuchungen zeigen normale Werte. Mir wird aktuell aber noch die Fortsetzung der Desensibilisierung geraten. Die Menge und der Rhythmus wurden angepasst.

Und wie lange läuft die Desensibilisierung jetzt schon bei dir?

Seit Anfang 2022
:honeybee::honeybee::honeybee:

Nagut, dann lasse ich mich auch nicht lumpen, trage gerne für die Statistik bei:

5 Jahre Hypo, letzter ‘Schuss’ Spätsommer ‘25 - und direkt vom Arztbesuch zum Bäcker gegenüber, Bienenstich zur Feier des Endes der Behandlung​:custard::honeybee:

Bei den Immen immer mit Schutz und das Notfallset stets griffbereit.

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Hallo Julia,

ich bin ebenfalls in der Desensibilisierung-Erhaltungsphase. Habe vor etwas mehr als einem Jahr angefangen. Wurde nach der ersten Phase bei der Honigernte von einem Volk angegriffen und mehrmals durch die Jacke gestochen - allerdings ohne, dass die Stachel in der Haut blieben. Das ist ein bisschen angeschwollen, die Reaktion war aber sehr harmlos.

Viele Grüße und alles Gute

Katharina

Alle Wetter! Ich bin wirklich überrascht, dass sich ausgerechnet hier gleich einige Bienen Allergiker finden!

Da ich aus der Medizin komme, möchte ich hier ein paar Hinweise geben:

In der Allergologie hilft es überhaupt nichts, die Erfahrungen eines anderen zu kennen, denn man kann sie nicht auf sich selbst übertragen.

Sofern man eine Allergie hat mit systemischen Symptomen, so muss man einfach höllisch aufpassen und sollte auch nicht ohne Notfall Kit zu den Bienen gehen.

Hierbei sind insbesondere Menschen mit einer Ektopie, also eine Neurodermitis zu nennen, sowie Menschen die auch weitere Allergien oder Autoimmunerkrankungen haben.

Zur Bedeutung der wiederholten Stiche, die ein Imker sich einfängt gibt es widersprüchliche Behauptungen: Einerseits soll es zu einer Gewöhnung kommen (meine Erfahrung war genau diese) andererseits kann eine Allergisierung dadurch auch richtig angeheizt werden! Allergien hat der Teufel gesehen! Man kann sich auf nichts verlassen.

Ansonsten hilft ein Blick in die Statistik:

In Deutschland sind pro Jahr etwa 20 Todesfälle durch Insektenstiche zu beklagen. Das sind typischerweise keine Imker, es gibt aber sporadisch einen tödlichen Vorfall bei einem Imker.

Dem gegenüber gibt es in Deutschland pro Jahr etwa 350 tödliche Arbeitsunfälle, knapp 3000 tödliche Verkehrsunfälle und über 10.000 tödliche Haushaltsunfälle.

Es gibt etwas 150.000 Imker in Deutschland. Statistisch gesehen sterben also etwa 25 Imker pro Jahr an einem anderweitigen Unfall (gerne nachrechnen!) und (fast) nie an einem Bienenstich.

Also: Aufpassen auf der Straße und vor allem bei den häuslichen Arbeiten lohnt sich!

Sorry: Aus Altersgründen schreibe ich immer noch ungegendert…

Wolfgang

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