Wir imkern schon seit einiger Zeit in unserer Region “wie Ufos aus dem All” mit Einraumbeuten und den kleinen 40L-Kisten von fribin. 250 Vereinsmitglieder und wissentlich nur zwei davon, incl. uns die versuchen so naturnah wie es nur geht zu imkern. Der andere Kollege sogar mit einigen TopBarHive aber das nur vorneweg um das Netzwerk-Dillemma vor Ort zu beschreiben. Regionalgruppen gibt es aber nicht in Wurfweite.
Das Thema:
Wir überwintern unsere Völker möglichst immer auf/mit ihrem eigenen Honig und tatsächlich entnehmen wir auch mal im Frühjahr Honig. Das fühlt sich gut an.
Allerdings stehen wir jeden Sommer/Spätsommer vor der Situation mit Augenmaß zu kalkulieren wie viel Honig/Futter tatsächlich im Volk enthalten ist. Füttert man ein weiß man in etwa wieviel Kilogramm Futter angenommen wurden … Bisher hat es immer irgendwie funktioniert aber uns fehlt eine Strategie die uns in etwas mehr Sicherheit wiegt.
Warum stelle ich die Frage überhaupt:
Im Sommer/Spätsommer entnehmen wir meist ein wenig Honig und “versuchen” den Futterbestand für die Einwinterung zu schätzen. Manchmal möchten wir einfach nur im Frühjahr Honig entnehmen um dieses “Gemache” nicht zu haben … wir hadern noch
Zurück zum Thema und unserer eigenen Vorgaben zur Schätzung:
Brutrahmen mit Futterkranz schätzen wir grob auf 0,8-1,0 kg Futter
Einen gut ausgebauten Honigrahmen schätzen wir auf 3-4 kg Futter
Bei weniger befüllten Honigrahmen überschlagen wir das Gewicht
Wer kann helfen … gerne auch mit Verlinkung auf ältere Beiträge die ich bei aller Anstrengung nicht finden konnte.
Hilfreich der zweite Link weil wir stumpf immer 11 Rähmchen belassen. Das werden wir überdenken
Danke Hartmuth
Noch eine abschliessende Frage:
Wir lassen manchmal einfach Honigrähmchen drinnen, so das in Summe vielleicht 12-14 Rähmchen enthalten sind. Vermutlich werden die “Mädels” im Winter den Bereich nicht unbedingt aufsuchen. Spricht etwas dagegen?
Richard
[Mehrere Beiträge zu einem zusammengeführt. Bitte eigene Postings gegebenenfalls editieren, falls man noch etwas ergänzen möchte. – @EmmBee]
Danke … wir hatten dieses Frühjahr beim auswintern ein Volk bei dem offensichtlich ein Futterabriss vorlag. Es gab diese zurückkehrende extreme Kälte im Frühjahr und in der ERB waren (ich glaube) 14-15 Rähmchen drinnen.
Das war wohl ganz klar ein Fehler … meine Frau und ich haben geheult als wir die Beute ausgeräumt hatten. ich lade mal ein Foto dazu hoch … kein schönes Bild wenn tote Bienchen in einer Minigruppe 0 cm neben dem Honig verhungern/erfrieren. Es waren mehrere kleine solcher Grüppchen, gar nicht so viele tote Bienen am Boden … da werden wohl einige zum “sterben” bei -10°C rausgeflogen sein …
Ich versuche es mal zusammenzufassen wie wir es in Zukunft machen sollten:
Auf 8-12 Rähmchen je nach Völkergröße einengen und die Futtereserven überschlagen
Differenz zu den ca. 15 - 17 kg Futtervorrat ermitteln … vermutlich schadet ein wenig mehr nicht
Die ermittelte Differenz aus den “überschüssigen” Rähmchen hinter dem Schied anbieten (ritzen)
Den Rest an Honig pressen weil wir versuchen nicht waagerecht zu tauschen (in die anderen Beuten) >> Ich frage mich immer wieder ob das schlimm wäre wenn man das macht ?!?
Weil wir noch fribin-ERB haben frage ich mich oft ob man nicht “die Windel” einschiebt … bisher immer offen überwintert.
Passt das so eingermaßen?
Hier das traurige Foto aus Ende März diesen Jahres … vor dem Frost summte es noch aus der ERB
Ich habe letztes Jahr in der Einraumbeute ein Jungvolk auf 9 Rähmchen auf eigenem Honig überwintert.
Da war schon ausreichend Futter vorhanden.
Das hängt aber natürlich auch immer von den lokalen Bedingungen ab.
Es ist sicher kein Fehler sich ein paar Futterwaben aufzuheben, die kann man so wie du es geplant hast als Reserve auf die andere Seite des Schiedes hängen.
Im Fall der Fälle würde ich eine Futterwabe auch einem anderen Volk geben, damit es nicht verhungert.
Wenn Waben zwischen Völkern getauscht werden besteht grundsätzlich die Gefahr, dass dabei Krankheiten übertragen werden.
Aus einer gesamtheitlichen/wesensgemäßen Sicht sind die Waben das Skelett des Biens, also ein untrennbarer Bestandteil. Diese Aussagen beziehen sich besonders auf bebrütete Waben bzw. auf das Brutnest.
Den Gitterboden lasse ich in meinen Beuten (wo vorhanden) praktisch immer geschlossen.
Es gibt dazu verschiedene Meinungen, aber wenn ich sehe, wie die Bienen nach Möglichkeit jede Ritze mit Propolis abdichten, so ist meine Schlussfolgerung, dass sie Zugluft vermeiden. Sie regulieren ihr Stockklima selbst sehr präzise und lüften kontrolliert beim Flugloch hinaus.
Wenn ein Volk über den Winter stirbt, fragt man sich, ob man das hätte verhindern können. Es muss nicht immer ein Fehler des Imkers die Ursache sein. Gerade weil man vieles noch nicht richtig versteht und auch nach Jahren noch laufend dazulernen kann, ist die Beziehung zu den Bienen für mich so faszinierend.
Danke … im Grunde wissen wir vieles von dem das du schilderst oder bestätigst. Als meine Frau anfing zu Imkern war sie zu allererst in der konventionellen Richtung unterwegs aber das hat sich von ganz alleine gewandelt, was sehr schön ist.
Schön ist auch das unser Verein das sieht, also die „Leitung“ und ich z.b. bei Probeimkerkursen diese sehr spannende und möglichst naturnahe Art zu Imkern vorstellen darf.
Das mit dem Boden überdenken wir. Ich kenne das von einer Regionalgruppe 80km entfernt. Da denken wir Menschen einfach ein wenig zu viel darüber nach was gut für den Bien sein mag und vertrauen nicht. Welche Baumhöhle hat schon einen Gitterboden
Wie sagte mal ein Demeter-Imker zu mir, und das zitiere ich sehr gerne: „Die Bienen lesen einfach nicht die Bücher die wir Menschen zu Bienen schreiben!“ Das hilft uns manchmal