Ende Mai habe ich über die Schwambörse einen (eher kleinen) Naturschwarm bekommen und erfolgreich in meine Bienenkiste einlaufen lassen. Das hat alles bestens geklappt, gebaut haben sie vorne im Eck und sind immer fleißig geflogen. Zu Beginn habe ich parallel ganz kurz Flüssigfutter, dann Futterteig angeboten (wurde mir so geraten von dem Imker, der mir den Schwarm überlassen hat). Das sah dann immer so aus, dass nach kurzer Zeit die ganze verfügbare Aufnahmefläche mit Bienen besetzt war. Insgesamt habe ich so ca. 1 oder 2 kg flüssig und 7,5 kg als Futterteig gefüttert.
Zum ersten Mal komplett geöffnet habe ich die Kiste vor ca. einer Woche und dabei gesehen, dass etwa der halbe Raum (auf die Fläche bezogen - die Waben gehen nicht bis ganz nach hinten, dafür aber in der Breite über die Hälfte hinaus) ausgebaut ist. Gewogen habe ich die Kiste auf 32 kg, abzüglich des Leergewichts und des Richtwerts für Bienen/Waben bei halb ausgebautem Raum bin ich damit auf gerade einmal 7 kg Vorräte gekommen - trotz ständigem Flug und eher (klein)städtischer Umgebung (südlicher Stuttgarter Großraum) also sogar ein gutes Stück weniger, als bisher gefüttert.
Nun müsste ich also, wenn mich nicht alles täuscht, noch bis Mitte September 7 - 8 kg Vorräte in die Kiste bekommen, dazu habe ich vor ein paar Tagen das Flugloch verkleinert und zunächst noch ein Paket Futterteig in die Kiste gelegt und damit gerechnet, dass dieses in absehbarer Zeit leer sein würde. Danach wollte ich dann mit Ameisensäure behandeln und den Rest flüssig füttern. Jetzt wird der Futterteig aber im Prinzip kaum angenommen, nach 2 Tagen saßen nur 3 Bienen daran, gestern war dann zwar der Rand der Folie besetzt, aber bei weitem kein Andrang wie zuvor. Gestern Abend habe ich dann noch eine Tupperdose 1:1 flüssig hineingestellt, mit Ästen und Korkscheiben und direkt am Trennschied - bei der Kontrolle eben saß eine einzige Biene am Flüssigfutter.
Jetzt weiß ich überhaupt nicht, ob das bedeutet, dass die Bienen das Futter einfach nicht brauchen und es dann auch ok ist, oder woran es sonst liegen kann - in diesem Tempo scheint mir die Auffütterung von 8 kg allerdings illusorisch.
Ich hoffe, weder Frage noch generelles Vorgehen ist allzu idiotisch und jemand hat einen guten Rat für mich.
Danke im Voraus & Gruß,
Lea
Hallo,
Du beschreibst eine ähnliche Situation, wie in meinem ersten Jahr. Das Gute ist, ein noch kleines Volk wird auch weniger Futter verbrauchen, es werden also wohl auch 10 kg reichen. Trotzdem kannst Du nach der AS-Behandlung noch mit Sirup/3:2 einzufüttern. Das Futter eng an den Bienensitz heran stellen. Im Frühjahr dann Futter bereit halten und häufiger wiegen, ggf. nachfüttern. Ev. musst Du im nächsten Jahr noch weitgehend auf eine Honigernte verzichten und erst einmal das Volk aufbauen.
Ich hatte im letzten Jahr auch einen späten Schwarm und war zu zögerlich mit dem Zufüttern, das Volk hatte im Herbst etwa 1/3 der Bienenkiste gefüllt.
Hallo Lea
bei 7kg Vorrat könntest du auch jetzt die AS Behandlung machen und danach auffüttern, dann haben sie vielleicht mehr Lust auf Zucker
Meine beiden Völker waren ganz verrückt auf Zuckerlösung 3:2 in 1,5Wochen je 12kg aufgefüttert
Somit stellt sich dann schon die Frage nach dem Grund ihrer Appetitlosigkeit, wie hoch ist der Bienenbesatz in deiner Kiste? Wie waren den die Temperaturen die letzten Tage?
Vielleicht kannst du uns hier ein Bild der offenen Kiste einstellen?
LG Siggi
PS schön dich hier im Forum begrüssen zu können,ich hoffe wir können dir bei deinem „Problem“ weiterhelfen
vielen Dank schon mal für die Antworten und Tipps. Was ich aktuell da habe, ist ein Foto von der offenen Kiste. Ansonsten mache ich natürlich auch noch ein Foto vom Honigraum aus, dazu müsste ich aber das ganze Futtergeraffel samt Bienen rausnehmen, um den Trennschied rausnehmen zu können und würde das Volk ungern unnötig schön wieder stören, daher erst mal der Versuch mit diesem Bild - vielleicht hilft das ja schon?
PS: Siggi, sehe den Zusatz jetzt erst - Danke für die nette Begrüßung! Das Wetter war jetzt eigentlich durchgehend eher kühl und vor allem extrem wechselhaft, erst seit letzter Woche ist es bei uns sommerlich warm und auch mal einen Tag trocken. Geflogen sind sie aber durchgehend ziemlich viel (sehe es vor meinem Bürofenster ständig summen).
Moin,
das sieht doch toll aus
Also zum Auffüttern 2:3-Sirup geben, schön dicht an die Bienen und an die Beutenwand stellen, dann wird das schon. Futterteig ist eher für Notfütterung, zum Auffüttern ist das wenig geeignet weil es erst angelöst werden muss. Da gehen sie nur dran, wenn sie wirklich Hunger haben.
Mein erstes Biki-Volk sah zu der Zeit auch nicht anders aus, das wird schon noch wachsen.
Lea,
wenn das ein aktuelles Bild ist, sieht dein Volk stark aus. Meine Empfehlung, Trennschied raus und
Futter mit Kontakt an die Waben stellen. Und dann wird das sicher was.
Ok, super! Vielen Dank für Eure Einschätzungen. Dann stelle ich das Futter, das jetzt schon drin ist, noch nahe an die Bienen ran, in ein paar Tagen dann AS und danach füttere ich versuche ich den Rest noch mit Sirup aufzufüttern.
Dankeschön & Gruß, Lea
ich würde gern das Thema wieder aufnehmen, da ich aktuell eine sehr ähnliche Beobachtung bei meinen Bienen mache.
Ich habe 2 Völker, beides diesjährige Schwärme. Rote Biki zu ca. 90% ausgebaut, gelbe BiKi zu 100% (kleine Überstände in Honigraum wurden vor der Varroa-Behandlung herausgeschnitten).
Varroa-Behandlung mit Ameisensäure im Nassenheider Verdunster an beiden BiKis von 6.8. bis 18.8. bzw. 20.8. durchgeführt - hat soweit alles nach Anleitung funktioniert.
Seit 3 Tagen füttere ich flüssig 3:2 nach Anleitung, in beiden Kisten mit einem Behälter, in den je Futtergabe 1,5kg Zucker in 1l Wasser kommen. Volk gelb saugt den Behälter innerhalb von 24h (Kontrollintervall) vollständig leer, Volk rot rührt den Zuckersirup nicht einmal an.
Beide Völker haben jedoch Futterbedarf, das hungrige gelbe Volk lt. Vorgaben ca. 6kg, das Zucker ablehnende rote Volk ca. 9kg auf das Ziel von 15kg gerechnet.
Habt ihr schonmal ähnliches beobachtet und woran kann das liegen? Die BiKis stehen direkt nebeneinander. Auch an den Behältern kann es nicht liegen, ich habe sie nach der 1. Portion getauscht mit dem gleichen Ergebnis.
da es sich ja laut Beschreibung um Schwärme aus diesem Jahr handelt, dazu der Hinweis bitte keinen fremden, unbekannten Honig zum Aufpeppen des Zuckersirups nehmen um keine Krankheiten zu übertragen.
Es stimmt, manchmal brauchen die Völker etwas bis sie das Futter finden, evtl. kannst Du eine Sirupspur von unter den Waben bis zum Behälter legen oder einige Spritzer in Richtung Brutraum geben um die Bienen zu locken.
Update zu meinem Beitrag vom 24.8.:
Nach 2 weiteren Tagen haben tatsächlich die Futter-Verweigerer (Volk rot) auch die Futterschale „entdeckt“ und nehmen das Zuckerwasser an. An der Art zu füttern habe ich nichts geändert, auch nicht am Futter selbst.
Ca. alle 3 Tage etwa 1-2kg Zucker in Wasser, Mischung 3:2, immer abends gegeben.
Was noch auffällig war: Trotz der abendlichen Fütterung und zügigen Abnahme ist am nächsten Tag immer extremer Flugbetrieb, v.a. an der roten Kiste. Da das für meine geringe Praxiserfahrung sehr nach Räuberei ausgesehen hat, habe ich das Flugloch schrittweise stark verkleinert, bis auf ca. 2x1cm
Mittlerweile ist das Zielgewicht an beiden Kisten fast erreicht
Wie entwickelt sich die Gefahr der Räuberei nach Abschluss des Fütterns?
Könnte es nicht passieren, dass auch das bereits eingelagerte Futter geraubt wird, also sollte die Fluglochverkleinerung noch bis zum wirklichen Einwintern bestehen bleiben?
Und sobald die Temperaturen auf Einwintern und Mäusegitter stehen, öffnet ihr das Flugloch dann auf der gesamten Breite?
Wäre super, wenn Ihr mir da Tips aus Eurem Erfahrungsschatz geben könntet!
Der starke Flugverkehr kurz nach der Fütterung ist ein bekanntes Phänomen.
Es wird so erklärt, dass die Bienen, welche die Futterquelle entdeckt haben, den anderen Bienen signalisieren, dass sich eine sehr interessante Futterquelle in unmittelbarer Nähe befindet. Die Beschreibung dürfte aber nicht genau genug sein und so suchen aufgeregte Arbeiterinnen auch vor dem Stock nach der Futterquelle - was dann diesen Tumult auslöst.
Ein gesundes Volk kann sich vor Räuberei normalerweise selbst schützen.
Ein verkleinertes Flugloch im Herbst macht es den Wächterinnen leichter bei der Bewachung/Verteidigung.
Ich lasse das Flugloch bei der Bienenkiste inzwischen das ganze Jahr über verkleinert, auch im Winter.
Das klingt absolut plausibel.
Gerade am letzten Futtertag wieder beobachtet: Beim ersten Hinsehen sah der Wirbel sehr nach Räuberei aus. Nach einigen Minuten Beobachtung konnte ich jedoch keine echten Kämpfe vor dem Flugloch erkennen. Zudem versuchte ich einzelne Bienen, die aus dem Flugloch kamen mit dem Blick zu verfolgen. Sie kreisten eher vor der Beute, ähnlich einem Einfliegen an einem neuen Standort.
Mit dem letztlich sehr kleinen Flugloch hat sich die Situation zwar beruhigt, aber trotzdem nicht so entspannt wie sonst üblich.
Danke für diesen Hinweis, das beruhigt doch auch ein wenig!