Anfang mit einem Naturschwarm

Hallo Bienenfreunde,
Anfang Mai habe ich in meine beiden ERB (die die letzten Jahre leer standen) mit je 6 Leerrähmchen jeweils einen Naturscharm einlaufen lassen.
Ich vermute, es waren Mutterschwärme, denn die Bienen tragen Pollen ein.
Eines der Völker nagt kräfig am Schied, sodass ich schon 2x mehrere cm dick fluffige Holzspäne auskehren musste. Bei der zweiten Kontrolle war das schiednahe Rähmchen voll Honigwaben ausgebaut, so dass ich gleich durch zwei Leerrähmchen auf beide Seiten des schiednahen Rähmchens eingesetzt habe (ist es in Ordnung, nicht schiednah zu erweitern?).
Beim anderen Volk haben die Bienen an das Strohschied quer gebaut. Den Querbau habe ich abgetragen und das Schied um 180 Grad gedreht.
Am Tag 2 und 9 habe ich jeweils am Abend 1 L 3/2-Zuckerwasser in einen Schale mit Stroh reingestellt. Wie lange ist eine Anfütterung eines Jungvolks sinnvoll ?
Ist eine Honigwabenentnahme im Laufe des Sommers von einem Jungvolk im ersten Jahr vertretbar oder überhaupt sinnvoll, wenn mit Zucker gefüttert wurde ?
Würd mich sehr freuen über Tipps, Anregungen, Kommentare, Kritik.
Herzliche Grüße
Michael

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Hallo Maikel,
mit 6 Leerähmchen starten ist schon sehr reichlich, es reichen meist 5 Rähmchen. Das muss man auch nach Schwarmgröße entscheiden. Eigentlich musst du jetzt noch nicht erweitern.
Erst, wenn die äußeren beiden Waben deiner 6 Leerähmchen zu 2/3 ausgebaut sind, kanns du nochmal links und rechts eines dazuhängen.
Dies wird aber noch bis mitte Sommer dauern.
Wenn deine Schwärme 8 Rähmchen bis zum Herbst schaffen, ist das schon viel.
Diese sollten aber auch fast bis zum Unterträger voll sein.

Füttern ist richtig aber nicht 3/2 sondern 1/1. Sie sollen ja nichts einlagern, sondern einen Futterstrom (vorgetäuschte Tracht) geliefert bekommen.
Dies macht man wöchentlich. Dabei fängt man mit 0,75 l an und steigert dies allmählich.
Schau mal hier bei Juni: https://www.bienenundnatur.de/imkerpraxis/das-bienenjahr-2020-mit-johannes-wirz-und-norbert-poeplau-631
Die Fütterung musst du so lange machen, bis das Wabenwerk für den Winter groß genug ist (7 Waben fast voll ausgebaut).
Eine Honigernte bekommst du dieses Jahr nicht, es wird ja alle Energie in Wachs verbaut.

Ich wünsche dir weiterhin gutes Gelingen.

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Hallo @Maikel ,
alles gute für deine Völker :slightly_smiling_face:
@Climmo hat soweit recht, dass der kontinuierliche Futterstrom wichtig ist. Ich würde aber die Fütterung nicht so pauschal machen. Wenn eine gute Tracht vorhanden ist, brauchst Du sie m.E. nicht simulieren, wenn das Wetter passt.

Und Erweitern bei vorhandener Brut kann meines Wissens gerne am Brutnest erfolgen.

Herzliche Grüße

Hallo Climmo,
herzlichen Dank für die sehr nützlichen und praktischen Tipps zum Erweitern und Anfüttern, die mir sehr helfen
herzlicher Gruß, Maikel

Hallo Linus, danke vielmals für deinen Beitrag.
Das Erweitern am Brutnest (statt an den Rändern) zwingt die Bienen für mein Gefühl die Bienen eher zum Wabenbau. Solange man nicht das Brutnest unterbricht, kann es vielleicht noch als wesensgemäß durchgehen ?!
mit sonnigem Gruß, Maikel

Hm, was heißt denn „zwingen“? Wollen wir es „motivieren“ nennen? Erweiterung ohne Wabenbau wäre ja ein leeres Rähmchen :wink:

Und wenn man Platz für Brut schaffen möchte, sollte man dort erweitern - „am“ Brutnest, nicht „im“ um es nicht zu unterbrechen. Will man Platz für Futtereinlagerung/ Honig schaffen, kann man das Rähmchen wohl auch am Rande, zum Schied hin setzen.

Beste Grüße

Vielen Dank Linus, für die einleuchtende Argumentation ! das klingt gut.
Sonnige Grüße, Maikel

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