Selbstbau ERB mit Flugloch im oberen Bereich - Erfahrungen, Einschätzungen

Guten Tag,

Ich möchte gerne in den Austausch treten bzgl. Erfahrungen, Tipps oder einfach Fachsimpelei. Eine konkrete Frage habe ich zur Varroa Behandlung, am Ende des Beitrags.

Mein Selbstbau folgt bezüglich des Konzepts sowie der Innenmaße der Mellifera-Einraumbeute. Vor allem folgende Abweichungen und Ergänzungen finde ich erwähnenswert:

  • Bis zu zwei (kleine) Völker könnten Platz finden
  • Vier Fluglöcher auf der Frontseite , je ein Paar links und rechts, sodass je Volk die jeweilige Obergeschoss- oder die Parterre(Bodenbrett-Level)-Öffnung genutzt werden kannl
  • Flug- sowie seitliche Lüftungslöcher sind geneigt, abschüssig zum Beutenaußen (Regenabfluss)
  • Zwei Revisionsklappen nebeneinander (ggf eine je Volk), mit Scharnieren und Schnappverschlüssen
  • 5 Lüftungslöcher im Boden auf der normalerweise nicht bewohnten Seite, mit Deckeln verschließbar, alle 5 gleichzeitig oder nur 2 oder 3
  • Wände aus 28mm Fichtenleimholz, doppelt Lage 19mm Dämmplatte dachseitig, Blechdach zugekauft
  • Tragegriffe, die auch beim Wiegen dienlich sind
  • Füße druntergeschraubt

Frühjahr ‘25 gebaut, habe ich am 8. Mai diesen Jahres die Beute das erste Mal mit einem Naturschwarm (Vorschwarm), besiedelt. (Zurzeit 11½ Waben, keine Ernte erfolgt, Vorrat ca 11 kg.)

Erst nach Einzug habe ich zuende überlegt, dass ein bodenfernes Flugloch bzgl Reinigung ja etwas schwieriger sein dürfte. Aber bisher kommen sie klar. Ich habe gesehen, wie sie sogar mit toten Schwestern im Schlepp die Wand zum Flugloch hochgehen können. Aktuell schmeißen sie dort Drohnen raus, funktioniert auch. Ab und zu fege ich via Heckklappen mal durch, aber das ist bisher nicht viel.

Interessant finde ich, dass das Flugloch ja nie ganz frei offen ist, sondern die Rähmchen es beschränken. Ich sehe es als Vorteil bei der Verteidigung. - Der eigene Ein-/Ausgang ist natürlich auch weniger groß, aber es flutscht auch zur Rush-Hour nach meiner Beobachtung gut.

Nun, Varroamilben haben sie auf jeden Fall gerade krass, so dass ich behandeln muss.

Ich nehme normalerweise des Nassenheider Verdunsters horizontale Standardvariante in einem ca 20cm hohen Aufsatz platziert, Schied bis Oberkante verlängert. Auch bei Schwammtuch stellten sich ähnliche Fragen, was muss ich bedenken bzgl

  • Luftzirkulation, denn die AS Aerosole sinken ja ab - schaffen die Immen es nach oben zu fördern?
  • Lüftungsöffnungen in demselben Zusammenhang - reicht die beschriebene Öffnung plus die Bodenlöcher hinterm Schied (die Schiedversion v Mellifera, die zur Beutenwand vorn und hinten komplett schließt, aber nach unten nicht), oder sollte ich den Boden verschließen?
  • Schwammtuch oder Nassenheider?
  • Hat hier jemand Erfahrung mit ähnlicher Konstellation und kann Tipps geben? Oder gesunden Menschen- bzw ImkerInnen-Verstand als Quelle nähme ich auch.

Vielen Dank im Voraus

Und noch im Nachhinein Danke @Naturbauimker, der Du den Selbstbau einst inspiriert hattest durch einen Summa Summarum-Vortrag über Wärmehaushalt, in dem Du auch eigene Experimente mit Beutevarianten (Fluglochpositionierung, Wandstärke) präsentiertest.

Herzliche Grüße

P.S.: falls es noch Fragen zu Details der Beute gibt, würde mich freuen.

P P S.: Fotos folgen, ich kann irgendwie gerade nicht wie gewohnt einstellen.

Edit: paar Bilder dazu

Update: habe heute die Behandlung gestartet. Bestes Varroawetter vorhergesagt und vom Timing schaffe ich es so vor meinem Urlaub.

Ich werde über die Erfolge berichten.

Update II: Heute Verdunstungsrate ermittelt, fast doppelt soviel wie gewollt in den zwei Tagen… Oha. Nun von mittleren auf kleinsten Docht gewechselt und noch etwas nachgeschenkt.

Nochn Update, 27.07.26 nachmittags:

  • Gestern, Am Tag 13 Behandlungsende, Verdunster und Aufsatzrahmen zurückgebaut, Tuch fast trocken, Luft noch leicht von Aerosolen belegt
  • Tag 8-10 Diagnoseschale eingelegt, ca. im Schnitt 120 Tote Milben pro Tag - Peak evtl schon vorbei?
  • Plan: in zwei Wochen nächste Zählung
  • Gestern Futter gegeben 3,5 kg Zuckerlösung 3:2 in Futtertasche, Flugloch verkleinert

Heute: Kurz mal durchgeschaut (11. bis 4. Wabe) und gewogen.

  • Königin auf Wabe 5 oder 6 ‘angetroffen’ :heart_eyes:
  • Ich vermute, dass sie eine kurze Legepause eingelegt hatte, denn
  • Relativ wenig Brut, 7. bis 5. Wabe noch wenige verdeckelte Brutzellen. 4. Wabe hat etwas mehr und ab da ist’s einigermaßen mit Maden belegt - verschiedenen Alters, aber nach meiner Einschätzung keine älter als 5-6 Tage. (Stifte erkennen habe ich grundsätzlich Schwierigkeiten.)
  • Futtertasche haben sie geleert, aber Bruttogewicht ist etwa gleich geblieben.

Ich werde weiter beobachten, Brut, Futter, Varroa.