Schwarm baut schiefe Waben

Hallo zusammen,

ich habe einige ereignisreiche Tage hinter mir, zu deren Abschluss ich hier das Schwarmwissen benötige.

Ich habe vor etwa 10 Tagen einen Schwarm von einem Imker über die Schwarmbörse erhalten. Beim Einlaufen lassen in die Bienenkiste fiel mir bereits auf, dass der Schwarm sehr klein war. Etwa so groß wie eine große Orange.

Sie haben sich aber in der Kiste niedergelassen. Nach Rücksprache mit dem abgebenden Imker hat er mir dazu geraten, den Schwarm mit Bienen von ihm zu verstärken. Dazu hat er mir einen kleinen bereits laufenden Ableger gegeben, den ich in die Bienenkiste eingekehrt habe. Den Tag vorher habe ich die “neuen” Bienen am Standort der Bienenkiste einfliegen lassen und am Tag der Umsiedlung eine Brutwabe des größeren Schwarms in die Bienenkiste getan. Aufgrund der Größe ging das nur etwas schief.

Die Prozedur ist inzwischen drei Tage her und es hat alles super geklappt. Heute habe ich die Brutwabe aus der Bienenkiste raus gekommen. Die Bienen sind jetzt schon sehr fleißig am Bauen. Allerdings bauen sie die Waben schief. Das liegt vermutlich daran, dass sie die neuen Waben an der Brutwabe orientiert haben. Ich habe unten ein Foto beigefügt. Die Bienenkiste steht absolut gerade.

Ich würde den immer noch kleinen Schwarm ungerne weiter stören, denke aber, dass die schiefen Waben auch nicht ideal sein.

Ich freue mich auf eure Einschätzung, wie ich hier weiter verfahren soll.

Vielen Dank schon jetzt für eure Unterstützung!

Manuel

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Moin Manuel.

Herzlich willkommen im Forum.

Ja pfff… ich trau mich mal aus der Deckung… und auch wenn ich fürchte mich unbeliebt zu machen, hätt ich eigentlich die Frage: Hast du das Buch “Die Bienenkiste” von Erhard Maria Klein gelesen?

Ich nehme an, dass du mit den besten Vorsätzen gestartet bist und hast dir dann Unterstützung von einem Imker geholt, der (Entschuldigung für die Deutlichkeit) keine Ahnung von der Bienenkiste und/oder wesensgemäßer Bienenhaltung hat. Falls er Interesse hat, sage ich ihm das auch gern frontal ins Gesicht und freue mich auf die anschliesende Diskussion, in der wir heraus arbeiten werden, ob er überhaupt eine Ahnung von oder ein Gefühl für Bienen hat.

Meine Meinung zur Situation ist die, dass ich den Eindruck habe, dass du sehrwohl schon ein erstes Gefühl für die Bienen aufgebaut hast (“würde sie ungern weiter stören”).

Ja! Lass sie in Frieden… Bienen leben 80(?) Millionen Jahre länger auf diesem Planeten und sind sehr gut ohne den Menschen ausgekommen.

Auf dem Bild kann ich keine Anfangsstreifen an den Leisten erkennen… sind da welche dran?

Grüße Thomas

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Wenn die Kiste ganz gerade steht, weshalb ist dann der Pegel in der Futter Box schief?

Hallo Elbbiene,

ja das sieht wirklich so aus. Ich habe aber ein Zellstofftuch auf die Zuckerlösung gemacht, was schief ist.

Wenn man genau hin sieht, sieht man den Stand der Flüssigkeit

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Hallo Manuel, willkommen im Forum !

Ich finde es ist eine gute Entscheidung mit der Bienenkiste zu beginnen, so habe ich vor einigen Jahren auch begonnen und habe es nicht bereut.

So wie Thomas @enieH geschrieben hat, wäre es natürlich nützlich gewesen, die beiden Bücher des Bienenkistenerfinders zu lesen, da kann man viele nützliche Tipps und Hinweise für den Neustart finden.

Ich empfehle allen Anfängern mit einem schönen Naturschwarm zu beginnen, da ist der Start nach meiner Erfahrung fast immer einfach und erfolgreich.

Der schnurgerade Ausbau von Waben entlang der Oberleisten ist ja nicht das, was Bienen von sich aus so machen würden, sondern soll dem Imker die Arbeiten am Volk erleichtern.

Die Bienenkiste ist als Stabilbau grundsätzlich so konzipiert, dass man sehr wenig eingreifen muss, besonders der Brutnestbereich zwischen Flugloch und Trennschied muss nur selten angerührt werden.

Bei meiner Bienenkiste habe ich dort seit der Besiedelung vor ca. 9 Jahren noch nie etwas verändert, auch die vielfach empfohlene Wabenerneuerung habe ich bisher nicht gemacht, die Bienen kommen damit sehr gut zurecht.

Schwierig wird es jedoch, wenn auch der Honigraum zwischen Trennschied und Rückbrett nicht gerade ausgebaut wird, dann kann man die Waben bei der Ernte nicht sauber einzeln ziehen und die ganze Prozedur wird dann eine ziemlich klebrige Angelegenheit mit honigverklebten Bienen und Stress für den Imker.

Wenn die Brutraumwaben nicht gerade und genau unterhalb der Oberleisten gebaut wurden, dann wird später mit ziemlicher Sicherheit auch der Honigraum nicht gerade verbaut werden, ausser man verwendet dort Mittelwände.

Wenn du in deiner Bienenkiste einen geraden Ausbau haben willst, dann solltest du das jetzt gleich zu Beginn so rasch wie möglich korrigieren.

Günstig wäre es, so wie Thomas es empfohlen hat, in den Oberleisten als Bauvorgabe Anfangsstreifen aus Wachs zu verwenden.

Eventuell gelingt es die bereits gebauten Waben abzulösen und in der ursprünglichen Reihung korrekt ausgerichtet wieder an die Oberleisten anzuheften, aber für einen Anfänger ist das sicher schon eine sehr fordernde Aufgabe.

Vielleicht gibt es in deiner Nähe einen erfahrenen, wesensgemäßen Imker, der dich unterstützen kann.

Ich wünsche dir viel Freude und Erfolg beim Start mit deinem neuen Bienenvolk.

LG. Hartmuth

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Hallo Hartmut,

danke für deine Antwort, das hilft mir sehr.

Ich habe mich offensichtlich nicht deutlich ausgedrückt, aber natürlich bin ich mir der Literatur der Bienenkiste vertraut.

Zudem handelte es sich um einen Naturschwarm, der jedoch, wie beschrieben, sehr klein war. Der Zuwachs war dann jedoch keiner mehr, das ist korrekt.

Ich habe mir einen Bienenkisten Bausatz bei Bienenseb gekauft. Der arbeitet mit mit Anfangsstreifen aus mit Wachs beschichteten Holzleisten. Für den Honigraum plane ich, wenn es dann soweit ist, mit Mittelwänden. Damit wären schiefe Waben dann kein Thema mehr.

Ich nehme hier aus den Antworten dann mit, dass ich sie erst einmal bauen lasse.

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Moin Manuel,

du bist mit der Literatur vertraut und hast eine Brutwabe drin gehabt. Wie passt das zusammen?

Ich bin mir nicht sicher, was du vorhast. Willst du die Tipps deines Paten umsetzen oder dich wesensgemäß aufstellen (wobei sich beides nicht grundsätzlich aussschließt - ich hatte auch(?) die sehr interessante Erfahrung mit einem Paten).

Wenn du die Tipps des Paten umsetzen willst, fänd ich es fair, wenn du ihn dann auch fragst, wenn es Probleme gibt, damit er mit seinen Lösungen auch erfolgreich werden kann. Ansonsten hast du schon gemerkt, dass wir gern helfen… aber die grundsätzlichen Handlungsempfehlungen sollten zumindest versucht werden umzusetzen.

Dass die Bienen dann noch ihren eigenen Kopf haben und diese Bücher selbst nicht gelesen haben, haben wir alle schon erlebt.

Grüße Thomas

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Hallo Manuel,

Klar, wenn man hinsieht, sieht man den Zellstoff. :face_with_peeking_eye: Gute Idee.

Spannend, dass die Waben so gegen die Schwerkraft sich halten. Ich kann das mit der Brutwabe gut verstehen, denn ich hab gerade auch nur so einen Apfelsine großen Schwarm am Start und bin gespannt, wie weit er kommt. Hätte ihm auch gern ein paar Extra Bienen zugeschustert.:wink:

Viel Glück. Und auch wenn ich nicht auf Erfahrung dazu zurück blicken kann, ich würde sie einfach machen lassen.

Allerdings, ist das links auch Naturbau? Ich würde Waben entfernen, die von der Wand aus gebaut werden und nur die vom Oberträger kommenden belassen.

Was ich noch nicht verstehe, ist das Ding mit dem Ableger. Damit hast du vermutlich die junge Schwarm prinzessin gegen die Königin aus dem Ableger ausgetauscht, oder?

Damit haben dann die Schwarmbienen den Ableger verstärkt, nicht der Ableger den Schwarm, oder?

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