Diverse Probleme bei der Honigernte

Hallo, wie kann ich bei den folgenden Problemen Abhilfe schaffen?

  1. Die Waben sind recht buckelig und dadurch aneinander gebaut.
  2. Die Bienen bauen nach unten über das Rähmchen hinaus, so dass die Waben zum Teil am Boden kleben.
  3. Meine Einraumbeute ist extrem voll mit Bienen. Im Laufe des Frühjahres war ich sicher, dass sie schwärmen. Sind sie aber nicht! Es war kaum möglich eine Kontrolle durchzuführen. Und jetzt bei der Honigernte ist alles komplett mit Bienen besetzt. Sollte ich evtl mit der Ernte noch warten? Mein Fazit: so macht das überhaupt keinen Spaß!!

Ich würde mich sehr über Antworten freuen!

Liebe Grüße

Christiane

Kenne genau diese Probleme. Aus dem Grund nutze ich immer die beiden Honigaufsätze oben auf der Einraumbeute (die auch im Einraumbeuten-Buch gezeigt werden). Damit lässt sich problemlos ernten. Bezugsquelle: Fa. Fribin.

Hallo Christiane,

die Bienen bauen Naturwaben genau so wie du es beschreibst und nur selten schön gerade in Einraumbeutenrähmchen, so wie wir es gerne hätten.

Wie man die Bienen dazu bringt es dennoch zu tun dazu gibt es im Forum schon zahlreiche Beiträge.

Wenn du in die Suchfunktion im Forum beispielsweise “wabenbau Einraumbeute” eingibst findest du viele gute Hinweise.

Da muß man von Beginn an sehr dahinter sein, danach wird aber die Ernte umso einfacher.

LG. Hartmuth

Hallo @Christiane ,

erstmal klingt es nach einem gesunden, vitalen, starken Volk?

Sind sie von Grund auf auf Verteidigung aus? Wenn nicht hast Du vielleicht auch am Erntetag Glück und kannst Wabe für Wabe von einigermaßen entspannten Bienen befreien.

Hast Du Platz hinterm Schied, in der Beute (um Bienen dorthin zu kehren)? Sonst wäre ein weiterer Extrakasten hilfreich.

Ich würde so:

  • eineN ErntehelferIn organisieren,
  • Alles (siehe oben und unten) bereitstellen,
  • Schutz anlegen , tief durchatmen und positive Gedanken machen,
  • Beute öffnen (ach nee…)
  • Auflagetuch für die ersten zwei Waben entfernen,
  • Stimmung beachten, wenn’s gar nicht geht, abbrechen
  • Wenn weiter, dann zügig, nicht hektisch weiter
  • die erste Wabe vorsichtig ziehen und
  • Bienen hinters Schied fegen (oder in Extrakasten), optional Deckel drüber
  • Leergefegte Wabe (ein paar hartnäckige Sitzenbleiberinnen machen erstmal nichts aus) in einen 1. Wabentransportkasten o.ä. hängen / stellen, hier definitiv Deckel drauf
  • Wabe für Wabe vorarbeiten wie beschrieben, bis zur letzten Erntewabe
  • Falls Bienen in Extrakasten gesammelt, diese in die Beute schütten und fegen
  • Dann Schied wieder an die verbliebenen Waben schieben und Tuch drüber, ggf Deckel über den Bereich mit Waben
  • Erntewabe für Erntewabe rest-’entbienen’, auch durchgehen wenn man denkt es kann keine mehr sein: 1 Wabe aus 1. W-Transportkasten entnehmen, letzte Bienen (diesmal ausnahmslos) in Beute - da müsste jetzt Platz sein - fegen und Wabe in 2. Wabentransportkasten hängen, Deckel druff, falls der Zyklus zwischen den Waben mal nicht zügig möglich ist und viele interessierte Insekten schwirren (Raucherpausen sind jetzt nicht angebracht :wink:)
  • Jetzt auf jeden Fall Deckel drauf
  • Beute schließen, - falls in der Beute gekleckert ward, auch an das seitliche Lüftungsloch denken
  • Jedwede Kleckerei außerhalb der Beute vermieden haben, alternativ mit großzügigst Wasser entfernen (auch ggf unter der Beute, wenn durch die Bodenlöcher etwas ausgedrungen sein könnte.

Weitere Tipps, die ich jüngst fand:

+ mind zwei Bienenbesen haben, zum Wechseln bei Verklebung.

+ Wassersprüher - ‘geladen und entsichert’ für ggf aufdringliche Wächterinnen

Ergänzung: wenn der Wildbau auch unter den Honigwaben ist, kannst Du es abtrennen und in einer Schüssel sammeln, ggf gleich zurückgeben oder später oder selbst naschen.

Noch Ergänzungen zum obigen Vorgehen.

Vorausgesetzt ist natürlich, dass der Honig reif ist.

Viele ‘nette’ Bienen kann man so händeln, finde ich.

Auf die “buckeligen” Waben bin ich kaum eingegangen. Du meintest ja nicht Drohnenbrut, sondern verschränkt ineinander verbaute nebeneinanderliegende Waben? - Ist es noch möglich einzelne Waben zu ziehen? Wenn nicht wird’s natürlich eine größere Sauerei als oben angenommen, da würde sich eine kl. Kunststoffplane oder eine Tischdecke als großzügige Unterlage empfehlen. Wenn dabei schwierig zu verarbeitende Wachs-Honig-Stücke mit verklebten Bienen ‘entstehen’, kannst Du diese in einer flachen Schale sammeln und in der Beute hinter dem Schied zurück geben (ich nehme da gerne die Schale vom Nassenheider Verdunster, mit Backpapier oder Silikonlage unter den Klumpen, bleibt die Schale gut reinigbar und das Wachs nach Leerschlecken und gegenseitiger Bienen-sich-Befreiung gut ‘erntenbar’; - Beutenlüftungslöcher schließen!).

Je nach Schweregrad (wenn es sich nicht durch die gesamte Beute zieht und vor allem nicht sogar quer zwischen Rähmchen gebaut ist) kannst Du die im Zuge der Ernte glätten (falls Du schleuderst und die Leerwaben für nächstes Jahr aufbewahren wirst - wenn Du z.B. presst, geht’s nächstes Jahr vielleicht mit Neubau besser, wenn Du wie von @Naturfreund angeregt Tipps im Forum findest).

Wenn Du schleudern willst, könntest Du zum Glätten versuchen beim Entdeckeln an den Buckeln großzügig arbeiten. Nach dem Schleudern und nachdem nochmal durch die Bienen ausgeschleckt, kannst Du sie vielleicht noch etwas erwärmen und zurechtbiegen (die Waben, nicht die Bienen :woozy_face:).

Die letzte Wabe vor dem Schied könntest Du z.B. im Frühjahr bevor Du wieder etwas dazuhängst und bevor an der Stelle Brut ist, noch ‘abhobeln’, damit es nicht wieder gleich die Anregung zum Buckeln ist.

Vielen Dank für eure hilfreichen Beiträge!

Die Ernte verlief dann doch besser als erwartet. Eventuell kamen die nicht so glatten Waben dadurch zustande, dass ich mehrere leere Rähmchen gleichzeitig eingehängt hatte. Ich arbeite ohne Mittelwände und ohne zu schleudern.

Liebe Grüße

Christiane