Hallo, ich habe seit Mai diesen Jahres zwei Bienenkisten (Dobar und Bienensep) und beide mit einem Naturschwarm besetzt. Alles läuft zur Zeit super, sie bauen fleissig, tragen Pollen ein und benehmen sich vorbildlich, bislang keinen Stich erhalten
. Ich habe mich im Vorgriff aber auch jetzt noch intensiv in die Materie Bienenkiste, da dieses Konzept meiner Vorstellung einer wesensgerechten Haltung ohne das Verlangen nach tollen Honigerträgen, eingelesen. Auch dieses Forum durchforste ich immer wieder nach interessanten Beiträgen und habe in Bezug auf die Varroabehandlung vieles gelesen. Es gibt ja anscheinend nicht “Die Eine” richtige Behandlungsvariante sondern jeder macht es irgendwie auf seine Weise und hat dabei die für sich besten Erfahrungen gemacht. Ich lese von THYMOVAR-Platten oder Nassenheider Verdunster und Beträufeln mit Oxalsäure oder dem Verdunsten mit Oxalsäure per Batterie, Akku oder mit Gas (teure Gerätschaften) usw. Dazu gibt es ja auch reichlich YouTube Material. Ich möchte für meine Bienen die möglichst schonenste Anwendung einer Sommer- und Winterbehandlung finden und bin mir da aber zur Zeit nicht sicher auf welche Variante ich, nach vorher erfolgtem Puderzuckertest, zurückgreifen soll. Vielleicht kommen ja hier hilfreiche Kommentare, die meine persönliche Entscheidungsfindung erleichtern. Vielen Dank im Voraus und Grüße aus der Vulkaneifel.
Hallo Frank, wenn du die Suche oben rechts bemühst, erhältst du mehr Beiträge als dir lieb sein wird!
Ich verdampfe Varroxal mit einem relativ günstigen Verdampfer -gas vap . Hier meine Berichte dazu, die du aber auch in der Suche findest!
Suche nach :„Varroabehandlung Bienenkiste“ oder „Varroxal“ oder Nassenheider
LG Mani
Moin Mani, habe ich gelesen und deshalb hatte ich auch den Verdampfer mit Gas erwähnt. Vorhin habe ich im Imkerforum gelesen, dass der Nassenheider das einzig wahre sein soll…deshalb interessieren mich die Erkenntnisse anderer Versuche. Meist ist es ja so, dass die Anwender des Einen überhaupt keine Erfahrung mit dem Anderen haben und dann oft alles andere als “nicht toll” ansehen.
Wie du sicher gelesen hast, 2 Imker 3 Meinungen!!! Mir hat das Verhalten meiner Bienen nach dem einen Einsatz des Nassenheiders mit Ameisensäure gereicht!
LG Mani
Moin Moin @Kerry Frank,
Dass Du viel belesen bist und auch hier die Beiträge liest, ist eine sehr gute Herangehensweise. Hast Du auch einen Kurs gemacht?
Weiter kommst Du dann irgendwann (ab jetzt ?) nur noch mit ausprobieren und, wenn es nicht passt, beim übernächsten Zyklus dem nächsten Verfahren. Vielleicht hast Du eineN erfahrene ImkerndeN (Bienenkiste) ‘greifbar’, die eine Praxis durchzieht und schaust es Dir an oder ihr macht es gemeinsam.
Ich habe die Vorgehen aus dem Probeimkern beibehalten, weil es einfach ist und wirkt. Und weil ich vielleicht Glück hatte, auch dass die Wetterprognosen, die natürlich zu beachten sind, passten.
- AS verdunstet per Nassenheider im Sommer und
- OS in Zuckerlösung geträufelt im Winter
- Plus später kennengelernt Formicpro-Streifen eingelegt als Zwischenbehandlung, wenn doch im Herbst noch zu viel V waren
Nicht beim konventionellen Probeimkern wurde gelehrt, aber mache ich
- Brutpause herstellen per Schwärme abgehen lassen (und einfangen) / Schwärme vorwegnehmen
Die konventionell gelehrte Drohnenschneiderei mache ich nicht. Andere biotechnische Maßnahmen zur Brutfreiheit erwäge ich künftig, sollte es mal nicht schwärmen wollen.
Bienenkiste (Konzept bzw Machbarkeit) sieht ja wohl die biotechnischen Maßnahmen nicht vor (habe keine eigene Erfahrung, viel gelesen). Also bleiben vor allem Säure A oder O. O wirkt nicht in die verdeckelte Brut, weißt Du bestimmt.
Also empfehle ich:
Regelmäßig Befall kontrollieren, bei entsprechender Indikation mit einem ‘naheliegenden’ Verfahren behandeln. Dann auswerten, bewerten für nächstes Mal.
(Bei Völkern aus diesjährigen Schwärmen ist eine gute Chance auf geringe Belastung, aber auch nicht garantiert)
Viel Erfolg
Linus (ERB, Zander 1½)
Vielen Dank für dein Input. Ja du hast recht, lesen alleine hilft nur bedingt weiter, man muss eigene Erfahrungen sammeln. Ist wie in einer Lehre, Berufsschule bringt einem die Theorie bei aber nur die handwerkliche Arbeit zeigt was wirklich notwendig, machbar und sinnvoll ist. Ich werde mich einfach mal mit ein paar Bienenkistenimkern in der Nähe in Verbindung setzen, dabei hilft die Millifera Karte der Imker sehr gut, auch wenn dort bestimmt nicht alle Bienenkisten Freunde aufgeführt sind. Ich werde mich wohl dem Imkerverein hier in Mendig anschließen, auch wenn man dort als Bienenkistenimker wohl nicht so gerne gesehen ist. Aber es ist besser Kontakte zu haben, als alleine vor sich hin zu doktern.
Hallo Kerry,
wie schön, dass es mit deinen Bienen alles so gut anläuft!
Ich habe zuerst, wie im Buch „Die Bienenkiste“ beschrieben, behandelt (Sommer Ameisensäure im Nassenheider Verdunster und Winter Oxalsäure). Letztes Jahr habe ich Varroxal verdampfen ausprobiert (Blockbehandlung im Sommer, einmalige Behandlung im Winter, bei Bedarf einmalige zusätzliche Behandlung im Herbst).
Nach meinen Erfahrungen ziehe ich das Verdampfen eindeutig vor.
Ich hatte den Eindruck, dass die Bienen ziemlich Probleme mit der Ameisensäure hatten (viele tote Bienen und das Volk war während der Behandlung sehr unruhig). Beim Verdampfen hatte ich diesen Eindruck nicht. Die Behandlung ist sehr schnell fertig und die Bienen bleiben sehr ruhig. Einen großen Vorteil sehe ich auch darin, dass das Verdampfen viel weniger Temperaturabhängig ist. Bei der Ameisensäurebehandlung hatte ich ziemlich mit Temperaturschwankungen zu kämpfen und es war nicht leicht, sicherzustellen, dass die richtige Menge verdunstet. Bei der Winterbehandlung hatte ich das Problem, dass es bei uns oft nicht kalt genug war. Das alles ist beim Verdampfen kein Problem mehr und spricht aus meiner Sicht auch klar für diese Methode.
Vielen Dank für deine Erfahrungen. Es ist ja aber wohl so, dass man das Varroxal auch nur bei brutfeien Völkern anwenden soll. Hier die Erklärung dazu von Imkerbedarf Ruck:
Varroxal ist ein zugelassenes Tierarzneimittel mit dem Wirkstoff Oxalsäuredihydrat. Es dient der effektiven Bekämpfung der Varroamilbe bei Honigbienen. Die Behandlung darf ausschließlich in brutfreien Völkern (z. B. als Winterbehandlung, bei Kunstschwärmen oder Ablegern) erfolgen, da es keine Wirkung in verdeckelten Brutzellen zeigt.
Das ist richtig. Deshalb mache ich im Sommer eine Blockbehandlung (6mal im Abstand von 4 Tagen). So bekommen auch die Bienen, die bei der/den ersten Behandlung(en) noch nicht geschlüpft waren, eine Behandlung ab.
Das entspricht nicht der Zulassung, aber es funktioniert.
Ok, welchen Verdampfer nutzt du dafür?
Ich hatte letztes Jahr in meiner Bienenkiste erst sehr spät einen nennenswerten Milbenfall auf der Unterlage gesehen (erst ab Mitte August).
Dafür ging es dann ziemlich rasch und steil nach oben.
Ich habe dann mit einem InstantVap Compact Akkuverdampfer zuerst Anfang September eine OS Blockbehandlung gemacht (5 x alle 4 Tage je 1,5g OS-Dihydrat pro Behandlung).
Danach war der Totenfall auf der Unterlage immer noch besorgniserregend (> 50 Milben Tag) und hatte eine steigende Tendenz. Deshalb habe ich bei diesem Volk Anfang Oktober eine zweite Blockbehandlung (6 x alle 4 Tage je 1,5g OS-Dihydrat) gemacht.
Ab Mitte November war dann ein gegen Null gehender täglicher Milbenfall zu sehen.
Insgesamt sind während des genannten Zeitraumes in diesem Volk rund 8500 Milben gefallen.
Nach dem Lehrbuch hätte man diesem Volk keine großen Chancen gegeben den Winter zu überstehen - entgegen dieser Prognosen hat es sehr stark ausgewintert.
Aktuell ist diese Bienenkiste randvoll und hat ein Gewicht von rund 82 kg.
Am Flugloch und vor der Beute sind mir bisher keine Bienen mit Krankheitssymptomen aufgefallen.
Meine Erfahrungen decken sich mit denen von Sabine im vorangehenden Beitrag.
Aber es gilt wie immer: „Zwei Imker - drei Meinungen“ und „Der Versuch macht kluch“.
Ok, vielen Dank. Das hört sich nach einem Plan an. Ich denoe ich werde mir einen Gas Verdampfer zulegen um auch zu verdampfen. Mit der Ameisensäure sehe ich es auch kritisch.
Hallo,
fragt doch mal die Bienen was Ihnen besser gefällt:
2x Ameisensäure Schwammtuch oder 11x mit Ox bedampfen.
Vermutlich finden sie beides nicht lustig, wissen tuts keiner…
Gruß Andreas
Jap.
Ameisensäure mögen meine so richtig gar nicht.
Ich würde es persönlich auch nicht lustig finden, wenn mit einer einen Nassenheider ins Haus stellt ![]()
Ich hab bisher weder mit dem Nassenheider noch beim Bedampfen (einmalig, nicht Block) viel Totenfall gehabt. Beides hilft. Beides nervt vermutlich die Bienen. Beim Nassenheider nervt mich halt die Temperaturabhängigkeit.
Der Nassenheider Verdunster ist im Gegensatz zur weit verbreiteten Annahme überhaupt nicht sehr stark temperaturabhängig. Durch die große Verdunstungsfläche bestimmt in erster Linie der Transport durch den horizontalen Docht die abtropfende Menge an AS. Diese verdampft dann egal ob die umgebungstemperatur 10° ist oder 30°. Wichtig ist halt die Kontrolle des verdunstungsvlieses! Es sollte nie komplett bis an die Ränder getränkt sein. Wenn das der Fall ist ist offenbar nicht genug verdunstet weil es zu kalt war. (Außerhalb von Deutschland (und auf Veterinär ärztliches Rezept sogar in D) kann man dann aber auch sogar noch ausweichen auf höhere Konzentrationen.
Eine wesentliche Einflussgröße wird fast nie diskutiert, hat aber bei mir gezeigt, dass es allentscheidend ist:
Die Größe des Flugloches bei der Anwendung und die Frage ob der Varroaschieber offen oder geschlossen ist.
Das bestimmt nämlich ausgesprochen stark die effektive Konzentration an Ameisensäure im Stock.
Als ich angefangen habe mit den Uraltbeuten meines Vaters habe ich mit dem Nassenheider behandelt bei komplett offenem Fluglochschlitz volle Breite 38 cm 2 cm Höhe. Die Bienen haben kaum reagiert und haben sich Pudelwohl gefühlt. Die Königin hat munter weitergelegt und ich hatte trotzdem astreine Überwinterungen.
Die Umstellung auf moderne Beuten mit einem Fluglochkeil üblicher Größe hat bei mir eine kleine Katastrophe ausgelöst. Die AS war damit anscheinend überdosiert und ich hatte massiven Totenfall und auch Königinnen Verluste.
So erkläre ich mir die verschiedenen Berichte über Ameisensäure. An sich ist es natürlich ein tolles Medikament was die Wirkung betrifft.
In der Stoffsammlung oben unerwähnt ist die Anwendung von Oxalsäurestreifen.
Darauf habe ich letzten Sommer gesetzt und bin hellauf begeistert. Die Streifen bleiben sechs Wochen drin, dann sind sie überwiegend leer gelutscht. Ich habe sie dennoch drin gelassen weil es schon so kalt war und die Bienen in der Wintertraube saßen.
Erst bei der ersten Durchsicht habe ich sie entfernt, teilweise angenagt.
Natürlich gehen die Streifen nur bei Mobilbau. Für mich ist das deswegen auch ein absolut schlagendes Argument für den Mobilbau solange es keine bessere Alternative gibt als die Streifen.
Ich persönlich schaue dass ich von der Ameisensäure ganz wegkomme. Ausnahme: massiver Befall.
Ich kann dazu nur sagen, dass die Bienen bei Behandlungen mit OS-Sublimation komplett ruhig blieben und danach kein erhöhter Bienentotenfall zu erkennen war.
Diese mache ich immer Abends, wenn alle Bienen im Stock sind, wobei die Bedampfung jeweils nur ca. 1-2 Minuten dauert und das Flugloch für ca. 10 Minuten geschlossen ist.
Bei der Behandlung mit Ameisensäure in Verbindung mit dem Nassenheider Verdunster war meist das Gegenteil der Fall.
Vielen Dank für eure Erfarhungen und das bestärkt mich eigentlich darin, dass ich den bereits bestellten Gasverdampfer im Sommer und Winter anwenden werde, im Sommer dann als Blockbehandlung, 6 mal mit 4 Tagen Pause dazwischen. Ich denke auch das dieses dann stattfinden muss, wenn alle Bienen im Stock sind, also abends. Verwenden werde ich wohl Varroxal, da dieses anscheinend zur Zeit das beste Präparat auf dem Markt ist.
