Arturs Bienenkiste

Der Bau meiner Bienenkiste war stellenweise frustrierend, aber gleichzeitig auch ein sehr interessantes Projekt. Ein Großteil des Holzes kam direkt vom Dachboden, denn ich wollte die Kosten möglichst gering halten: alte Latten, die ich zunächst gehobelt und anschließend zu Platten verleimt habe. Die resultierenden Bretter hatten eine Stärke von etwa 22 bis 25 mm, was sich als stabil und grundsätzlich gut geeignet herausgestellt hat. Der Eigenbau mit vorhandenem Material war für mich ein wichtiger Teil des Projekts, auch wenn er zusätzlichen Aufwand bedeutet hat.

Durch die Arbeit daran wollte ich in die Aufgabe hineinwachsen und eine innere Beziehung zu den Bienen aufbauen, die ich bisher noch nicht habe. Mir war wichtig, dass mir das Thema mit der Zeit wirklich „ins Blut übergeht“.

Schwieriger wurde es bei den feineren Bauteilen. Die dünneren Stäbchen, die für die Bauvorgaben innerhalb der Kiste notwendig sind, konnte ich mit meinem vorhandenen Werkzeug nicht präzise genug herstellen. Hier musste ich letztlich doch auf fertige Teile aus dem Baumarkt zurückgreifen. Das hat nicht nur zusätzliche Kosten verursacht, sondern war auch ein kleiner Bruch mit meinem ursprünglichen Anspruch, möglichst viel selbst zu fertigen.

Ein echtes Problem stellen die von mir gewählten Schnallen dar. Diese haben sich bereits beim ersten Einsatz verzogen und erfüllen ihren Zweck nicht zuverlässig. Aktuell halten Schrauben den Boden am Korpus fest, was eher eine Notlösung ist. Bevor die Kiste tatsächlich im Einsatz sein kann, brauche ich hier definitiv eine bessere und dauerhaft stabile Lösung.

Dieses Jahr habe ich allerdings noch keine Bienen in der Kiste. Der Hauptgrund ist, dass sich Bienen heutzutage deutlich einfacher über klassische Systeme mit Rähmchen beschaffen lassen. Da die Bienenkiste jedoch ohne Rähmchen arbeitet, gestaltet sich die Besiedlung schwieriger. Ich habe versucht, einen Schwarm anzulocken, indem ich die Innenwände mit Honigwachs eingerieben und zusätzlich eine Serviette mit Lemongras-Öl in die Kiste gelegt habe – eine gängige Methode, um den Duft eines Bienenstocks zu imitieren. Trotzdem blieb der Erfolg aus, und ich konnte keinen Schwarm gewinnen.

Rückblickend zeigt sich, dass der Bau der Kiste zwar gut machbar ist, die eigentliche Herausforderung aber in der praktischen Nutzung und Besiedlung liegt. Für die nächste Saison werde ich sowohl an der Konstruktion – insbesondere an den Befestigungen – nachbessern. Eventuell denke ich auch über einen zusätzlichen Rahmen mit Leichtlehm zur Dämmung nach. Gleichzeitig muss ich meine Strategie zur Schwarmgewinnung überarbeiten.

Beim Aufräumen in einer Scheune habe ich immerhin einen Bücherskorpion gefunden – ein kleiner Lichtblick. Er hat sich ein kleines Häuschen aus Sägespänen zusammengebaut. Ich frage mich, ob er sich darin häuten wird oder ob es sich vielleicht sogar um ein Gelege handelt.

Danke für das Teilen Deiner Erfahrungen.

Ich finde ebenfalls, dass man über die selbstgebaute Beute eine besondere Beziehung nicht nur zur Behausung sondern dann auch zu den Bienen hat. - Auch wenn alles zusammengekauft ist wie bei meiner. Einraumbeute (Baumarkt und Imkereibedarf online). Der Prozess vom ersten Entwurf, den man eine Weile mit sich herumträgt und immer wieder verändert, über das Bauen (und anpassen des Entwurfs an die Realität), Löcher setzen usw bis zum Anstrich schafft schon eine Bindung, bevor die Bienen überhaupt da sind.

Wie Du richtig einschätzt, ist es mit einem (Natur)Schwarm gut machbar, die sind für alle Formate kompatibel und können z.B. in die Beute einlaufen.

Die beste “Schwarmstrategie” funzt natürlich nur in der Schwarmzeit :wink:. Bist Du vernetzt? In den Chatgruppen von Imkervereinen, so meine Erfahrung, geht es in der Schwarmzeit hoch her, und es werden dort meistens Schwarmmeldungen weitergegeben und die Bergung abgesprochen. Oder man kann sich bei der Mellifera-Schwarmbörse anmelden und hat auch gute Chancen, schnell einen zu bekommen.

Alles Gute